3. Dezember Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Die Vereinten Nationen riefen 1993 einen Aktionstag in Leben, um die Öffentlichkeit auf die Probleme von Menschen mit Beeinträchtigungen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr hat die Christoffel-Blindenmission in Berlin ein Ende der Ausgrenzung sowie gleiche Chancen für alle gefordert.

Ein Mann liest in der Blindenschrift Braille
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Weltweit gibt es über eine Milliarde Menschen mit Behinderungen. Die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern, wo sie kaum Zugang zu Bildung und Arbeit haben. Ihnen drohen Armut und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Darauf hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) aufmerksam gemacht. Aus Sicht der Entwicklungshilfeorganisation tue Deutschland zu wenig, um das zu ändern, die staatliche Entwicklungszusammenarbeit gehe an Menschen mit Behinderungen oft vorbei. Die Folge: Menschen mit Behinderung sind ausgegrenzt und werden immer weiter abgehängt.

Kaum Chancen an Teilhabe

Menschen mit Beeinträchtigungen haben kaum Chancen auf eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben und bleiben oft ausgeschlossen. Deshalb fordert CBM-Vorstandsmitglied Dr. Rainer Brockhaus, staatliche Entwicklungsprojekte stärker zu finanzieren: "Budgets und Anzahl der Projekte müssen ihrem Anteil an der Weltbevölkerung entsprechen. Nur so schaffen wir es, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen und Zugänge haben wie alle anderen Menschen auf der Welt."

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss Menschen mit Behinderungen als die größte Minderheit der Welt endlich stärker in den Blick nehmen.

CBM-Vorstandsmitglied Dr. Rainer Brockhaus

Initiative der Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen hatten 1981 erstmals ein Jahr der Behinderten ausgerufen, um auf Menschen mit Behinderung sowie deren Anliegen aufmerksam zu machen. Diese Initiative führte zur Ausrufung des "Jahrzehnts der behinderten Menschen" von 1983 bis 1993. Zum Abschluss der Dekade legte die UNO in einer Resolution fest, den 3. Dezember fortan als "Internationaler Tag der Behinderten" zu begehen, der 2007 in den "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung" umbenannt wurde.