MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Glückssucher in Sachsen-Anhalt

Kleine Glücksmomente im täglichen Leben oder die Erfüllung eines Lebenstraums – Glück bedeutet für jeden etwas anderes. Wie vielfältig dieses Glück sein kann, erzählen und zeigen Ihnen die Menschen, die wir in unserer neuen Reihe "Glückssucher" vorstellen.

Auf grünen vierblättrigen Kleeblättern steht geschrieben: -Die Glückssucher-.
In einer neuen Reihe stellt MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE "Glückssucher" vor. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das neue Jahr beginnt. Man wünscht sich gegenseitig Glück für den neuen Lebensabschnitt – diesmal mehr denn je. Und: Die Sachsen-Anhalter sind, nach dem "Glücksatlas" der Deutschen Post, die glücklichsten Menschen im Osten (nach Schleswig-Holstein, Hamburg, Baden-Württemberg, NRW und Bayern schafft es erstmals auf Platz 6 ein ostdeutsches Bundesland vor einer westdeutschen Region).

Doch für jeden bedeutet "Glück" etwas anderes. Die einen wollen sich ihren Lebenstraum erfüllen, die anderen schätzen die kleinen Glücksmomente, die das Leben so ungemein bereichern. In unserer neuen Porträtreihe stellen wir "Glückssucher" vor: Menschen, die ihr Glück suchen oder schon gefunden haben oder immer wieder damit neu beginnen.

1. Folge vom 3. Januar | Von einem der auszog … Lukas, der coole Schmied im Burgenland

Der junge Mann streicht vorsichtig mit seinen Fingern über das scharfe Metall. Zufriedenes Lächeln bei Lukas Nelkenbrecher (32). Das von ihm geschmiedete Messer ist perfekt. Lukas ist Schmied. Hört sich erstmal nicht aufregend an, ist es aber. Schon mit 14 war er fasziniert von Feuer und Eisen und wie das alles zusammenpasst. Lukas ging in seiner Ausbildung als Metallgestalter sogar auf die Walz.

2013 zog ich die Kluft an, schnürte mein Bündel und zog in die Welt hinaus um von denen zu lernen, die im Schmieden nicht nur ein Hobby sehen, sondern eine Berufung.

Lukas Nelkenbrecher

Lukas lernte und arbeitete in mehr als 20 Firmen in sieben Ländern auf drei Kontinenten. Er fertigte Äxte, Speere, Messer in Schottland, Namibia, in Chile und in Kanada.

Der coole Schmied ist mit seiner Erfahrung wieder zurück – in Pretzsch im Burgenlandkreis, zwischen Zeitz und Weißenfels. Hier hat er vor einem Jahr die alte Dorfschmiede erworben und daraus seine "Burgenlandschmiede" gemacht. Damit erfüllte sich Lukas Nelkenbrecher einen Traum. Hier will er Messer, Stahlobjekte und Kunst entwerfen, Workshops soll es auch geben.

Junger Schmied an offenem Feuer - Lukas Nelkenbrecher.
Erfüllt sich mit seiner "Burgenlandschmiede" einen Traum: Lukas, der Schmied. Bildrechte: Florian Kneist

2. Folge vom 10. Januar | Marcel, der "Goldfinger" von Magdeburg

"Der Kunstunterricht an der Schule war furchtbar", lacht Marcel Syllwasschy (40). Da war kein Freiraum für Kreativität. Aber gerade das liebt der Magdeburger. Bis er an der Staffelei steht, arbeitete Marcel als Kaufmann. Das macht ihn krank, zweimal sogar erkrankt er am Burn-out. Er holt sich Hilfe bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie. Der fragt ihn, was er denn gerne mache, daraufhin schwärmt Marcel von der Malerei. Der Arzt rät ihm, genau das zu tun. Marcel kann sein Glück kaum fassen:

Das war die beste Entscheidung meines Lebens.

Marcel Syllwasschy

Oft malt er nun Bilder vom und übers Meer. Da ein Künstlername gesucht wird, denkt sich sein 10-jähriger Sohn den Namen "Marcel de Well" (von Meeres"welle") aus.

