Boxlegende zu Gast Axel Schulz blickt im Riverboat zurück

Boxlegende Axel Schulz steigt am 18. Dezember auf das Gästedeck des Riverboats auf. Wir schwelgen in Erinnerungen an die großen Kämpfe in der bewegten Karriere des Publikumslieblings und freuen uns auf seinen Besuch.

Es sollte der ganz große Erfolg auf der ganz großen Bühne werden: Am 22. April 1995 kämpfte der 26-jährige Boxer Axel Schulz aus dem Landkreis Oder/Spree in der "Stadt der Sünde" Las Vegas gegen den früheren Muhammad Ali-Gegner George Foreman um die WM-Krone im Schwergewicht des Boxverbands IBF (International Boxing Federation). Obwohl die Box-Legende Foreman zum Zeitpunkt des Kampfes bereits stolze 46 Jahre alt war, ging er als Favorit in den Kampf mit dem international unbekannten Boxer aus Deutschland. Dass die Wahl auf Axel Schulz als Gegner fiel, war ebenso überraschend wie der Erfolg Foremans bei dessen Comeback ein halbes Jahr zuvor gegen Michael Moorer, das ihm den Weltmeistergürtel brachte.

"Schmelings Enkel"

Der einzige deutsche Box-Weltmeister aller Klassen Max Schmling hatte noch ein paar Tipps für Box-Profi Axel Schulz vor dessen Weltmeisterschafskampf im Schwergewicht gegen Titelverteidiger George Foreman
Axel Schulz holt sich bei Max Schmeling ein paar Tipps ab. Bildrechte: dpa

Die amerikanischen Medien machten Schulz aus PR-Zwecken kurzerhand zum indirekten Nachfahren Max Schmelings. Und er lieferte dem Box-Star aus den USA einen großen Kampf. Der Fight ging über die volle Zeit - und das war Foremans Glück. In der letzten Runde schaffte es Schulz, den Koloss "Big" George Foreman mit einer Kombination aus Schlägen um ein Haar auf die Matte zu schicken. Es half ihm wenig: Unter den entsetzten Blicken und Buhrufen des Publikums wurde George Foreman von den Punktrichtern zum Sieger erklärt. Axel Schulz brachte seine Meinung zum Kampf später auf den Punkt und zeigte sich als guter Verlierer:

Natürlich war Georges Punktsieg ein Witz. Aber, wenn man mit so einer Legende im Ring steht, muss man seinen Gegner für einen Sieg eben umhauen. Das ist mir nicht gelungen - Punkt.

Fortsetzung folgt(e)...

Dem Publikum gefiel der deutsche Shootingstar und der Boxverband IBF machte sich umgehend daran, einen Rückkampf zu organisieren - einzig: Der Titelverteidiger wollte nicht mehr. Den Titel des Weltmeisters musste Foreman daraufhin abgeben. Für Schulz sollte es zu einer zweiten Chance kommen, mit einem anderen Gegner.

Schulz versus Botha

Francois Botha und Axel Schulz
Kontrahenten: Francois Botha und Axel Schulz. Bildrechte: dpa

Ein gutes halbes Jahr später und auf den Tag einen Monat nach seinem 27. Geburtstag hatte Axel Schulz dann die Möglichkeit, sich selbst ein nachträgliches und riesengroßes Geburtstagsgeschenk zu machen: Da Foreman nicht mehr gegen den Brandenburger zum Rückkampf antreten wollte, war der Weltmeistertitel im Schwergewicht des Boxverbands IBF wieder frei und Schulz war Anwärter Nummer Eins. Gegner sollte der weitgehend unbekannte Südafrikaner Francois Botha sein, auch genannt: "The White Buffalo".

Der Büffel kann boxen

Die Begeisterung in Deutschland für den Kampf stieg im Vorfeld ins Unermessliche an. Axel Schulz, der in den Augen vieler Fans und auch Experten den Kampf gegen Foreman zu Unrecht verloren hatte, sollte nun endlich seine verdiente Krönung als Weltmeister bekommen. 18 Millionen Menschen verfolgten in Deutschland das Spektakel im Fernsehen, tausende waren live in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle dabei. Der Kampf sollte dann einige überraschen: Axel Schulz konnte weder seinen Heimvorteil nutzen, noch konnte er seiner Favoritenrolle gerecht werden. Schulz boxte zu zurückhaltend und konnte Botha nicht genug unter Druck setzen - dieser zeigte sich stärker als erwartet. Je länger der Kampf dauerte, desto mehr merkte man beiden Kämpfern die Erschöpfung an. Wie schon gegen Foreman musste auch dieser WM-Kampf durch die Punktrichter entschieden werden. Sie votierten ganz knapp für Botha - sehr zum Missfallen der Zuschauer in der Halle: Flaschen und Gläser flogen in den Ring. Doch es half alles nichts: Die Entscheidung der Punktrichter stand und Francois Botha war Weltmeister...oder doch nicht?

