Jetzt in der Mediathek ansehen Weihnachtliche Vesper aus Dresdner Frauenkirche spendet Zuversicht

Sachsens evangelischer Landesbischof Bilz hat bei der Weihnachtlichen Vesper aus der Dresdner Frauenkirche zu Hoffnung und Zuversicht aufgerufen. Ministerpräsident Kretschmer appellierte angesichts der traurigen Corona-Bilanz im Freistaat, nicht "falschen Propheten" zu folgen. Coronabedingt fand die Vesper am Donnerstag nachmittag in der Dresdner Frauenkirche und ohne Publikum statt. Traidionell kommen dazu seit 1993 tausende Menschen auf dem Neumarkt zusammen.

Weihnachtliche Vesper aus der Frauenkirche
Mitwirkende der Vesper: Ludwig Güttler (Musikalische Gesamtleitung), Ministerpräsident Michael Kretschmer, Sächsisches Vocalensemble, Landesbischof Tobias Bilz, Bariton Egbert Junghanns und Bass Gunther Emmerlich u.v.a. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz hat bei der vorweihnachtlichen Vesper in der Dresdner Frauenkirche zu Hoffnung und Zuversicht aufgerufen. Die Weihnachtsbotschaft von der Geburt Jesu treffe auf die angespannte Pandemie-Situation, "in der wir uns nichts sehnlicher wünschen als Erlösung und Befreiung", sagte Bilz am Donnerstag in seiner Predigt.

Ministerpräsident Kretschmer wendet sich gegen Hass

Ähnlich äußerte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in seinem Grußwort. Er appellierte angesichts der traurigen Corona-Bilanz im Freistaat, nicht "falschen Propheten" zu folgen. In Sachsen gebe es bezogen auf die Einwohnerzahl die meisten Menschen, die mit dem Virus gestorben seien. Dennoch gebe es Menschen, die die Existenz des Virus leugneten. Eine kleine radikale Minderheit habe es sich zum Ziel gesetzt, Zorn zu verbreiten, sagte Kretschmer.

Schweigen wir nicht, wenn Hass und Missgunst, den Verschwörungen, Kaltherzigkeiten und Bosheit die Stimme gegeben wird.

Michael Kretschmer Sächsischer Ministerpräsident

Landesbischof Bilz ruft auf zu Demut und Zuversicht

Bilz betonte, Menschen würden Tag für Tag darum ringen, wie sie die immer neuen Herausforderungen bewältigen sollen. "Wer sich den Umständen ausgeliefert fühlt, muss mit Ängsten fertig werden und braucht Ermutigung", sagte der Bischof: "Dort, wo gelitten wird, geht es darum, die nächsten Stunden und Tage irgendwie zu schaffen." Gerade unter diesen Umständen werde die Botschaft, dass Gott in einem Kind zu den Menschen gekommen sei, dringend gebraucht. Dort, wo ein kleines Kind sei, beugten sich Menschen herab in einer Haltung der Demut.

Ich wünsche mir in diesen Tagen, dass unsere selbstbewussten Ansprüche an das Leben klein werden, im Angesicht der Menschen, deren Leben gerade klein, schwach und gefährdet ist. Zugleich vertraue ich darauf, dass das Reich Gottes dort ist, wo sich Menschen nicht nur über die Kinderbetten beugen, sondern auch über die Betten der Kranken und Leidenden und ihnen dienen.

Tobias Bilz Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens

Wieder alles anders: Vesper ohne Publikum

Coronabedingt fand die Vesper in der Dresdner Frauenkirche und ohne Publikum statt wie schon 2020. Traditionell kamen bis dahin am Abend vor Weihnachten Tausende Menschen aus Dresden und Gäste aus dem In- und Ausland auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche zusammen, um den größten regelmäßigen Open-Air- Gottesdienst zu feiern: die Weihnachtliche Vesper.

Tradition seit 1993 bei Wind und Wetter auf dem Neumarkt

Mit diesem Termin begann seit 1993 für viele Dresdnerinnen und Dresdner das Weihnachtsfest. Am 23. Dezember 1993 fand die erste Weihnachtliche Vesper statt, noch vor dem aus den Trümmern der Ruine geborgenen Altar der Frauenkirche. Seitdem wurden über 400.000 Besucherinnen und Besucher gezählt, die sich bei Wind und Wetter, bei Schnee und Frostgraden gemeinsam auf das Weihnachtsfest einstimmten.

Weihnachtliche Vesper an der Dresdner Frauenkirche
Vor Corona: Tausende Menschen zur Vesper auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche Bildrechte: dpa

Dass sich Menschen einen Tag vor Weihnachten vor die Tür locken lassen würden, um zu singen und zu beten, war anfangs nicht ausgemacht. Als der Trompeter Ludwig Güttler dem damaligen Landesbischof Johannes Hempel seinen Plan von der musikalischen Spendensammelaktion für den Wiederaufbau am 23. Dezember erläuterte, war der zunächst skeptisch. Doch dann versammelten sich 1993 rund 50.000 Menschen vor der Ruine der Frauenkirche. Lange ist der Aufbau der Frauenkirche abgeschlossen, an der Beliebtheit der Vesper änderte das nichts.

Live-Übertragung im MDR, On demand in Mediathek

Umso bitterer, dass sie auch 2021 wieder aus Pandemiegründen ohne Publikum stattfinden musste. Dabei sein konnten alle Vesper-Fans dennoch via Live-Übertragung im MDR, die auch Tradition hat.

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