Diskos öffnen ab November Sachsen-Anhalt lockert Corona-Maßnahmen

In Sachsen-Anhalt werden die Corona-Schutzmaßnahmen gelockert. Das teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Die Kontaktlisten-Pflicht gilt nur noch bei Veranstaltungen und in Diskotheken. Clubs dürfen ab November öffnen. Auch Mindestabstände können bei bestimmten Vorkehrungen unterschritten werden.

Eine Diskokugel dreht sich
Ab November wieder erlaubt: Feiern in Clubs und Diskos – aber mit Auflagen (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat weitere Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen beschlossen. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag teilte das Kabinett mit, dass Kontaktlisten nur noch bei Veranstaltungen, in Sportstätten und Diskotheken Pflicht seien. Damit falle die Kontaktverfolgung in Restaurants und beim Friseur weg.

Zudem hat das Kabinett beschlossen, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern bei entsprechenden Vorrichtungen wie Plexiglaswände unterschritten werden kann. Einlasskontrollen sollen dort erfolgen, wo sich Ansammlungen von mehr als zehn Personen nicht vermeiden lassen.

Mehr Besucher bei Veranstaltungen erlaubt

Gesundheitsministerin Petra Grimme-Benne (SPD) sagte, dass öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen im geschlossenen Raum stattfinden können. Ab dem 1. November seien Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen erlaubt. Bei öffentlichen Veranstaltungen müssten weiterhin Hygienekonzepte mit Abstandsregeln ausgearbeitet und die Kontaktdaten der Besucher aufgenommen werden. Großveranstaltungen, bei denen eine Verfolgung von Kontaktdaten nicht möglich ist, sollen der Verordnung zufolge bis Jahresende verboten bleiben. Bislang dürfen in geschlossenen Räumen 500 Personen, draußen bis zu 1.000 zusammenkommen.

Die Pressekonferenz des Kabinetts zum Nachschauen:

Diskos können ab November öffnen

Ab dem 1. November sollen Diskotheken unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen können. So müssen Kontaktdaten erfasst und auf Mindestabstände geachtet werden. Zudem wird die Anzahl der zugelassenen Personen beschränkt. Die Clubs dürfen höchstens zu 60 Prozent ausgelastet sein. Bordelle können mit einem entsprechenden Hygienekonzept öffnen.

Städte und Kommunen können zudem ihre Weihnachtsmärkte planen. Diese dürfen Grimme-Benne zufolge stattfinden, solange die Entwicklung der Corona-Pandemie dem nicht entgegensteht. Auch hier seien Hygienekonzepte notwendig.

Die achte Schutzverordnung tritt an diesem Donnerstag in Kraft und wird bis zum 18. November gelten.

Appell an die Bevölkerung

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) appellierte in der Pressekonferenz an die Verantwortung der Bevölkerung. "Es liegt an jeder und jedem, verantwortungsbewusst und solidarisch zu handeln", so Haseloff. Zudem verwies er darauf, dass die Pandemie nicht überstanden sei und die Maßnahmen jederzeit wieder verschärft werden könnten.

Grimm-Benne begründete die Lockerungen mit dem vergleichsweise geringen Infektionsgeschehen im Land. Sie betonte zugleich, dass das Einhalten von Hygieneregeln weiterhin wichtig sei – vor allem vor dem Hintergrund, dass sich witterungsbedingt wieder mehr Menschen in geschlossenen Räumen aufhielten.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. September 2020 | 11:00 Uhr

6 Kommentare

Horst Schlaemmer vor 1 Wochen

Ach, waren das noch Zeiten als Sachsen-Anhalt als "Land der Frühaufsteher" bekannt war. Heute ist Haselhoff stolz auf die beschlossenen (abendlichen) Sonderwege. Endlich mal wieder Tanzen gehen, endlich mal wieder ganz ungezwungen Prostitutionsstätten nutzen, endlich wieder eng umschlungen Weihnachten feiern mit Glühweinkönigin und Lemsdorfer Lümmel (das freut auch besonders die Ratten). Sachsen- Anhalt - entweder das "Land der Nachtschwärmer" oder das "Land der Frühsterber"?

Ines W. vor 1 Wochen

Sie wissen anscheinend nichts über Corona und die entsprechenden Tests auf Sars-Cov-2!

Bei Corona sind sie bereits infektiös bevor sie Symptome haben und sich wie bei einer Grippe evtl. selbst isolieren.
Es macht also durchaus Sinn Menschen ohne Symptome zu testen und noch mehr Sinn, wenn diese im Zuge einer Kontaktnachverfolgung ermittelt wurden.

Der Kollege, der sich trotz Grippe ins Büro schleppt und alle ansteckt ist bekannt und man tut gut daran sich von ihm fern zu halten. Nur wie erkennt man den Kollegen, der zwar bereits massiv infektiös ist, aber noch keine Symptome hat, bzw. diese wegen einer leichten Verlaufsform nie erkennt? Wenn man hier mit Tests eine Infektionsquelle frühzeitig erkennt, dann unterbricht man eine Infektionskette.

Ach ja: Es ist wohl Unsinn so zu tun als könne man das Verhalten von Menschen über einen Kamm scheren. Es gibt viele Menschen die handeln verantwortungsbewusst und andere muss man kräftig einbremsen, damit sie nicht sich und andere gefährden.

sorglos vor 1 Wochen

Ich verstehe Ihre Sorge. Aber wir sollten ENDLICH begreifen und auch kommunizieren, dass es hier nicht um Infektionszahlen geht, sondern um positiv Getestete. Wenn das nicht ENDLICH sauber getrennt wird, dann wird uns die Influenza - die kommt jedes Jahr - als Corona - Infizierte aufgetischt. Auch in Prag sind es positiv Getestete! Der Jugend Partytourismus vorzuwerfen halte ich für total unangemessen. Die jungen Leute haben seit Monaten keinen Fußball, keine Kneipe, keine Disko, keine normale Schule/Uni, keinen Sport..... Ich bin bei den jungen Leuten und kann niemand beobachten, der fahrlässig ist. In den Biergärten gab es KEINE "Infizierten". In Prag gab es keine "Rolle Rückwärts" - es gab mehr positiv Getestete und das wird so bleiben, bis wir aufhören ohne Grund (also auch Gesunde ohne Symptome) zu testen. Hören wir auf, die Menschen und die jungen Leute wie kleine Kinder zu behandeln! (wir "dürfen" dies und jenes...)

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