Boxen | Kampfabend in Las Vegas Tom Schwarz chancenlos gegen Tyson Fury

Bittere Niederlage für Tom Schwarz. Beim ersten Auftritt auf der ganz großen Bühne im MGM Grand in Las Vegas musste er früh die Überlegenheit von Ex-Weltmeister Tyson Fury anerkennen. Von einem Niederschlag in Runde zwei konnte sich der Magdeburger nicht mehr erholen, und wurde kurz vor dem Rundenende aus dem Kampf genommen. Einem anderen SES-Kämpfer gelang dagegen ein Erfolg.

Das hatte sich Tom Schwarz sicherlich ganz anders vorgestellt. Nicht mal zwei Runden hat der SES-Boxer gegen den linearen Weltmeister Tyson Fury durchgehalten, dann war der Kampf schon vorbei. Nach zahlreichen Showeinlagen in der Woche vor dem Kampf machte Fury von Beginn an ernst und ließ keinen Zweifel am Sieger aufkommen. Zwar hatte Tom Schwarz in der ersten Runde die Ringmitte inne, aber die Aktionen gingen alle von Fury aus, der mit seiner unglaublichen Reichweite Treffer setzte, aber außerhalb der Distanz von Schwarz blieb.

In der zweiten Runde wurde Schwarz dann offensiver, ging aggressiv in Fury rein und brachte die ersten Treffer ins Ziel. Das aber schien die Bestie im Briten geweckt zu haben. Erst lächelte er, dann ließ er die Deckung hängen und plötzlich attackierte er. Kurz darauf war Tom Schwarz nach einer krachenden Rechten durch die Deckung das erste Mal am Boden. Und davon konnte sich der 25-Jährige nicht mehr erholen. Mit Doppeldeckung stand Schwarz in der Ringecke und kassierte die Schläge von Fury, bis der Ringrichter ihn wenige Sekunden vor der Pausenglocke aus dem Kampf nahm.

Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Tom Schwarz wird vom Ringrichter aus dem Kampf genommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Bilder vom Duell Fury gegen Schwarz

Tom Schwarz läuft in den Ring
Topmotiviert zog Tom Schwarz zur Ringschlacht gegen Tyson Fury. Da ahnte er sicherlich noch nicht, dass es gar nicht mal so lange gehen wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Fury läuft in den Ring
Ein Mann gemacht für die Show. Der Brite Tyson Fury kommt in Las Vegas als "Uncle Sam" zum Ring - er suchte Tom Schwarz und fand ihn recht schnell. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Daraufhin musste Schwarz zu Boden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kampfszene Tom Schwarz gegen Tyson Fury
Und er kam nicht mehr richtig zurück. Fury stellte ihn in der Ringecke und ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Der klare Sieger hieß also Tyson Fury. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tyson Fury singt
Danach gab es mal wieder ein Ständchen von Fury. Wie schon nach dem Sieg gegen Wladimir Klitschko trällerte er "I Don't Want To Miss A Thing" von Aerosmith. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz läuft in den Ring
Topmotiviert zog Tom Schwarz zur Ringschlacht gegen Tyson Fury. Da ahnte er sicherlich noch nicht, dass es gar nicht mal so lange gehen wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Nach einer zaghaften ersten Runde versuchte Tom Schwarz sein Glück im zweiten Durchgang in der Offensive. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Allerdings zog er sich damit den Zorn von Fury zu, der mit seinen "Betonfäusten" einfach durch die Deckung von Schwarz krachte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kampfszene Tom Schwarz gegen Tyson Fury
... deckte ihn mit einem Schlaghagel ein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kampfszene Tom Schwarz gegen Tyson Fury
Am Ende blieb dem Referee nichts anderes übrig, als den wehrlosen Schwarz zu schützen und ihn aus dem Kampf zu nehmen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Dass Fury und Schwarz auf einer Wellenlänge liegen, hatte man schon bei den öffentlichen Terminen vor dem Boxabend mitbekommen. Auch nach dem Kampf ging Fury direkt zu seinem Kontrahenten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Dabei bot er ihm auch ein gemeinsames Training in England an. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Tyson Fury singt
Danach gab es mal wieder ein Ständchen von Fury. Diesmal trällerte er "I Don't Want To Miss A Thing" von Aerosmith. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Schläge haben sich wie Beton angefühlt.

"Ich hab alles gegeben. Ich wollte gewinnen, deswegen bin ich offensiv reingegangen. Ich hätte mich auch hinter der Doppeldeckung verstecken können, aber das hätte ich nicht mir meiner Ehre vereinbaren können. Ich war topfit, ich kann mir nichts vorwerfen, habe im Training nichts falsch gemacht. Deswegen tut es mir noch mehr Leid. Die Schläge haben sich angefühlt wie Beton, ich muss mich jetzt erstmal anschauen", erklärte ein gezeichneter Schwarz dann am MDR-Mikrofon, gab sich aber optimistisch: "Ich bin Kämpfer und hätte weitermachen können. Aber ich bleibe bei meinem Ziel, Weltmeister zu werden. Und das schaffe ich auch - 100-prozentig."

Einer, der ihn auf dem Weg dahin unterstützen könnte, ist ausgerechnet Tyson Fury. Nach einer Begrüßung der TV-Zuschauer auf Deutsch ("Guten Abend, Deutschland. Ich bin der Weltmeister aus Großbritannien") erklärte er, dass er Schwarz direkt nach dem Kampf nach Manchester eingeladen habe, um gemeinsam mit ihm zu trainieren. "Er ist noch jung, deswegen möchte ich ihm diese Chance geben", so Fury, der seine perfektionierten Meidbewegungen an Schwarz weitergeben will. "Er wird stärker zurückkommen. Ihr werdet das schon sehen", kündigte der Schwarz-Bezwinger an.

Tom Schwarz boxt gegen Tyson Fury
Die Rechte von Fury fliegt durch die Doppeldeckung von Schwarz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Peter Kadiru holt vierten Sieg

Mit einem zu keinem Zeitpunkt gefährdeten Sieg hat Schwergewichtler Peter Kadiru seine weiße Weste bewahrt und dem SES-Stall einen Sieg im Box-Mekka von Las Vegas beschert. Der US-Amerikaner Juan Torres konnte dem Hamburger nie wirklich gefährlich werden. In dem auf vier Runden angesetzten Kampf, gab Kadiru bei den drei Punktrichtern keine Runde ab. In der zweiten Runde brachte der 21-Jährige seinen Gegner mit einem krachenden Aufwärtshaken ins Wanken. Auch eine gute Schlagserie im dritten Durchgang machte Eindruck bei den Punktrichtern. Kadiru nutzte seine Reichweitenvorteile und ließ den zwölf Kilogramm schwereren und zehn Jahre älteren Torres nur selten an sich heran. Besonders in der letzten Runde setzte Torres noch einmal alles auf eine Karte. Seine Schläge landeten aber fast ausschließlich in der Deckung von Kadiru.

"Ich war schon ein bisschen nervös, es ist schließlich eine megagroße Boxstätte. Ich bin einfach nur froh, dass ich hier boxen durfte und dass ich meinen Kampf gewinnen konnte. Es ist eine Megaerfahrung und ich würde mich freuen, hier noch einmal zu boxen - vielleicht ja sogar im Hauptkampf", lautete das Fazit von Kadiru nach seinem ersten Auftritt in Amerika.

Peter Kadiru wird vom Ringrichter zum Sieger erklärt
Peter Kadiru wird vom Ringrichter zum Sieger erklärt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Raphael Honndorf

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2019, 15:21 Uhr