Ulrike Krumbiegel
Bildrechte: IMAGO

Ulrike Krumbiegel Die Glaubwürdige

Sie gehört zu den Schaupielerinnen, die häufig als "Charakterdarstellerin" apostrophiert werden. Wenn das eine Auszeichnung für besonders glaubwürdiges Spiel sein soll, dann stimmt es in ihrem Fall: Ulrike Krumbiegel.

Ulrike Krumbiegel
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Wenn man den Begriff "Charakterdarstellerin" verwendet, betritt man damit ein Mienenfeld, denn: Was soll das schon heißen? Dass jemand Rollen spielt, die mehr auf die Verkörperung innerer Werte ausgelegt sind als auf die äußeren? Oder, schlimmer noch, dass jemand das Alter erreicht hat auch vielschichtigere Charaktere zu spielen und - im Umkehrschluss - nicht mehr für jene Rollen in Frage kommt, die Jugendlichkeit erfordern? Auch nicht charmant.

Nun ist Ulrike Krumbiegel eine Schauspielerin, die gern als Charakterschauspielerin angekündigt wird. Und bei ihr kann man tatsächlich zustimmen, denn ihr gelingt es in guter Regelmäßigkeit, abgründige Charaktere mit großer Glaubwürdigkeit darzustellen. Einigen wir uns also auf eine derart lautende Definition von Charakterdarstellerin. Außerdem ist Krumbiegel beim Rückblick auf ihr bisheriges schauspielerisches Schaffen in dieser Hinsicht selbst nicht zimperlich.

Gern auch "weniger problembehaftet"

So spielte Krumbiegel zwischen 2003 und 2013 an der Seite von Dieter Pfaff in der Reihe "Bloch". Neben Dieter Pfaff als Psychotherapeut Bloch, der gern und viel mit sich selbst zu tun hatte, wirkte die stabile Partnerin, die Krumbiegel verkörperte, stets alles andere als dem Abgrund nah. Für die Rolle bedankte sich Krumbiegel einst, da sie "weniger problembehaftet sei" und sich "vom Bild der gebeutelten Frau abhebt", die sie ansonsten so häufig spiele.

Ihre Rollen

Sie spielt im Theater, auf der Leinwand und im Fernsehen mit größter Glaubwürdigkeit. Einige Rollen von Ulrike Krumbiegel.

Ulrike Krumbiegel als Kätchen, 1991
Ulrike Krumbiegel als Kätchen von Heilbronn, 1991, am Deutschen Theater. Bildrechte: dpa
Ulrike Krumbiegel als Kätchen, 1991
Ulrike Krumbiegel als Kätchen von Heilbronn, 1991, am Deutschen Theater. Bildrechte: dpa
Klaus J. Behrendt als Jochen, Götz George als Richard und Ulrike Krumbiegel als Anja, 2002
2002 an der Seite von Götz George und Klaus J. Behrendt: "Nach Hause in die Fremde". Bildrechte: dpa
Barbara Stille (Ulrike Krumbiegel) bewundert Ollis ((Tom Wlaschiha) Tattoo.  Thomas Stille (Wolfgang Stumph) meldet Wasser im Erdgeschoss.
2011: An der Seite von Wolfgang Stumph und Tom Wlaschiha (nicht im Bild) im Flut-Drama "Stilles Tal". Bildrechte: MDR/ Conny Klein
Ulrike Krumbiegel, 2003
Bei der Entgegennahme des Deutschen Fernsehpreises für die Rolle in "Geschlecht: weiblich" 2003. Bildrechte: dpa
Dieter Pfaff als Dr. Maximilian Bloch und Ulrike Krumbiegel als Clara, 2012
Von 2003 bis 2013 spielte Ulrike Krumbiegel an der Seite Dieter Pfaffs die Lebensgefährtin des Psychotherapeuten Bloch. Bildrechte: dpa
 Ulrike Krumbiegel, 2008
Ulrike Krumbiegel mit der Goldenen Kamera, die sie 2008 für ihre Rolle im Polizeiruf "Jenseits" bekommen hat. Bildrechte: dpa
Barbara (Ulrike Krumbiegel) blüht durch den Französischkurs auf – auch weil Richard (Michael Wittenborn) ihr zuhört.
2016 mal was Leichtes: "Mutter reicht's jetzt". Mit Michael Wittenborn. Bildrechte: MDR/Degeto/Frédéric Batier
Ulrike Krumbiegel und Herbert Knaup als Ehepaar Pramann mit Henriette Confurius als Adoptivtochter Rebecca
2009 im viel beachteten Wende-Drama "Jenseits der Mauer". Mit Herbert Knaup und Edgar Selge (nicht im Bild). Bildrechte: MDR/WDR/Julia Terjung
Burghart Klaußner und Ulrike Krumbiegel während der Hörspielaufnahmen zu Christoph Buggerts Stück ''Die ganze Wahrheit über meinen Vater'' im Hörspielstudio des Funkhauses Halle im Februar 2015.
Seit 1985 spricht Ulrike Krumbiegel auch Hörbücher und Hörspiele ein. Hier sieht man sie mit Burghart Klaußner während der Aufnahmen zum Hörspiel "Die ganze Wahrheit über meinen Vater", 2015. Bildrechte: MDR/Thekla Harre
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Die 1961 in Ost-Berlin Geborene hat sich mit diesen Rollen aber immerhin einen Ruf erarbeitet, der seinesgleichen sucht: Immerhin wurde sie 2003 bereits mit dem Deutschen Fernsehpreis (für ihre Hauptrolle in "Geschlecht: weiblich") und 2008 der Goldenen Kamera (für ihre Rolle im Polizeiruf "Jenseits") ausgezeichnet.

Das bessere Fernsehen

In ihrer Filmografie finden sich etliche "Tatorte" oder "Polizeirufe", in denen sie stets in Episodenhauptrollen oder wichtigen Nebenrollen glänzt. Ansonsten versammelt die Liste ihrer Arbeiten alles, was in Deutschland sonst noch für besseres Fernsehen steht: Bella Block, Schimanski oder Kommissar Stollberg etwa.

Das Werkzeug für ihre überzeugendes Spiel gab ihr das Studium an der Schauspielschule "Ernst Busch" an die Hand. Gestählt hat sie sich in mehrjähriger Arbeit am Theater, unter anderem mit den Regisseuren Frank Castorf, Jürgen Gosch oder Thomas Langhoff. Am Deutschen Theater Berlin gehörte sie seit 1986 als festes Mitglied 15 Jahre lang zum Ensemble.

Ulrike Krumbiegel ist zu Gast im Riverboat | 12. Januar | 22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2018, 13:54 Uhr