30 Jahre Mauerfall RÜBERGEMACHT: Was trennt uns? Was verbindet uns?

30 Jahre nach dem Mauerfall haben wir uns eine Woche lang mit dem Thema beschäftigt. In der Serie RÜBERGEMACHT fragten wir gemeinsam mit den Kollegen von NDR HALLO NIEDERSACHSEN: Was trennt uns? Was verbindet uns?

NDR-Reporterin Christina von Saß und MDR-Reporter Stefan Bernschein
Eine Woche lang meldet sich NDR-Reporterin Christina von Saß aus Sachsen-Anhalt. Und MDR-Reporter Stefan Bernschein aus Niedersachsen. Bildrechte: MDR/FERNSEHGRAFIK

Mit der Grenzöffnung im November 1989 war die Wiedervereinigung Deutschlands nicht mehr aufzuhalten. Für viele Menschen im Osten ist die Wende das prägendste Ereignis ihres Lebens, aber auch im Westen veränderte sich so mancher Alltag. Was vier Jahrzehnte lang als unmöglich galt, das Verschwinden der innerdeutschen Grenze, ist hingegen für jüngere Generationen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Dennoch gibt es sie: die historisch bedingten Unterschiede innerhalb des vereinten Deutschland. Sichtbar werden sie vor allem bei den Gehältern. Jüngste Wahlergebnisse belegen: Auch politisch scheinen Ost und West unterschiedlich zu ticken.

30 Jahre nach dem Mauerfall haben sich MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und NDR HALLO NIEDERSACHSEN zusammengetan. Um mehr voneinander zu erfahren, haben wir unser vertrautes Sendegebiet verlassen. Sind rübergemacht zu denen da drüben, um direkt von ihnen zu erfahren: Wie ist es bei euch gelaufen seit der Wende? Was hat sich seitdem verändert für euch? Und wie seht ihr uns? Was wisst ihr eigentlich von uns?

Eine Woche lang meldete sich MDR-Reporter Stefan Bernschein jeden Tag aus Niedersachsen. Parallel dazu war NDR-Reporterin Christina von Saß unterwegs in Sachsen-Anhalt. Beide waren verabredet mit Menschen aus Politik, Wirtschaft, Schule oder einfach ganz privat. Ein deutsch-deutscher Reporter-Austausch sozusagen. Rechercheauftrag: Was trennt uns? Was verbindet uns?

Montag, 30. September

Los ging es – mit Geschichtsunterricht in Sachen Ost und West ... Christina von Saß besuchte eine Schulklasse am katholischen Norbertus-Gymnasium in Magdeburg. Und Stefan Bernschein fuhr nach Helmstedt. Auf dem Marktplatz zeigten Schüler des Gymnasiums am Bötschenberg ein Stück deutsch-deutsche Geschichte.

Dienstag, 1. Oktober

Stefan Bernschein war im Norden Niedersachsens unterwegs: in Bergen. Bis vor ein paar Jahren waren hier noch bis zu 3.000 Briten stationiert. Doch nicht alle sind nach dem Abzug der Alliierten zurückgegangen. Dort traf er einen ehemaligen Sergeant Major der britischen Streitkräfte. Und Christina von Saß wohnte in Sachsen-Anhalt einem Treffen ehemaliger Waffenbrüder bei. In Sommersdorf trafen sich Micha und Henry: ein ehemaliger Sowjetsoldat und ein ehemaliger Grenzsoldat.

Mittwoch, 2. Oktober

Christina von Saß machte Station am Wirtschaftsstandort Bitterfeld. Sie traf dort drei ehemalige Kombinatsmitglieder. Doch wo früher 3.000 Briketts am Tag hergestellt wurden, wird heute auf Sonnenenergie gesetzt. Und Stefan Bernschein schaute sich am drittgrößten Industriestandort Niedersachsens um: in Salzgitter. Die Einheimischen sprechen von den Big Five: Volkswagen, MAN, Bosch, Alstom und nicht zuletzt die Salzgitter AG.

Donnerstag, 3. Oktober

Mit Friedhard Knolle aus Goslar wanderten wir zwischen West und Ost auf und unter der Eckertalsperre, schauten außerdem nach Bad Grund, ein abgehängter Ort im Westharz. Die Tendenz, dass sich West und Ost angeglichen haben, lässt sich offenbar nicht nur im Harz, sondern entlang der gesamten innerdeutschen Grenze beobachten. Der Osten Niedersachsens galt vor der Wende als Fördergebiet, was sich Anfang der 1990er-Jahre dann in die neuen Bundesländer verlagerte. Richtige Perlen sind dadurch im Osten entstanden, allen voran Wernigerode und Quedlinburg. Von dort meldeten sich die Kollegen aus Niedersachsen und erkundeten den Aufschwung im Ostharz.

Freitag, 4. Oktober

Mit dem Fall der Mauer änderte sich alles. Auch das politische System. "Die Partei hat immer recht" – damit war es nun vorbei. Eine parlamentarische Demokratie zog ein. Und seitdem wird zwischen etlichen Parteien um politische Lösungen gerungen. Das hat sich auch ausgewirkt auf die politische Kultur in Deutschland, nicht nur in den neuen Bundesländern. Für die Serie kamen unsere Reporter Christina von Saß und Stefan Bernschein mit Politikern aus Ost und West ins Gespräch.

Samstag, 5. Oktober

Stefan Bernschein trifft einen waschechten Hallenser, der des Jobs wegen nach Hildesheim gegangen und der Liebe wegen in Braunschweig geblieben ist. Auch wenn er in Braunschweig angekommen ist, fährt er immer noch nach Hause, wenn er nach Halle fährt. Parallel dazu ist Christina vom NDR in Tangerhütte mit einem Dachdecker verabredet, der nach der Wende in den Osten gekommen ist und hier mittlerweile auch nicht mehr weg will.

Zu sehen war das Ganze in der Woche vom 30.09.2019 bis 05.10.2019, täglich um 19 bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und um 19:30 Uhr bei NDR HALLO NIEDERSACHSEN.

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Quelle: MDR/jr/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 09:42 Uhr

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