Wirtschaftshilfen Tausende Anträge: Ansturm auf Corona-Soforthilfen

Selbstständige und Kleinunternehmer sind besonders von der Corona-Krise betroffen. Für sie haben Bund und Länder Soforthilfeprogramme geschnürt. Die Anträge auf Zuschüsse sind seit Montag verfügbar – und sehr gefragt.

Geschäftsbetreiber Dirk Naumann beantragt Corona-Soforthilfe.
Geschäftsbetreiber Dirk Naumann beantragt Corona-Soforthilfe. Bildrechte: MDR/Dirk Naumann

Zum Start der Corona-Soforthilfen haben in Sachsen-Anhalt bereits tausende Kleinunternehmen und Soloselbstständige Hilfen beim Land beantragt. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gingen bereits in den ersten fünf Stunden rund 5.200 Anträge ein.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann erklärte, die Investitionsbank habe Vorkehrungen getroffen, um schnellstmöglich Anträge abzuarbeiten und Gelder auszuzahlen. Das Land werde genügend Mittel bereitstellen, so dass kein berechtigter Antragssteller leer ausgehen müsse.

Die Antragsformulare können seit Montagmorgen auf der Internetseite der Investitionsbank Sachsen-Anhalt herunterladen. Teams der Bank und des Ministeriums hätten bis Sonntagabend an den letzten Details gefeilt, so der Wirtschaftsminister.

Anträge per E-Mail

Um die Soforthilfe zu beantragen, müssen Betroffene ein fünfseitiges Formular ausfüllen und kurz begründen, warum sie sich in einer existenzbedrohenden Wirtschaftslage befinden. Es wird empfohlen, die ausgefüllten und unterschriebenen Antragsunterlagen abfotografiert oder gescannt per E-Mail an die Investitionsbank Sachsen-Anhalt zu senden. Auf dem Postweg müsse mit längeren Bearbeitungszeiten gerechnet werden. Laut Webseite der Investitionsbank soll bald auch eine Online-Antragsstellung möglich sein.

Um das hohe Aufkommen bei den Soforthilfe-Anträgen abzufedern, bieten nun auch die IHK Magdeburg sowie das Wirtschaftsministerium die nötigen Formulare auf ihren Webseiten an. Dort befinden sich ebenfalls die Merkblätter sowie Antworten auf häufige Fragen.

#MDRklärt So hilft Sachsen-Anhalt kleineren Unternehmen in der Corona-Krise

So hilft Sachsen-Anhalt kleinen Unternehmen
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So hilft Sachsen-Anhalt kleinen Unternehmen
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Kleinere und mittlere Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche sollen "Corona-Soforthilfe bekommen. Vorraussetzung: Die Krise bedroht die Existenz des Unternehmens.
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Die Staffelung der Hilfe nach Anzahl der Mitarbeiter.
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Die Soforthilfe muss nicht zurückgezahlt werden und soll möglichst einfach zu beantragen sein.
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Ablauf der Beantragung von Hilfsmitteln.
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Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. März 2020 | 08:00 Uhr

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Die Soforthilfen sollen so schnell wie möglich bewilligt werden, heißt es von Seiten der Investitionsbank. Sie müssen nicht zurückgezahlt werden. Je nach Anzahl der Beschäftigten können 9.000 bis 25.000 Euro Soforthilfen beantragt werden. Anträge sind bis einschließlich 31. Mai möglich.

Fragen rund um die Soforthilfe und die Anträge können Betroffene zudem an der Hotline der Handwerkskammer Magdeburg unter der Telefonnummer 0391-62680 stellen. Die Hotline ist montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 18 Uhr besetzt.

Geld von Bund und Land

Das Geld für die Soforthilfen stammt vom Bund sowie vom Land. Der Bund hat erst mal 50 Milliarden Euro bereitgestellt. In Sachsen-Anhalt stehen weitere 150 Millionen Euro bereit. Beantragt werden muss das Geld jeweils über die Bundesländer. Sie organisieren die Auszahlung und haben eigene Hilfspakete aufgesetzt.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. März 2020 | 08:00 Uhr

3 Kommentare

Anonymer Unternehmer vor 9 Wochen

X-sense1 hat vollkommen Recht. Für Sachsen-Anhalt ist die Soforthilfe eine Mogelpackung.
Für die Kleinsten sollte es sein, jedoch bekommen die weder ihr Brot davon bezahlt noch ihre privaten Kosten, wie Miete, Strom etc. Dafür sollen die Selbstständigen Hartz IV beantragen. Übernommen werden nämlich nur Mieten, Versicherungen, usw. Also kurz laufende Betriebskosten, die ein Unternehmer gerade nicht zahlen kann.
Das Paket zielt - zumindest in SA - scheinbar eher auf Einzelhändler ab, die dann ihre Ladenmiete und Versicherungen davon zahlen können.

Dagegen kann man in anderen Bundesländern wie Thüringen oder Brandenburg seine Umsatzeinbußen angeben. Davon hätte jeder kleine Künster etwas ohne sich in den ewigen Kreislauf von Hartz IV begeben zu müssen.

Oder hätte man sämtliche Zwangsschließungen und Veranstaltungsverbote mit einer Quarantäne gleichgesetzt, dann hätte der Staat entschädigen müssen und wir Künstler und Medienschaffende hätten keine Hilfen gebraucht.

x-sense1 vor 9 Wochen

Leider ist es so. Nur für Liquiditätsengpässe gedacht bzw nur für Personen die Kredite, Mieten, Leasingraten usw zu zahlen haben. Ich bin auch betroffen und bekomme davon nichts. Wie ich meinen Lebensunterhalt bestreiten soll... beschreibt der Antrag nicht. Ich kann mich 'nackig' machen und Sozialleistungen beantragen.
Leider ist die 'Nicht rückzahlpflichtige Soforthilfe' für viele Selbständige nicht
zutreffend. Für viele eine Täuschung bzw Enttäuschung der Bundesregierung. Bedient werden Banken und Vermieter...
Die große Ankündigung JEDER erhält finanzielle Unterstützung, stimmt NICHT! Mal abgesehen von Krediten.

Andreas vor 9 Wochen

Vielleicht könnte man in diesem Zusammenhang vonseiten des MDR einem Gerücht, welches derzeit in den Sozialen Netzwerken kursiert, nachgehen: In diversen Posts wird nämlich noch immer behauptet, dass die Betreffenden zunächst ihr Erspartes aufbrauchen müssen, bevor Unterstützung beantragt werden kann.

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