Der tschechische Schauspieler Pavel Travnicek
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Aschenbrödel-Star Pavel Trávníček Prinz der Herzen im Riverboat

Weihnachtszeit ist Aschenbrödelzeit - in diesem Jahr ganz besonders, denn der beliebte Märchenfilm wird 45 Jahre alt. Zeit für einen Besuch des Prinzen: Pavel Trávníček kommt am 30. November ins Riverboat!

Der tschechische Schauspieler Pavel Travnicek
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Was wäre Weihnachten ohne "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"? Die Geschichte vom armen Aschenbrödel und ihrem Prinzen ist ein absoluter Klassiker in der Vorweihnachtszeit und die meisten können es kaum erwarten, sich endlich mit der Familie gemeinsam bei Tee und Keksen vor dem Fernseher zu versammeln und den Film anzusehen.

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45 Jahre alt wird der Kult-Märchenfilm in diesem Jahr. Es wird also viel zu erzählen geben, wenn am 30. November Pavel Trávníček auf das Riverboat aufsteigt. Seine Rolle als Prinz im Kult-Märchen bedeutete seinen Durchbruch als Schauspieler. Besonders in Märchenfilmen wurde er immer wieder gerne besetzt.

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel": das Filmteam

"Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht ...", viele können Aschenbrödels Rätsel mitsprechen. Der Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" verzaubert seit Jahrzehnten.

