Lockerungen Wieder öffentliche Gottesdienste in Mitteldeutschland

Sachsen erlaubte als erstes Bundesland in der Corona-Krise ab dem 20.04. wieder öffentliche Gottesdienstfeiern, auch Thüringen zog vergangene Woche nach. In Sachsen-Anhalt sollen ab Anfang Mai öffentliche Gottesdienste unter Auflagen wieder zulassen werden.

Dompropst Tobias Przytarski steht bei der Probe für einen Gottesdienst, der wegen  des Coronavirus ohne Besucher Live gestreamt wird, in Berlin, vor dem Altar.
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Sachsen erlaubte als erstes Bundesland in der Corona-Krise wieder öffentliche Gottesdienstfeiern mit wenigen Gemeindemitgliedern. Zugelassen seien religiöse Versammlungen mit bis zu 15 Teilnehmern, sagte Ministerpräsident Kretschmer. Zuvor hatte sein Kabinett eine neue Corona-Schutzverordnung beschlossen, die am 20. April in Sachsen in Kraft trat. Demnach gelten auch für Taufen, Trauungen und Trauerfeiern gelockerte Bestimmungen. Vertreter der beiden großen Kirchen in Mitteldeutschland begrüßten dies. Der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Timmerevers, zeigte sich erleichtert. Sachsens evangelischer Landesbischof Bilz erklärte, die Landeskirche sei sich der Verantwortung bewusst, die diese Öffnung mit sich bringe.

In Thüringen wurden schneller als ursprünglich geplant wieder öffentliche Gottesdienste möglich. Bereits ab 23. April dürfen Religionsgemeinschaften demnach wieder mit bis zu 30 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder bis zu 50 Teilnehmern unter freiem Himmel öffentliche Gottesdienste feiern. Einen entsprechenden Beschluss hat das Kabinett am 22.April gefasst.

Gute Nachrichten auch für Gläubige in Sachsen-Anhalt: Gottesdienste ohne Gemeinde – das soll nun ein Ende haben. Ab Anfang Mai will die Landesregierung Gottesdienste unter Auflagen wieder zulassen. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte, Voraussetzung sei, dass die Religionsgemeinschaften vorab Schutzkonzepte vorlegten und vom Land genehmigen ließen.

Empfehlungen der Religionsgemeinschaften

Letzte Woche haben sich Religionsgemeinschaften mit Bund und Ländern über Konzepte für religiöse Feiern während der Coronavirus-Pandemie abgestimmt. Ihre Empfehlungen beruhen auf 15 Konzepten von Religionsgemeinschaften und Ergänzungen des Robert Koch-Instituts. Darunter befinden sich Vorschläge der beiden christlichen Kirchen, des Zentralrats der Juden sowie des Koordinationsrates der Muslime.

Empfehlungen für ihre Gemeinden haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Zentralrat der Juden bereits veröffentlicht. Um den Infektionsschutz sicherzustellen, müssen auch während der Gottesdienste die Hygiene- und Abstandsregeln beachtet werden.

Beten vor einem Laptop wo ein Online-Gottesdienst gestreamt wird.
Online-Gottesdienst Bildrechte: imago images/Action Pictures

Demnach soll die Teilnehmerzahl je nach Größe des Gebetshauses begrenzt werden. Die Gläubigen müssten zudem während der Gottedienste den vorgeschriebenen Abstand von eineinhalb bis zwei Meter einhalten. Dafür sollen Plätze in den Gebetshäusern abgesperrt oder markiert und das Betreten und Verlassen organisiert werden. Dies sollen Ordner gewährleisten. Auch empfehlen die Religionsgemeinschaften, die Laufwege möglichst als Einbahnwege zu führen, um ein Zusammentreffen der Gottesdienstbesucher zu verhindern.

Das gemeinsame laute Singen in der Gemeinde birgt den Angaben zufolge ein besonders hohes Infektionsrisiko. Deswegen soll darauf in den Gottesdiensten bis auf Weiteres verzichtet werden. Um Infektionsrisiken weiter zu mindern, wird zudem das Tragen von Mund-Nasen-Schutz empfohlen.

Taufen und Hochzeiten verschieben

Kirchen legen den Gemeinden nahe, Feiern die mit engerem physischen Kontakt verbunden sind, wie etwa Taufen, Hochzeiten, Erstkommunion oder Konfirmationen, vorerst zu verschieben. Zudem könnten gerade im Frühjahr und Sommer Freiluftgottesdienste eine gute Alternative zu geschlossenen Räumen sein.

Diese Woche soll über die Vorschläge der Religionsgemeinschaften erneut beraten werden.

Ihre Meinung

Sollten Kirchen für Gottesdienste bestimmten unter Auflagen wieder offen sein? Das ist das Ergebnis der aktuellen Befragung des MDR-Meinungsbarometers mdrFRAGT von mehr als 12.000 Bewohnern in den drei mitteldeutschen Ländern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 17. April 2020 | 22:35 Uhr

#Miteinander stark: Gottesdienste in der MDR-Mediathek

Gottesdienst im Erfurter Dom Erfurt 66 min
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