Tag des offenen Denkmals | 08. September 2019 Vorgestellt: Moderne Kirchenbauten

Bauten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, öffnen am 8. September bundesweit zum Tag des offenen Denkmals. Im Bauhaus-Jahr geht es um Umbrüche in Kunst und Architektur. Hier finden sie einige Empfehlungen, sollten Sie den Denkmaltag zu einem Ausflug nutzen wollen.

St. Pius Kirche
Die St. Pius Kirche in Hohenstein-Ernstthal Bildrechte: Matthias Winderlich

Der Tag des offenen Denkmals findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt. An diesem Tag öffnen bundesweit tausende historische Stätten kostenfrei ihre Türen und machen auf die Bedeutung und den Erhalt unseres kulturellen Erbes aufmerksam.

Seit 1993 gibt es den Tag, der durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Aus Anlass des 100. Bauhausjubiläums rücken daher Ideen zum Neuen Bauen in den Mittelpunkt. Auch in den Kirchenbau hielten sie Einzug. Wie - das lässt sich am 8. September besichtigen.


Halle: Kirche zur Heiligsten Dreieinigkeit

Die Kirche "Zur Heiligsten Dreieinigkeit" der Pfarrei St. Franziskus wurde in den Jahren 1929/1930 durch den Architekten Wilhelm Ulrich gebaut und war der gelungene Versuch, eine Kirche nach dem Bauhausideal "Die Form folgt der Funktion" zu errichten. Der turmlose, auf hexagonalem Grundriss stehende Bau gehört zu den ersten Kirchen in Mitteldeutschland, die nicht nach klassischen Kirchenbaustilen errichtet wurde.

Kirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit

Kirche zur Heiligsten Dreieinigkeit
Bildrechte: Matthias Schwenzfeier
Kirche zur Heiligsten Dreieinigkeit
Bildrechte: Matthias Schwenzfeier
Kirche zur Heiligsten Dreieinigkeit
Bildrechte: Matthias Schwenzfeier
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Wo & Was Kath. Kirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit
Lauchstädter Straße 14b
06110 Halle Süd

geöffnet von 12:00 bis17:00 Uhr
In einem 45-minütigen Vortrag wird die Geschichte der Dreieinigkeitskirche von der Planung bis zum Bau mit vielen historischen Bildern präsentiert.

stündlich Führungen


Elbingerode: Diakonissen-Mutterhaus

Nachdem ihr Heim durch regen Zuwachs der Schwersternschaft zu klein geworden war, engagierten die Diakonissen 1932 den Architekten Godehard Schwethelm für den Bau eines neuen und größeren Mutterhauses. Schwethelm folgte für den Bau des Mutterhauses der Strenge des Neuen Bauens und des Bauhauses. Dabei nutzte er auch die Formen und Farben des Expressionismus.

Eingang des Diakonissen-Mutterhauses Neuvandsburg.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wo & Was Unter den Birken 1
38875 Oberharz am Brocken Elbingerode
Tel.: 039454 80
e-Mail: info@neuvandsburg.de

Führungen: 11:00 und 15:00 Uhr
Hinweise Anmeldung beim Diakonissen-Mutterhaus erforderlich.

Impressionen Das Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode

Versteckt im Oberharzer Ort Elbingerode steht ein außergewöhnliches Bauhaus-Gebäude: das Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg". Es wurde 1934 gebaut und besticht bis heute durch seine Architektur.

Drohnenbild des Mutterhauses von oben .
Im Oberharzer Ort Elbingerode steht das Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Drohnenbild des Mutterhauses von oben .
Im Oberharzer Ort Elbingerode steht das Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eingang des Diakonissen-Mutterhauses Neuvandsburg.
Es besticht durch seine Bauhaus-Architektur. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Godehard Schwethelm steht vor einem Haus.
Der Architekt Godehard Schwethelm hatte 1930 von der Schwesternschaft den Auftrag bekommen, ein neues Mutterhaus zu bauen. Bildrechte: Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode
Treppenaufgang.
Es sollte praktisch sein. Schwethelm setzte das neue Bauen um. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bauarbeiter in einem Stahlbau-Skelett.
Er konzipierte einen Stahlskelettbau. Bildrechte: Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode
Ein Mann steht in einem Kirchenraum.
Pfarrer Reinhard Holmer leitet das Mutterhaus mit einer Oberin zusammen. Bis heute faszinieren ihn die modernen Ansätze des Baus, zum Beispiel im hauseigenen Kirchsaal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann schiebt eine Faltwand auf. Dahinter ein Kirchsaal.
Man kann die Wände aufschieben und den Saal vergrößern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Diakonissen-Mutterhaus-Anbau in einem Park.
Die Kirche von außen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Schwimmbad mit gelben und braunen Kacheln.
Direkt unter der Kirche befindet sich ein Schwimmbad. Es wurde mit überschüssiger Wärme betrieben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Diakonissen sitzen in einem Speisesaal.
Der Decke des Speisesaals wird durch drei Säulen getragen.

Quelle: MDR/as
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Eisleben/Helfta: Gertrudenkapelle

Der brasilianische Künstler Cláudio Pastro empfand es als Berufung, der in seiner Heimat so beliebten "Santa Gertrudes, a Grande" im Kloster Helfta eine Kapelle zu gestalten. Verwirklicht wurde ein Bau, der historische und moderne (Bau-)Kunst verbindet und der klösterliche Ideale wiederspiegelt: "simplizidade, limpeza, cantralidade" – "Einfachheit, Reinheit, Zentralität".