Aschenbrödel als Jäger verkleidet.
Libuše Šafránková "Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr!" – Des Rätsels Lösung? Klar, das Aschenbrödel! Gespielt von der damals 19-jährigen Libuše Šafránková. Lange hatte Regisseur Václav Vorlíček nach der Hauptdarstellerin für seine Märchenverfilmung gesucht. Dann fiel ihm Libuše Šafránková ein - sie hatte 1971 in der Verfilmung des Literaturklassikers "Babička" mitgespielt, ihre erste Rolle überhaupt. Vorlíček schickte ihr das Drehbuch und die junge Schauspielerin war begeistert von der Rolle des Aschenbrödel – ein junges Mädchen, das reiten, schießen, klettern konnte wie ein Junge und das mit dem König samt seiner Kumpanen Katz und Maus spielt. Libuše Šafránková jedenfalls gewann das Casting, verzauberte mit ihrer Anmut und Grazie die gesamte Filmcrew und wurde schließlich zur Traumprinzessin etlicher Generationen. Bildrechte: MDR/DEGETO
Aschenbrödel als Jäger verkleidet.
Libuše Šafránková "Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr!" – Des Rätsels Lösung? Klar, das Aschenbrödel! Gespielt von der damals 19-jährigen Libuše Šafránková. Lange hatte Regisseur Václav Vorlíček nach der Hauptdarstellerin für seine Märchenverfilmung gesucht. Dann fiel ihm Libuše Šafránková ein - sie hatte 1971 in der Verfilmung des Literaturklassikers "Babička" mitgespielt, ihre erste Rolle überhaupt. Vorlíček schickte ihr das Drehbuch und die junge Schauspielerin war begeistert von der Rolle des Aschenbrödel – ein junges Mädchen, das reiten, schießen, klettern konnte wie ein Junge und das mit dem König samt seiner Kumpanen Katz und Maus spielt. Libuše Šafránková jedenfalls gewann das Casting, verzauberte mit ihrer Anmut und Grazie die gesamte Filmcrew und wurde schließlich zur Traumprinzessin etlicher Generationen. Bildrechte: MDR/DEGETO
Aschenbrödel im festlichen Kleid mit Schleier vor den Augen hat den Prinz vollkommen verzaubert.
Pavel Trávníček Die Rolle des Prinzen machte den damals 23-jährigen Pavel Trávníček, der eigentlich Musik studiert hatte, über Nacht berühmt. Zuvor hatte er lediglich als Laie in einem kleinen Studentenfilm mitgewirkt. Den allerdings hatte der "Aschenbrödel"-Regisseur Václav Vorlíček gesehen und sich Trávníček für die Rolle des Prinzen vorgemerkt. Problematisch war, dass Trávníček nicht reiten konnte und Dialekt sprach. Das Reiten konnte er erlernen, den Dialekt aber nicht ablegen, so dass Trávníček auch in der tschechischen Fassung synchronisiert werden musste. Bildrechte: MDR/DEGETO
Die tschechische Schauspielerin Libuse Safrankova.
Mit ihrem "Aschenbrödel" wurde Libuše Šafránková, die von den Tschechen liebevoll "Libuschka" genannt wird, berühmt. Zunächst spielte sie noch in etlichen weiteren Märchenverfilmungen, ehe sie Ende der 1980er-Jahre zunehmend als Charakterdarstellerin gefragt war. Für ihre Darstellung der Sängerin Klara in dem mit einem "Oscar" ausgezeichneten Film "Kolja" bekam sie beispielsweise 1996 den "Tschechischen Löwen" verliehen, den bedeutendsten Filmpreis des Landes. Libuše Šafránková ist mit dem Schauspieler Josef Abrham verheiratet – bekannt vor allem durch seine Rolle als Chefarzt Dr. Blazey in der TV-Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt". Beide leben zurückgezogen und meiden die Öffentlichkeit. Libuše Šafránková betont stets, dass sie dem Aschenbrödel sehr viel zu verdanken habe, es aber auch noch ein Leben danach gab. Bildrechte: dpa
Pavel Travnicek
Der Prinz sollte die einzige große Rolle in der Karriere Pavel Trávníčeks bleiben. Zwar spielte er noch in einigen weiteren Märchenfilmen und TV-Produktionen in der CSSR und Tschechien mit, große Beachtung fanden sie kaum. Ende der 1990er Jahre gründete Trávníček zunächst eine Künstler-Agentur, später ein kleines Theater in Prag. In den Fokus der tschechischen Boulevard-Medien gerät Pavel Trávníček freilich regelmäßig - wegen seiner Passion für junge und sehr junge Frauen. Bildrechte: dpa
Rolf Hoppe
Rolf Hoppe Rolf Hoppe war Anfang der 1970er Jahre bei der DEFA auf die Bösewichter abonniert. Regisseur Václav Vorlíček aber gefielen Hoppes blaue Augen und seine markante kehlige Stimme. Und so besetzte er ihn kurzerhand als König. Und Hoppe hat sich gefreut, "weil es ein liebenswürdiger Vater ist, ein Papa". (Zitat aus: "Fünf Sterne für drei Haselnüsse", Berlin Adlershof GmbH 2008) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Rolf Hoppe als Friedrich Wieck, 2010
An seinen König im "Aschenbrödel" erinnert sich Rolf Hoppe, der in den 1980er Jahren eine Weltkarriere machte, auch später noch gern: "Für mich war’s schön, dass ich für Kinder spielen durfte. Und werde auch heute noch oft begrüßt als König."

(Zitat aus: "Fünf Sterne für drei Haselnüsse", Berlin Adlershof GmbH 2008)
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König, Königin und Prinz
Karin Lesch Rolf Hoppe hatte sich seine Gemahlin, die Königin, selbst aussuchen dürfen. Schön, intelligent und liebenswürdig sollte sie sein. „Und da habe ich die von mir hochverehrte Karin Lesch mitgebracht.“
Die 1935 in Zürich geborene Karin Lesch (ganz rechts im Bild) war mit ihrer Mutter 1951 in die DDR übergesiedelt. In den 1950er und 1960er Jahren hatte sie in einigen Märchenfilmen der DEFA mitgewirkt und spielte in Dresden Theater.
1974 verliert sich ihre Spur. Bekannt ist lediglich, dass sie mit dem Regisseur und späteren DEFA-Generaldirektor Hans-Dieter Mäde verheiratet war und sehr zurückgezogen in der Nähe von Berlin lebt. Als Schauspielerin ist sie nie wieder in Erscheinung getreten.
2013 gab sie dem "Tagblatt der Stadt Zürich" ein kurzes Interview. Gefragt nach ihren Erinnerungen an "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", sagte sie: "Der Film beschwört – ohne Zeigefinger! – die Solidarität der Anständigen. Und nicht zuletzt ist in ihm Humor allgegenwärtig."
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Die Stiefmutter mit Dora auf dem Ball des Königs.
Daniela "Dana" Hlaváčová Daniela "Dana" Hlaváčová (links vorne), Aschenbrödels pummelige und garstige Stiefschwester, erinnert sich vor allem an die Kälte bei den Dreharbeiten: "Bis heute wundere ich mich, dass wir nicht erfroren sind. Bei einer Aufnahme hat Libuše Šafránková rote Hände - das war nicht künstlich, es war Wirklichkeit!" Daniela Hlaváčová schwierigste Szene: Als sie mit ihrer Kutsche in einen See rutscht. Den Sturz selbst übernahmen zwar Stuntmen, ins Wasser musste die hochschwangere Dana Hlaváčová aber doch steigen. Immerhin hatte man ein Podest errichtet, so dass sie nur mit den Füßen im eisig kalten Wasser stehen musste: "Ich stand 15 cm über dem Wasser, alle hatten aber trotzdem Angst, dass mir was passiert - in meinem Zustand. Der Winter war grässlich!"

