Sternsinger ziehen bei der bundesweiten Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen durch die Innenstadt von Trier.
Bis zum 18. Januar sind bundesweit 300.000 Kinder und Jugendliche unterwegs, um Spenden zu sammeln. Bildrechte: dpa

Spendenaktion rund um den Dreikönigstag "Wir gehören zusammen": Warum die Sternsinger unterwegs sind

Um den Dreikönigstag am 6. Januar sind Jungen und Mädchen bundesweit als Sternsinger unterwegs, um für arme Kinder weltweit Spenden zu sammeln. Auch in Mitteldeutschland. Unter dem Motto "Wir gehören zusammen" steht diesmal das Schicksal von Kindern mit Behinderung im Zentrum der inzwischen ökumenischen Spendenaktion.

Sternsinger ziehen bei der bundesweiten Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen durch die Innenstadt von Trier.
Bis zum 18. Januar sind bundesweit 300.000 Kinder und Jugendliche unterwegs, um Spenden zu sammeln. Bildrechte: dpa

Um den Dreikönigstag am 6. Januar sind Jungen und Mädchen bundesweit unterwegs. Im Gewand der Heiligen Drei Könige verkünden sie die Weihnachtsbotschaft und sammeln für arme Kinder weltweit. Unter dem Motto "Wir gehören zusammen" steht diesmal das Schicksal von Kindern mit Behinderung im Zentrum der Spendenaktion, wie der Präsident des Kindermissionswerks Sternsinger, Prälat Klaus Krämer, erklärte. Zugute kommen soll das Geld Jungen und Mädchen in Peru. Krämer verwies auf ein Projekt in der Hauptstadt Lima, das beispielhaft für die Integration behinderter Kinder sein könnte. Die Aktion setze ein "Zeichen für Zusammenhalt".

Sternsinger auch in Mitteldeutschland unterwegs

Bis zum 18. Januar klingeln deutschlandweit rund 300.000 Kinder und Jugendliche verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar an den Türen. Eine Abordnung von 39 Sternsingern aus dem Bistum Trier empfangen Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier am Sonntag in Berlin. Bereits am Freitag besuchen 120 Mädchen und Jungen aus dem Bistum Dresden-Meißen Sachsens Ministerpräsidenten Kretschmer in der Staatskanzlei. Auch in Thüringen sind die Sternsänger in vielen Gemeinden unterwegs. In Legefeld ziehen sie laut Informationen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland nach einer ökumenischen Andacht in der Trinitatiskirche los, in Großfahner nach dem gemeinsamen Regionalgottesdienst ebenso in Nordhausen und den umliegenden Gemeinden. Nach einer Andacht in der Kirche des Klosters Volkenroda gingen in Körner Erwachsene und Kinder traditionell zu jedem Haus, um für die Bewohner zu beten und das Haus zu segnen.



In mehreren Orten werde das Epiphaniasfest zudem mit Konzerten begangen. So sei in der Gothaer Margarethenkirche ein Kantatengottesdienst mit dem fünften Teil des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zu erleben. Zu einem musikalischen Fest-Gottesdienst mit der Concordia-Kantorei, Chören aus Creuzburg sowie dem Erbstrom- und Nessetal werde in die Eisenacher Nikolaikirche geladen. Im Rahmen des Projekts "OrgelFahrt" spiele der Kantor der Dresdener Frauenkirche, Matthias Grünert, in den Kirchen in Jägersdorf und Frauenprießnitz. Weitere Konzerte finden nach EKM-Angaben unter anderem in Erfurt als Epiphaniasmusik mit der Regler-Singschar sowie in der Kirche Friedrichroda als Neujahrskonzert mit dem Gothaer Konzertchor statt.

Eine Milliarde Euro seit 1959 gesammelt

Die Aktion Sternsingen gibt es in Deutschland seit 1959. Getragen wird sie vom Kindermissionswerk der katholischen Kirche und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), inzwischen beteiligen sich in ökumenischer Verbundenheit auch evangelische Kinder. Das Sternsingen gilt inzwischen als weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Seit dem Start 1959 wurden rund eine Milliarde Euro für mehr als 73.000 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gesammelt.

"C+M+B" - "Christus segne dieses Haus"

Das Sternsingen reicht als Brauch bis ins Mittelalter zurück. Traditionell schreiben die Sternsinger mit Kreide die Jahreszahl sowie das Kürzel "C+M+B" über die Haustür. Das ist Latein und heißt "Christus Mansionem Benedicat", zu deutsch: "Christus segne dieses Haus". Bundesweit eröffnet wurde die 61. Aktion diesmal am 28. Dezember im bayerischen Altötting. Die Sternsinger begleitet ein eigener Song, der kurz vor der Aussendungsfeier veröffentlicht wurde. Das knapp dreiminütige Stück mit dem Titel "Das singen die Sterne" wurde mit dem Rapper Florian Schäfer, der Sängerin Kat Wulff und einem Kinderchor aufgenommen.

Stichwort: Epiphanias oder Dreikönigstag * Zum kirchlichen Fest Epiphanias, besser als Dreikönigstag bekannt, besuchen - von einem Sternenträger angeführt - als Caspar, Melchior und Balthasar verkleidete Mädchen und Jungen die Gemeindemitglieder.

* Das aus dem Griechischen stammende Wort Epiphanias für Erscheinung wird in der heutigen Zeit als christliches Fest am 6. Januar begangen.

* Erscheinung bedeutet dabei für die Gläubigen die menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi. Im Volksmund sind auch die Namen Dreikönigsfest, Dreikönigstag oder Heilige Drei Könige gebräuchlich. Der zwölfte Tag nach dem ersten Weihnachtsfeiertag gilt nach biblischer Überlieferung als Tag der Ankunft der drei Weisen aus dem Morgenland in Bethlehem.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 04. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2019, 11:29 Uhr