Gute Jobaussichten Arbeitslosigkeit erreicht tiefsten Stand seit Wende

In Sachsen-Anhalt waren im Jahr 2018 im Durchschnitt 88.000 Männer und Frauen ohne Job und damit so wenige wie nie in den letzten Jahrzehnten. Auch für das neue Jahr rechnet die Agentur für Arbeit mit sinkender Arbeitslosigkeit – aus mehreren Gründen.

Die Zahl der Arbeitslosen hat im Jahr 2018 in Sachsen-Anhalt den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Im Durchschnitt waren etwa 88.000 Menschen ohne Job. Das sind knapp 9.000 weniger als im Jahresdurchschnitt von 2017.

Der Chef der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt, Kay Senius, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, damit könne man sehr zufrieden sein. "Seit 1991 waren in Sachsen-Anhalt noch nie so wenige Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen", sagte er.

Rückblick: Arbeitslosigkeit 2018

Im Dezember 2018 waren im Vergleich zum gesamten Jahr zwar wieder mehr Sachsen-Anhalter arbeitslos. Doch das ist laut Arbeitsagentur typisch für die Saison. Vor allem Männer, die auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeiten, waren ohne Job. Insgesamt lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2018 bei 7,7 Prozent für ganz Sachsen-Anhalt.

Die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger, die Arbeitslosengeld II beziehen, lag 2018 bei rund 161.000 Personen und damit um etwa 15.000 unter der Zahl von 2017. Da viele von ihnen in Maßnahmen oder Fortbildungen stecken oder aufstocken, ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Land bedeutend geringer als 161.000. Sie umfasst 88.000 Menschen, die Arbeitslosengeld I bzw. II beziehen.

Eine Grafik zu den Arbeitslosenzahlen
Bildrechte: MDR/Max Schörm

Ausblick: Arbeitslosigkeit 2019

Kay Senius
Kay Senius ist Chef der Arbeitsagentur in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bildrechte: SPD Halle

Für 2019 erwartet die Arbeitsagentur einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Wir haben einen starken Treiber im Abbau der Arbeitslosigkeit: Das ist die demografische Entwicklung im Land", sagte Senius MDR SACHSEN-ANHALT. Es gingen mehr Menschen in Rente, als dass junge Leute aus der Schule kämen und in den Arbeitsmarkt eintreten würden. Gleichzeitig würden mehr sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen. Für Sachsen-Anhalt seien das in der Prognose 0,9 Prozent mehr Stellen. Damit läge man aber deutlich unter dem Bundesschnitt.

Wir haben einen starken Treiber im Abbau der Arbeitslosigkeit: Das ist die demografische Entwicklung im Land.

Kay Senius, Chef der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt

Laut Senius sei auch der nun vom Bund eingeführte soziale Arbeitsmarkt hilfreich. All jene, die am ersten Arbeitsmarkt nicht unterkommen können, könnten nun eine Beschäftigungsperspektive bekommen. "Bezahlt wie übliche Beschäftigungsverhältnisse und sozialversicherungspflichtig – und vor allem auf eine Dauer von fünf Jahren ausgerichtet, hochsubventioniert, die ersten zwei Jahre 100 Prozent Übernahme der Lohnkosten", so Senius. Sonst gab es eher zeitlich befristete Programme wie die Bürgerarbeit. Jetzt soll die Langzeitarbeitslosigkeit angegangen werden – in Sachsen-Anhalt sind immerhin ein Drittel aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 04. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2019, 20:21 Uhr

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7 Kommentare

06.01.2019 14:36 Thore 7

Dem Niedriglohnsektor, sprich Leihfirmen, sei Dank !

06.01.2019 13:42 Benutzer 6

04.01.2019 17:28 Eulenspiegel

"denke ich."

jou sagt alles. :D

Man ist schon sv pflichtig beschäftigt wenn man nur ein paar Stunden in der Woche arbeitet. Und fliegt aus der Statistik.

06.01.2019 11:21 ups 5

Die Annäherung zum Westen wird immer größer. Die demografische Entwicklung ist dafür verantwortlich.
Es gibt viel mehr ungemeldete offene Stellen als dem Arbeitsamt bekannt sind. Teilweise werden aus Gründen des Arbeitskräftemangel Investitionen zurückgehalten oder gestrichen. Es werden sogar Anlagen verkauft, weil diese nicht besetzt werden können. Daher verstehe ich nicht, warum der Immobilienmarkt immer noch viel zu teuer hier ist.
Sachsen-Anhalt wird für Ruheständler auch immer interessanter. Wir bleiben ein altes Land.

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