Die Gertruden-Kapelle in Helfta

Gertruden-Kapelle
Bildrechte: Kloster Helfta
Gertruden-Kapelle
Bildrechte: Kloster Helfta
Gertruden-Kapelle
Bildrechte: Kloster Helfta
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Wo & Was Lindenstraße 36
06295 Eisleben Helfta

Führung: 14:30 bis15:00 Uhr


Erfurt: Cyriakkapelle

Die Cyriakkapelle der Evangelischen Predigergemeinde Erfurt ist eine sogenannte Notkirche, gebaut von dem Architekten Otto Bartning. Sie ist architektonisches Zeugnis der Nachkriegszeit und steht unter Denkmalschutz. Als Typenbauwerk (Diasporakapelle) konzipiert und produziert, hat "Cyriak" über Deutschland verteilt 31 Geschwisterkirchen, die alle zwischen 1950 und 1952 gebaut wurden.

Wo & Was Im Gebreite 75
99094 Erfurt Brühlervorstadt

geöffnet von 14:00 bis 18:00 Uhr
Ausstellung: Kirche(n) und Bauhaus: Eine Spurensuche
Führung nach Bedarf

Cyriakkapelle

Cyriakkapelle
Bildrechte: Stefan Börner
Cyriakkapelle
Bildrechte: Stefan Börner
Cyriakkapelle
Bildrechte: Stefan Börner
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Altenburger Land: Radtour zu den Dorfkirchen im oberen Sprottental

Burgkirche Posterstein
Burgkirche Posterstein Bildrechte: Rafael Bies

Wo & Was Treffpunkt:
Dorfstraße 29
04626 Schmölln

Stationen: Nöbdenitz – Posterstein – Beerwalde – Großstechau – Ingramsdorf – Lohma

Start: 11:00 Uhr


Leipzig: St. Bonifatius

St. Bonifatius ist eine Gedächtniskirche für die Gefallenen des Katholischen Kaufmännischen Vereins und wurde 1930 geweiht. Die Kirche ist ein herausragender Bau der Zwischenkriegszeit in Sachsen und wurde nach Plänen des Architekten Theo Burlage als Zentralbau errichtet. Moderne Gegenwartsarchitektur mit ihren klaren Formen und ihrer Sachlichkeit (Art deco) bestimmen den Bau.

St. Bonifatius-Kirche

Bonifatiuskirche
Bildrechte: Stephan Radig
Bonifatiuskirche
Bildrechte: Stephan Radig
Bonifatiuskirche
Bildrechte: Stephan Radig
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Wo & Was Biedermannstraße 86
04277 Leipzig Connewitz

geöffnet von 15:00 - 18:00 Uhr
Führung: 17:00 Uhr


Leipzig: Radtour auf dem Christusweg

Wo & Was Treffpunkt:
An der Kirchgasse 4
04205 Leipzig

Geführte Radtour zu allen fünf Kirchen des Christusweges beginnend in Miltitz über die weiteren Stationen Lausen, Kulkwitz, Questiz bis nach Markranstädt.

Beginn 13:00 Uhr

Kontakt:
Thomas Becker,
0172 3697838
e-Mail: tbecker1@gmx.de


Dresden Löbtau: Friedenskirche

Die Friedenskirche ist ein denkmalgeschützter Sakralbau im Dresdner Stadtteil Löbtau. Die unter Einbeziehung von Resten des 1945 weitgehend zerstörten Vorgängerbaus errichtete Kirche zählt heute zu den 41 erhaltenen Notkirchen des Architekten Otto Bartning im deutschen Raum.

Wo & Was Wernerstraße 32
01159 Dresden Löbtau

geöffnet von 13:00 bis 17:00 Uhr
Führungen bzw. Erklärungen zum Gebäude nach Bedarf


Hohenstein-Ernstthal: St.Pius X.-Kirche

Die Kirche, in Form eines umgedrehten T, wurde zwischen 1997 und 1998 auf einem kleinen Hügel errichtet und am 20.09.1998 geweiht. Sie entstand nach Entwürfen der Kölner Architekten Peter Böhm und Christopher Schroeer. Prägende Elemente sind die rote Farbe des Betons, der großzügige Einsatz von Glas und drei Bögen in Form des griechischen Buchstabens Omega, die gleichzeitig einzelne Funktionsbereiche symbolisch trennen. Den Gegensatz dazu bildet das kleine Alpha im Altar als Anfangspunkt.

Wo & Was Grenzweg 17
09337 Hohenstein-Ernstthal

geöffnet von 12:00 bis 16:00 Uhr
Orgelmusik
Führungen: 12:30, 13:30 und 14:30 Uhr
Kontakt

Tel.: 03723 47003
e-Mail: kirchfuehrung-hot@vodafonemail.de

St. Pius X -Kirche

St. Pius Kirche
Bildrechte: Matthias Winderlich
St. Pius Kirche
Bildrechte: Matthias Winderlich
St. Pius Kirche
Bildrechte: Matthias Winderlich
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Dresden: Philippuskirche

Vor dem politischen Umbruch 1989 wurde das Gebäude vom Dresdener Architekten Ulf Zimmermann projektiert und dann von 1990-92 gebaut. Als ein Beispiel gelungener Sakralarchitektur wurde es im Jahr 2018 in die Denkmalliste aufgenommen.

Wo & Was Gemeindezentrum der ev.-luth. Philippus-Kirchgemeinde
Leutewitzer Ring 75
01169 Dresden Gorbitz

geöffnet von 14:00 bis 18:00 Uhr
Vortrag von Architekt Ulf Zimmermann zumThema: Die Moderne im Kirchenbau, Orgelmusik

Kontakt:
Thomas Böttrich
Ev.-Luth. Philippus-Kirchgemeinde
Tel.: 0351 4243867, 0178 3411434
e-Mail: t@boettrich-dresden.de

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. September 2019 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2019, 11:57 Uhr