Anett Pötzsch, 2010
Bildrechte: dpa

Zu Gast im Riverboat Anett Pötzsch träumt den ewigen Traum von Olympia

Anett Pötzsch ist die erste deutsche Eiskunstläuferin, die olympisches Gold gewonnen hat. Das war am 23. Februar 1980. Heute träumt sie den olympischen Traum für die, die sie trainiert: Ein Leben für den Eiskunstlauf!

Anett Pötzsch, 2010
Bildrechte: dpa

Anett Pötzsch ist 19 Jahre alt, als sie zur Musik des amerikanischen Musicals "Funny Girl" bei den olympischen Spielen in Lake Placid am 23. Februar 1980 die Kür ihres Lebens läuft - und Gold gewinnt. Damit schreibt sie Geschichte, denn sie ist die erste deutsche Eiskunstläuferin, die eine olympische Goldmedaille erhält.

Anett Pötzsch
Anett Pötzsch 1980 in Lake Placid mit ihrer Goldmedaille Bildrechte: imago/Sven Simon

Mit dem Training hat die gebürtige Karl-Marx-Städterin im Alter von fünf Jahren begonnen. Später kommt sie zur Trainingsgruppe der ehemaligen Eiskunstlauf-Weltmeisterin Gabriele Seyfert, im Alter von 13 Jahren wechselt Anett Pötzsch zur DDR-Meistertrainerin Jutta Müller (Mutter von Gaby Seifert). Das harte Training zahlt sich aus: Bei den Europameisterschaften 1976 in Genf holt sich die junge Sportlerin ihre erste internationale Medaille, sie gewinnt Silber. 1977, 1978, 1979 und 1980 wird sie vier Mal in Folge Europameisterin. 1978 und 1980 erläuft sie sich den Weltmeistertitel und 1980 krönt Anett Pötzsch ihre Karriere mit olympischem Gold.

Wir sind die Kür vier bis sechs Mal pro Woche gelaufen. So kamen sicher 200 Läufe zusammen. Ich habe lange, hart und zielstrebig auf diesen Tag hingearbeitet. Mir war, als wären 100 Kilo Ballast von mir abgefallen. Mir ist gelungen, was viele, die genauso hart trainiert hatten, nicht geschafft haben.

Anett Pötzsch bild.de
Die ehemalige deutsche Eiskunstläuferin, Anett Pötzsch-Rauschenbach, aufgenommen am 15.01.2014 in der Trainingshalle der EnergieVerbund Arena in Dresden.
Anett Pötzsch 2014 als Trainerin in Dresden Bildrechte: dpa

Nach ihrem olympischen Sieg tritt Anett Pötzsch vom Eiskunstlaufen plötzlich zurück. Als Grund gibt sie Knieprobleme an. Anett Pötzsch geht nach Leipzig und studiert an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) Diplom-Sportlehrer. Im Anschluss arbeitet sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin und ist u.a. für die Ausbildung der Eiskunstlauftrainer verantwortlich. Außerdem beginnt sie, eine Doktorarbeit zu schreiben. Nebenher arbeitet sie bereits als internationale Preisrichterin z. Bsp. bei der EM 1988 in Prag und 1989 in Birmingham.

Nach der Wende absolviert Anett Pötzsch eine Lehre zur Bankkauffrau. Nach eigener Aussage kann sie mit ihrer Ausbildung zum Sportlehrer nichts mehr anfangen, die Arbeit an ihrer Doktorarbeit bricht sie ab. Auch die von ihr geplante Karriere als Preisrichterin kann sie zunächst nicht fortsetzen, da sie wegen ihres Mitwirkens in Kati Witts Film "Carmen on Ice" vom deutschen Eislaufverband bis 1993 als Profisportlerin eingestuft wird. 1999 wird Anett Pötzsch Landestrainerin des Sächsischen Eislaufverbandes, 2009 wechselte sie als Trainerin zum Dresdner Eislaufclub, seit Sommer 2017 arbeitet sie für den Olympiastützpunkt Mannheim.

Anett Pötzsch war von 1981 bis 1991 mit Axel Witt, dem Bruder von Katarina Witt, verheiratet, das Paar hat eine Tochter. 1994 heiratete Anett Pötzsch den früheren Eiskunstläufer Axel Rauschenbach, im selben Jahr wurde die gemeinsame Tochter geboren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Riverboat | 22. Februar 2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 10:36 Uhr

Stephan Grossmann auf der Welt-Filmpremiere ER IST WIEDER DA
Stephan Grossmann: Schauspieler Zu seinen bekanntesten Rollen zählt die des Volkspolizisten "Peter Görlitz" in der Erfolgsserie "Weissensee". In den Fernsehfilmen "Der Mann aus der Pfalz" und "München 72 – Das Attentat" bewies Stephan Grossmann, dass er das Format besitzt, Staatsmänner wie Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher glaubhaft zu verkörpern. Im "Riverboat" erzählt der gebürtige Dresdner, warum eine kleine rote Badehose in seiner Filmkarriere eine entscheidende Rolle spielte und Liebhaberrollen nicht seine Spezialität sind. Bildrechte: imago/Raimund Müller