"No Contest"

Der WM-Titel sollte nicht lange bei Francois Botha bleiben. Nur einige Tage nach seinem umstrittenen Sieg gegen Schulz wurde Botha Doping durch das anabole Steroid Nandrolon nachgewiesen. Nun hatte zwar Botha den Titel nicht mehr, Schulz bekam ihn aber auch nicht zuerkannt. Der Titelkampf in Stuttgart stand fortan unter der Bezeichnung "no contest" - Kampf ohne Ergebnis.

Entschuldigung

Es sollte lange dauern, bis es zu einer Aussprache zwischen den beiden Boxern kam. Jahre später besuchte Botha Axel Schulz in Brandenburg und brachte etwas zur Entschuldigung mit: einen symbolischen WM-Gürtel, den er an Schulz überreichte. Dabei hätte Axel Schulz auch nach dem annulierten Kampf gegen den Südafrikaner noch einmal die Chance gehabt, den Gürtel in die Luft zu recken - 1996 bekam er die dritte Chance, sich endlich in die Geschichtsbücher des Boxens als Champion einzutragen - gegen den Amerikaner Michael Moorer aus New York kämpfte er um den wieder vakanten Titel der IBF.

So schließt sich der Kreis

Trainer Teddy Atlas hebt nach Ende des Weltmeisterschaftskampfes im Schwergewicht nach Version der IBF am 22.6.1996 im Dortmunder Westfalenstadion den Arm seines Schützlings Michael Moorer in die Höhe
Michael Moorer ist wieder Weltmeister. Bildrechte: dpa

Und siehe da: Es geht auch ganz ohne Skandale. Im Gegensatz zum Südafrikaner Francois Botha, den vor seinem Skandalsieg gegen Schulz außerhalb seines Heimatlandes nur wenige kannten, kam mit Moorer ein anderes Kaliber vor die Schulz-Fäuste. Der Kampf selbst ging über die volle Distanz und fand in Moorer nach zwölf Runden einen verdienten Sieger nach Punkten. Er durfte sich den IBF-Weltmeistergürtel umschnallen - wieder, denn Moorer hatte den Gürtel bereits getragen und dann an George Foreman verloren. Michael Moorers nächster Kampf fand übrigens ein halbes Jahr später gegen Francois Botha statt. Er besiegte ihn durch technischen K.O. in der zwölften Runde - und blieb Weltmeister.

Wir freuen uns auf den Besuch der deutschen Boxlegende Axel Schulz im Riverboat und sind gespannt auf die großen und kleinen Geschichten aus dem Boxzirkus am 18. Dezember.

Dies sind die weiteren Gäste im Riverboat am 18. Dezember

Zu Gast Riverboat-Gäste am 18. Dezember

Kim Fisher und Jörg Kachelmann begrüßen am 18. Dezember Axel Schulz, Claudia Michelsen, Ross Antony, Paul Reeves & Ute Freudenberg, Dr. Franziska Rubin, Hardi Busche, Gitta Schweighöfer und Bernhard Bettermann.

Ross Antony, Paul Reeves, Ute Freudenberg
Ross Antony, Paul Reeves, Ute Freudenberg - Schlagerstars mit gemeinsamen Projekt Bildrechte: Telamo / Andre Weimar
Ross Antony, Paul Reeves, Ute Freudenberg
Ross Antony, Paul Reeves, Ute Freudenberg - Schlagerstars mit gemeinsamen Projekt Bildrechte: Telamo / Andre Weimar
Franziska Rubin
Franziska Rubin - TV-Ärztin Bildrechte: MDR/Axel Berger
Gitta Schweighöfer
Gitta Schweighöfer - Schsuspielerin Bildrechte: imago images / Tinkeres
Bernhard Bettermann
Bernhard Bettermann - Schauspieler Bildrechte: MDR/Saxonia Media
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Riverboat | 18. Dezember 2020 | 22:00 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Riverboat | 18. Dezember 2020 | 22:00 Uhr