Ein schneller Radfahrer fährt auf einem Radweg, daneben ein LKW
Die Radfahrer in Sachsen-Anhalt sehen viel Verbesserungspotenzial auf den Straßen. Bildrechte: Colourbox

Fahrradklima-Test Schlechte Stimmung bei Sachsen-Anhalts Radfahrern

Die Radfahrer in Sachsen-Anhalt sind nicht zufrieden. Das geht aus einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs hervor. Für die Zufriedenheit auf dem Rad haben die Befragten die Schulnote 4 gegeben.

Ein schneller Radfahrer fährt auf einem Radweg, daneben ein LKW
Die Radfahrer in Sachsen-Anhalt sehen viel Verbesserungspotenzial auf den Straßen. Bildrechte: Colourbox

Sachsen-Anhalt ist nicht besonders fahrradfreundlich. Das hat der neue Fahrradklima-Index des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ergeben. Dabei lagen alle teilnehmenden Kommunen im Land im unteren Drittel der Bewertung. Die Großstädte Magdeburg und Halle landeten auf Platz 17 und 23 von 25 Städten vergleichbarer Größe.

Laut der Studie stören die Sachsen-Anhalter am meisten zugeparkte Rad- und Fußwege sowie deren mangelhafte Breite, aber auch fehlende Umleitungen an Baustellen. Auch bemängeln die Befragten die Fahrradförderung. Größter Kritikpunkt ist die große Gefahr von Fahrraddiebstählen.

Viele Möglichkeiten der Besserung

Martin Hoffmann, Vorsitzender des ADFC Sachsen-Anhalt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag, man müsse von Stagnation sprechen. Die Menschen wollten mehr Radfahren in ihrer Freizeit, aber auch zur Schule, zur Uni oder an die Werkbank, so Hoffmann. Es gebe so viele kleine Dinge, die man dafür machen könne, Winterdienst zum Beispiel oder bessere Abstellmöglichkeiten. Aber da passiere einfach zu wenig. Das größte Problem sei noch immer der Fahrraddiebstahl.

Trümper weist Kritik zurück

Magdeburgs parteiloser Oberbürgermeister Lutz Trümper steht am 08.01.2016 nach seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz vor dem Rathaus in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper Bildrechte: dpa

Der Oberbürgermeister von Magdeburg, Lutz Trümper (SPD), wies die Kritik für seine Stadt zurück. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir sind dabei, die Stadt fahrradfreundlicher zu machen. Aber es muss alles in einem Rahmen passieren, den man sauber finanzieren kann. Derzeit geben wir Hunderte Millionen Euro für den Straßenbahnbau aus." Alles gleichzeitig zu machen, sei eine Illusion.

Schulnote: ausreichend

Bei der bundesweiten Umfrage des ADFC haben Magdeburg und Halle mit den Schulnoten 4,2 und 4,4 abgeschnitten. Außerdem wurden zehn kleiner Städte bewertet. Köthen etwa kam auf den Gesamtwert 3,6, Halberstadt auf 4,4. Insgesamt hatten 170.000 Radfahrer 683 Städte unterteilt nach Größe bewertet. Aken schnitt am besten ab – mit 3,04. Für Sachsen-Anhalt stimmten 3.000 Menschen ab. Deutschlandweit liegt Karlsruhe vorn bei den Städten mit 200.000 bis 500.000 Einwohnern – mit 3,1. Grundsätzlich schnitten die kleineren Städte besser ab als größere.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 04:27 Uhr

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19 Kommentare

11.04.2019 16:01 Interessierter 19

Wenn man Schuldige sucht, findet man sie auf beiden Seiten. Ohne Zweifel. Ist hier auch schon erwähnt worden von -Horst- z.B
Was mich als Radfahrer am meisten stört ist das nicht-blinken bei Spurwechsel, der geringe Abstand beim überholen, das telefonieren am Steuer, das zustellen der Radwege.

Was mich als Autofahrer stört ist fehlende Beleuchtung bei Dunkelheit und fehlende Handzeichen bei Spurwechsel.

Was mich als Autofahrer nicht stört ist wenn Radfahrer bei rot die Ampel überqueren wenn sie vorher angehalten haben und absolut keine Gefahr besteht. Ich verweise da an den "Blauen Pfeil" wie es ihn in Skandinavien gibt. Oder wenn Radfahrer eine Einbahnstraße in falscher Richtung befahren wenn genug Platz da ist. Genau das will man in Berlin machen, so viele Einbahnstraßen für Radfahrer öffnen. Sind sie auch grad dabei das zu machen aber hier in Deutschland dauert halt alles ein bisschen länger wie ihr wisst.

Grüße und eine erholsame Fahrt für alle

11.04.2019 10:43 lummox 18

man muß dem Trümper auch mal recht geben, es ist viel passiert aber leider auch zu oft überall gleichzeitig. gefährlich wird es für radfahrer wenn der radweg plötzlich endet und auf die straße ausgewichen werden muß oder wenn der fußweg zu eng ist um dorthin ausweichen zu können, dann kommt noch dazu das werbeschilder den weg versperren oder die sicht nehmen (z.b. schönebecker straße in magdeburg-buckau kurz nach netto richtung city). für alle verkehrsteilnehmer wünscht man sich weniger egoismus und mehr gemeinschaftssinn, sowie mehr gelassenheit.

11.04.2019 09:37 böse-zunge 17

Pool-Noudle-Day .. Radler demonstrieren den richtigen Seitenabstand (den sie zusätzlich auch zu am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeugen einhalten müssen) - ein Aufstand "Behinderung, Verkehrsgefährdung" .. dabei wurde nur das gesetzeskonforme anschaulich dargestellt.
Beispiel Kirschweg (zw. Lilienweg u. Hoffnung-Privatweg in Ri. Lpz.Ch.) - fährt da Radler einwandfrei, kann Kfz nur in der Gegenverkehrsspur überholen ... machen nichtmal MVB oder Polizei.

Und, wo sind die weißen Schuhe für von Radlern in die Urne gefahrene Fußgänger?
Wo das weiße Kfz weil es ein Radler auf dem Gewissen hat?
Es gibt nur die weißen Räder!
Bei Veröffentlichung des Berichts wurde von einem verunglückten Kind (hatte grün) berichtet, die Autofahrerin hatte - richtig, rot!
Das war doch wohl nicht Radlerpropaganda??

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