(Zitate: Jana Podskalská, Utajené lešení, in: Televize, 2002)
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Dana Hlavacova
Bis 2005 spielte Daniela Hlaváčová in etwa dreißig tschechoslowakischen und tschechischen Fernsehserien mit und leitete auch eine kleine private Kunstschule in Prag. Bildrechte: dpa
Die böse Stiefmutter mit ihrer Tochter
Carola Braunbock Ihre Darstellung der "bösen Stiefmutter" ist sicherlich eine Sternstunde in der Karriere der Schauspielerin Carola Braunbock (rechts im Bild).
1924 in Böhmen geboren, spielte Carola Braunbock seit Anfang der 1950er Jahre unter den Regisseuren Wolfgang Staudte, Konrad Wolf oder Kurt Maetzig an der Seite von Manfred Krug, Hilmar Thate, Ekkehard Schall oder Ruth-Maria Kubitschek in etlichen DEFA-Produktionen.
Als Carola Braunbock in den letzten Tagen der "Aschenbrödel"-Dreharbeiten plötzlich anfing, Tschechisch zu sprechen, erschrak Regisseur Václav Vorlíček: "Ich weiß nicht, was sie alles mitbekommen hat, wenn die Maskenbildner zueinander sagten: 'Kämm doch mal die Olle'. Aber ich glaube nicht, dass so etwas fallengelassen wurde. Es ist zumindest kein Fauxpas passiert."
Carola Braunbock starb 1978 in Berlin.

