Axel Schulz und Michael Moorer
Bildrechte: dpa

Axel Schulz kommt ins Riverboat Die letzte WM-Chance

Axel Schulz war ein Ausnahme-Boxer. Die ganz großen seiner Kämpfe gingen allerdings alle verloren. Wir werfen in drei Teilen einen nostalgischen Blick auf die wichtigsten Fights des Brandenburgers.

Axel Schulz und Michael Moorer
Bildrechte: dpa

Teil 3: Schulz versus Moorer

Eines vorne weg: Es geht auch ganz ohne Skandale. Nach den Kämpfen gegen Foreman und Botha hatte man bei Axel Schulz beinahe das Gefühl, sobald der Boxliebling der Massen aus Frankfurt/Oder den Ring betritt, ziehen dunkle Wolken über dem Ring auf und alles - nicht nur im Ring, sondern auch drum herum - verschwört sich gegen ihn.

Axel Schulz und Michael Moorer
Axel Schulz und Michael Moorer beim Pressetermin vor ihrem WM-Kampf. Bildrechte: dpa

Waren es beim WM-Kampf gegen Foreman noch "nur" die Punktrichter, die nach Publikums- und Expertenmeinung eine krasse Fehlentscheidung gefällt hatten, setzte das Schicksal beim Kampf gegen Francois Botha um die internationale Boxkrone noch einen drauf: Botha gewann (auch wieder umstritten) den Kampf, wurde aber nur wenige Tage nach seinem Triumph des Dopings mit anabolen Steroiden überführt und durfte seinen Titel gleich wieder abgeben. Nun ging der Titel dadurch keineswegs an Schulz. Allerdings bekam dieser stattdessen noch eine dritte Chance, seinen Traum vom Weltmeistergürtel endlich wahr zu machen. Ein halbes Jahr nach der Skandalniederlage gegen Botha kämpfte Axel Schulz gegen Michael Moorer.

Der Ex-Ex-Weltmeister

Im Gegensatz zum Südafrikaner Francois Botha, den vor seinem Skandalsieg gegen Schulz außerhalb seines Heimatlandes nur wenige kannten, kam mit Moorer ein anderes Kaliber vor die Schulz-Fäuste. Der Amerikaner aus New York City hatte etwas mit Schulz gemeinsam: Sie beide hatten gegen George Foreman verloren. Allerdings war Moorer im Gegensatz zu Schulz im Kampf gegen Foreman zwar auch über lange Zeit der bessere Boxer, er verlor den Kampf aber nicht wie Schulz durch eine höchst umstrittene Punktrichter-Entscheidung, sondern durch einen glatten K.O. in der zehnten Runde. Und noch eine weitere Sache unterschied die beiden Kämpfer Moorer und Schulz: Moorer war Weltmeister bevor Foreman ihn K.O. schlug - Schulz blieb der Titel verwehrt.

Trainer Teddy Atlas hebt nach Ende des Weltmeisterschaftskampfes im Schwergewicht nach Version der IBF am 22.6.1996 im Dortmunder Westfalenstadion den Arm seines Schützlings Michael Moorer in die Höhe
Michael Moorer jubelt mit seinem Trainer nach dem gewonnen WM-Kampf gegen Axel Schulz. Der kann es nicht fassen - auch bei seinem dritten Anlauf um die Boxkrone geht er leer aus. Bildrechte: dpa

Der Kampf selbst ging über die volle Distanz und fand in Moorer nach zwölf Runden einen verdienten Sieger nach Punkten. Er durfte sich nach seiner Niederlage gegen Foreman zum zweiten Mal den Weltmeister-Gürtel des Boxverbands IBF (International Boxing Federation) umschnallen. Axel Schulz hatte damit seine letzte Chance auf den Weltmeister-Titel verwirkt. Es war keineswegs sein letzter großer Kampf - er boxte zum Beispiel 1999 gegen Wladimir Klitschko um den Europameistertitel - aber er musste nach zwei Skandal-Matches und einer fairen Niederlage seinen Traum von der Weltmeisterkrone hinter sich lassen. Michael Moorers nächster Kampf fand übrigens ein halbes Jahr später gegen Francois Botha statt. Er besiegte ihn durch technischen K.O. in der zwölften Runde - und blieb Weltmeister.

Hier geht es zu Teil 1 und 2 der wichtigsten Axel Schulz-Kämpfe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Riverboat | 30. November 2018 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2018, 18:30 Uhr