31. Oktober 2019 Gedanken zum Reformationstag

Am 31. Oktober feiern evangelische Christen den Reformationstag und erinnern so an Martin Luthers Thesenanschlag. Damit leitete er die Reformation ein, die später zur Entstehung der evangelischen Kirche führte. In seinen 95 Thesen prangerte der einstige Augustinermönch den Ablasshandel an.

Der Reformator Martin Luther in einer Darstellung von Lukas Cranach dem Älteren.
Bildrechte: imago/United Archives International

Am Reformationstag gedenken die evangelischen Christen Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg im Jahre 1517. Der Überlieferung nach soll der Mönch und Theologieprofessor am Tag vor Allerheiligen 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben, was eine Legende ist. Fakt ist, dass er seine 95 Thesen in Umlauf brachte, um einen akademischen Disput über die vorherrschende Praxis des Ablasshandels herbeizuführen. Denn Luther bestritt, dass es die Möglichkeit gäbe, sich von seinen Sünden freizukaufen. Doch statt einen Disput herbeizuführen, leitete er die Aufspaltung der christlichen Kirche in eine römisch-katholische und eine protestantische Kirche ein.

Auf Anordnung des Kurfürsten

Zum offiziellen Gedenktag erhoben wurde der Reformationstag im Jahr 1667 auf Erlass Kurfürst Georgs II. von Sachsen, der mit seiner Anordnung zudem für eine Vereinheitlichung des Datums sorgte. Gab es vorher verschiedene Gedenktermine in den verschiedenen Landeskirchen - Luthers Geburts- und Sterbetag zum Beispiel - setzte sich bald darauf mehrheitlich der 31. Oktober als Gedenktag durch.

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aber auch in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist der Reformationstag gesetzlicher Feiertag. Außerhalb Deutschlands wird er zudem in Slowenien und Chile gefeiert. In der Schweiz begehen die reformierten Kirchen am ersten Sonntag nach dem 31. Oktober den Reformationssonntag.

Kulinarische Besonderheiten

Heute feiern Protestanten in aller Welt den Reformationstag meist mit einem Gottesdienst. In Wittenberg wird der 31. Oktober traditionell mit verschiedenen Veranstaltungen begangen. Festgottesdienste in der Stadt- und Schlosskirche stehen dabei ebenso auf dem Programm wie ein Mittelaltermarkt, eine wissenschaftliche Diskussion in der alten Wittenberger Universität, Konzerte, Theater und Kabarett.

Reformationsbrötchen
Kulinarische Köstlichkeiten: Reformationsbrötchen Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Dazu werden traditionell so genannte Reformationsbrötchen gereicht, kleine viereckige Hefeteigtaschen mit einem Klecks Marmelade in der Mitte – eine kulinarische Erinnerung an die Lutherrose, mit der der Reformator seine Schriften einst versah. Reformationsbrötchen sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, vor allem in der Region um Leipzig bekannt. In der Gegend um Dresden und im Vogtland kennt man hingegen Reformationsbrot, ein stollenartiges Brot, welches mit Aprikosenkonfitüre bestrichen und einer Fondantglasur überzogen wird.

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