(Zitat aus: www.dreihaselnuessefueraschenbroedel.de)
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Der Prinz schießt dem Diener Vicek ein Vogelnest vom Baum. Darin findet Vicek 3 Haselnüsse.
Vladimír Menšík Vladimír Menšík, der den Knecht Vinzek verkörpert, war einer der großen tschechischen Schauspieler und Komödianten. Er spielte in zahllosen Filmen mit, etwa in "Das Mädchen auf dem Besenstiel","Pan Tau", "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" oder in Milos Formans "Die Liebe einer Blondine".
Vladimír Menšík starb 1988, keine 59 Jahre alt.
In der deutschen Fassung des "Aschenbrödel" leiht ihm übrigens Kurt Böwe seine Stimme.
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Der Prinz und seine zwei Begleiter stellen das Aschenbrödel zur Rede, weil es dem Prinzen einen Schneeball an den Kopf geworfen hatte.
Vítězslav Jandák Der 1947 in Prag geborene Vítězslav Jandák (links in der blauen Hose) zweifelte stets daran, ob er überhaupt ein richtiger Schauspieler sei, unter anderem deswegen, weil er sich keine Texte merken kann. Diesbezüglich muss ihm seine Rolle als Begleiter des Prinzen gut gefallen haben - hatte sein "Kamil" im Ganzen doch nicht mehr als fünf zusammenhängende Sätze zu sagen, ansonsten waren eher Jandáks pantomimischen Fähigkeiten bei den Dreharbeiten gefragt. Reiten hatte er allerdings vorher noch lernen müssen. Bildrechte: MDR/DEGETO
Viteszlav Jandak
In späteren Jahren verkörperte der zunehmend korpulent wirkende Jandák vor allem Respekt heischende Amtspersonen in Dutzenden Fernsehfilmen: Polizisten, Offiziere und Staatsanwälte. 2005 zog es Jandák in die Politik: bis 2013 war er parteiloses Mitglied des Abgeordnetenhauses und 2006 sogar ein Jahr lang Kulturminister Tschechiens. Bildrechte: dpa
Der Prinz (Pavel Trávnícek, Mitte) umgeben von seinen Untertanen, blickt entzückt der schönen hinetrher, der der Schuh gehört.
Jiří Růžička Bereits als Kind stand der 1953 als Sohn der Schauspielerin Helena Růžičková geborene Jiří Růžička in etlichen Rollen vor der Kamera. Im "Aschenbrödel" spielte er den ebenso tollpatschigen wie leicht vorwitzigen Küchenjungen (ganz rechts). Seine Mutter war in dem Film ebenfalls zu sehen, als "Kleinröschen" - eine voluminöse Dame, die den Prinzen beim großen Ball zum Tanz entführt und ordentlich herumwirbelt. Jiří Růžička, der auch später fast ausschließlich drollige, jedoch stets gutmütige Charaktere verkörperte, starb 1999 nach langer Krankheit. Bildrechte: MDR/Degeto
Vaclav Vorlicek
Václav Vorlíček Ursprünglich hatte Regisseur Václav Vorlíček das Märchen im Sommer drehen wollen: Aschenbrödel sollte über Wiesen reiten und Blumen im Haar tragen. Aber dagegen hatte die DEFA etwas, aus rein wirtschaftlichen Gründen: Sie wollte ihre Mitarbeiter in der auftragsarmen Winterszeit beschäftigt wissen. Es gab lange Zeit keine Lösung: Vorlíček bestand auf Sommer, die DEFA auf Winter. Dann sah Vorlíček in einer Ausstellung das Bild „Jäger im Schnee“ von Pieter Breughel. Es gefiel ihm ungemein und er fand nun die Vorstellung, Aschenbrödel durch eine Winterlandschaft reiten zu lassen, durchaus reizvoll. Bei den Dreharbeiten verliebte sich Vorlíček geradezu in die idyllische weiße Landschaft, durch die sein Aschenbrödel verträumt reitet. Bildrechte: imago/CTK Photo
Karel Svoboda
Karel Svoboda Karel Svoboda war kaum dreißig, als er Mitte der sechziger Jahre zu einer Berühmtheit im Showgeschäft der CSSR avancierte: Alle sangen seine Lieder, ob Vaclav Neckar, Helena Vondrackova oder Karel Gott...
Weltgeltung erlangte Svoboda in den siebziger Jahren als Komponist für die Filme "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", "Pinocchio", "Niels Holgersson" und vor allem "Biene Maja".
2007 erschoss sich Karel Svoboda. Er war 69 Jahre alt. Die Medien spekulierten über eine unheilbare Krankheit oder die Angst des Komponisten vor dem Alter. "Es müssen tiefe Gründe gewesen sein", sagte sein Freund Karel Gott, "denn er war ein Genie, das aus dem Vollen schöpfte und das Leben genoss." (Über dieses Thema berichtete der MDr auch am 26.12.2018 | 16:00 Uhr.)
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Die Stimme der Stars

Auch als Synchronsprecher ist der Tscheche Trávníček sehr aktiv: Er leiht unter anderem den Hollywood-Stars Jeff Goldblum und Alec Baldwin seine Stimme. Außerdem gründete er in Prag ein Theater, das er nicht nur als Intendant führt, sondern auch als Schauspieler darin aktiv ist. Ein echtes Tausendsassa also, das das Riverboat kurz vor dem ersten Advent beehrt!

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Riverboat | 30. November 2018 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2018, 15:20 Uhr