Porträt Juliana Luisa Gombe: Schwarz und Deutsch – Zuhause in Magdeburg

In Deutschland kämpfen viele Schwarze Menschen tagtäglich mit Benachteiligungen und Rassismus. Deutsch und Schwarz zu sein, ist oft nicht einfach. Das hat auch Juliana Luisa Gombe erlebt.

Eine Frau hält die Hand eines Jungen der auf einem Klettergerüst klettert.
Juliana Luisa Gombe lebt seit 1996 in Magdeburg. Bildrechte: mdr/Nah dran

Juliana Luisa Gombe ist in Magdeburg zuhause. Dort lebt sie seit mehr als zwei Jahrzehnten und fühlt sich heimisch: "Hier in Magdeburg bin ich Inländerin, die Stadt bedeutet für mich Zuhause." Doch dieses Heimatgefühl zu enwickeln wurde ihr schwer gemacht.

Engagement für friedliches Miteinander

Als 27-Jährige flüchtete sie aus Angola. Ihr Vater kämpfte in dem südafrikanischen Staat gegen Korruption und wurde ermordert. 1996 kommt Juliana Luisa Gombe mit ihrem ersten Sohn nach Magdeburg.

Dort gibt es nach der Wende wie zu dieser Zeit in vielen Städten in Ostdeutschland rechte Gewalt. Auch in Magdeburg kommt es immerwieder zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen. Rassismus und Gewalt gehen nicht spurlos an Juliana Luisa Gombe vorbei. Sie wird von zwei jungen Männern auf offener Straße bewusstlos geschlagen und schwer verletzt.

Trotzdem entscheidet sie sich dafür, in der Elbe-Stadt zu bleiben. Da ihr Studienabschluss aus der Sowjetunion nicht anerkannt wird, schreibt sie sich erneut für Bildungswissenschaften ein. Heute berät sie Menschen mit Behinderung bei der Volkssolidarität. Außerdem engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe und für ein friedliches Miteinander in der Stadt. Für ihr Engagement bekommt sie 2018 das Bundesverdienstkreuz.

Der Angst mit Taten begegnen

Doch obwohl sie gerne in ihrer Stadt lebt und dort viele Menschen kenn, hat sie bis heute Angst vor Rassismus und Gewalt: "Für mich ist es noch immer gefährlich. Es laufen Menschen herum, die Probleme mit dem Aussehen anderer haben."

Die katholische Christin liebt die Menschen. Nachdem ihre drei Kinder erwachsen wurden, holte sie ein Pflegekind zu sich. Der 7-jährige Liam war vorher schon bei mehreren Familien. Dem Jungen Zuneigung zu schenken, ist ihr eine Herzensangelegenheit: "Ich liebe Kinder ganz besonders. Ein Kind ohne Mutter kann ich mir nicht vorstellen."

Mehr zum Thema Dieser Bericht ist Teil einer halbstündigen TV-Reportage der Sendung "Nah dran" mit dem Titel "Respekt! Deutsch. Schwarz. Erfolgreich." Der ganze Film wird am 11. November um 22:40 Uhr im MDR FERNSEHEN und ab 06. November in der Mediathek gezeigt.

Die Reportage ansehen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Nah dran | 28. Oktober 2021 | 22:40 Uhr