Die malt er nun nicht mehr. Aus Landschaftsgemälden wird abstrakte Kreativität, meist in schwarz und gold. Der Magdeburger Dom, geheimnisvoll im goldenen Nebel verhüllt, wird sein erstes Bild. Und es folgen viele weitere. Die hängen in öffentlichen Einrichtungen und Cafés in und um Magdeburg, werden auch als Souvenir verkauft oder als Auftragsarbeit entworfen.

Wenn er über seine Werke, über Farben und Schauplätze redet, dann leuchten Marcels Augen. Seine Bilder entstehen im heimischen Wohnzimmer. Da müssen Ehefrau und die beiden Kinder schon mal Rücksicht nehmen – machen sie auch, sie sind stolz auf Ehemann und Papa.

Marcel de Well
Malt Bilder und ist jetzt glücklich: "Marcel de Well". Bildrechte: Blendwerk24.com/Tino Reinhold

3. Folge am 17. Januar | Lokführer und "Bahnchef": Michael Frick und seine Bahn

Michael Frick aus Buchhorst in der Börde steht vorn im Führerhaus auf einer Lok. Er rangiert sie in Celle an einen Waggon. Den soll er einmal quer durch Deutschland transportieren. Frick ist Bahn-verrückt, das war er schon immer. Und er träumte immer von seinem eigenen kleinen Bahnunternehmen.

Ein Mann sitzt im Führerstand einer Lokomotive und schaut während eines Interviews zur Kamera. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE So 17.01.2021 19:00Uhr 03:28 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Als sich vor mehr als zehn Jahren die Chance bot, Teile des Oebisfelder Bahnhofs und des dazugehörigen Schienennetzes zu kaufen, schlug er zu. Seitdem baut er dort beharrlich seine eigene Bahn auf. Er kauft Triebwagen, Waggons und errichtet Werkstätten und Lagerhallen.

Ganz fertig ist er mit alldem noch nicht, aber er fährt schon und transportiert alle möglichen Waren und Güter durch Deutschland. Dafür mietet er die Gleise, die er für seine Nutzungsdauer befährt, von der Deutschen Bahn an. Michael Frick hat es geschafft – seinen Traum hat er in die Wirklichkeit umgesetzt. Nun ist er Lokführer und Inhaber seines eigenen kleinen Güterverkehrsunternehmens mit dem Namen "Altmark-Rail".

Ein Mann steht vor einer Lok.
Michael Frick hat seinen Traum wahr werden lassen: Er ist Lokführer. Bildrechte: MDR/André Strobel

4. Folge am 24. Januar | Knackt auch die "Stiesel": der Lokalreporter vom Elbe-Saale-Winkel

Er ist immer mit seiner Kamera auf dem Fahrrad unterwegs: Thomas Linßner. Der Lokalreporter, der immer auf der Suche war nach den besonderen Geschichten, in und um Barby im Salzlandkreis. Seit der Wende ist der heute 65-jährige Journalist dabei, eigentlich ist er gelernter Elektriker. Nach einem kurzen "Reinschnuppern" gelingt ihm der Quereinstieg in den Journalismus. 30 Jahre berichtete Thomas Linßner über die Menschen im Elbe-Saale-Winkel und schaffte es dabei immer wieder sehr persönliche Geschichten zu erzählen. Mit seiner offenen und herzlichen Art schaffte er es, die Leute, die hier mitunter auch "stieselig" sein können, zu "knacken". 

Nun hört er auf – nach 30 Jahren – wahrscheinlich Hunderttausenden Fotos und Tausender Storys. Gemeinsam mit Thomas Linßner drehen wir eine Runde auf dem Rad und schauen uns in seinem riesigen Foto-Archiv um. Dort verbergen sich unzählige Schätze, zu denen der charismatische Presse-Mann auch immer die passende Anekdote parat hat. 

Mann mit Fotokamera um den Hals steht auf Aussichtsplattform, unten sind Häuser und Straßen zu sehen
Thomas Linßner war 30 Jahre lang als Lokalreporter im Elbe-Saale-Winkel unterwegs. Bildrechte: MDR/André Strobel

Quelle: MDR/jh/agz/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Januar 2021 | 19:00 Uhr