Bettina Westfeld
Bildrechte: Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

Damenwahl Die sächsische Landeskirche setzt auf Frauen

Seit dem 19. Januar 1919 dürfen Frauen in Deutschland wählen und sich selbst zur Wahl stellen. Das gilt für politische Ämter und ebenso für kirchliche Gremien. Wie ist es hier mit dem Frauenanteil bestellt? Grit Krause hat nachgefragt.

Bettina Westfeld
Bildrechte: Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

Immer noch sind Frauen in kirchlichen Ämtern unterrepräsentiert. Deshalb beschloss die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens auf ihrer Frühjahrstagung 2018, mehr Frauen für Leitungspositionen zu gewinnen. Dafür wirbt auch Bettina Westfeld. Seit 2008 ist sie Vizepräsidentin der Synode, ein Ehrenamt. Mit nur 25 Jahren war sie sechs Jahre zuvor ins Präsidium des Kirchenparlaments gewählt worden.

Den Tag ihrer Wahl wird Bettina Westfeld nie vergessen, denn es war der Tag, an dem sie ihren ersten von inzwischen drei Söhnen zur Welt brachte. Angesprochen hatte sie damals ihr Gemeindepfarrer in Dresden.

Damals gab es ein Vorbild für mich. Es gab nämlich eine Präsidentin der Landessynode (...) Und das hat mich gereizt, wie sie erzählt hat von der Arbeit, wie sie da Dinge bewegen kann. Und da habe ich mich aufstellen lassen.

Bettina Westfeld

Vorbilder brauche es nach wie vor, meint Bettina Westfeld. Sie selbst hat es sich zu einer Aufgabe gemacht, Frauen zu bestärken, sich in der Landeskirche zu engagieren. Denn derzeit sind lediglich 36 Prozent der Mitglieder der Synode Frauen. Im Pfarramt sind sogar nur ein Viertel Frauen. Und das, obwohl die Hälfte der Theologiestudierenden weiblich ist.

Das ist der zweitniedrigste Anteil auf EKD-Ebene. Und aus diesem Pool dann Frauen zu finden, die für Leitungen zur Verfügung stehen, ist eben doppelt schwierig.

Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche

Zum Vergleich: Sowohl bei den kirchlichen Beschäftigten, als auch bei den ehrenamtlich Engagierten sind über 60 Prozent Frauen. Um mehr von ihnen in Gremien und Leitungsämter zu bringen, brauche es einen Kulturwandel, so Kathrin Wallrabe, "wo man auch nochmal an den Rollenbildern arbeiten müsste."

Im März nun will die Landessynode einen Maßnahmenplan vorstellen, wie die Gleichberechtigung von Frauen künftig umgesetzt werden kann. Ein Mittel zum Zweck ist die Quote. Die hat Bettina Westfeld im Lutherischen Weltbund erlebt. Dort arbeitet man seit über 30 Jahren mit einer Regelung 40-40-20.

Ich habe im Lutherischen Weltbund gemerkt, wie mühsam es ist, diese zu erfüllen, aber wie reich es ist, wenn man dann tatsächlich diese 40 Prozent Frauen und auch 20 Prozent Jugendliche in jedem Fall dabei hat in einer Gremienarbeit. Die Perspektiven sind viel weiter, viel größer.

Bettina Westfeld

Über dieses Thema berichtet MDR auch im Radio: MDR KULTUR | 20.01.2019 | 09:15 Uhr
MDR AKTUELL | 20.01.2019 | 07:47, 09:47 / 11:47 und 13:47 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 10:27 Uhr