Zwischen Halle und Magdeburg 20 Jahre Autobahn 14 durch Sachsen-Anhalt

Am 30. November 2000 wurde die A14 zwischen Halle und Magdeburg freigegeben. Seitdem haben sich zahlreiche wichtige Unternehmen entlang der Route angesiedelt. In Zukunft soll die Autobahn bis nach Schwerin führen. Auch ein kulturelles Highlight konnte auf der A14 vor einigen Jahren stattfinden.

Ein Auto fährt auf einer leeren Autobahn
Für die Nordverlängerung der A14 in Sachsen-Anhalt stehen noch einige Baujahre an. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Vor zwanzig Jahren, am 30. November 2000, wurde die Autobahn 14 zwischen Halle und Magdeburg freigegeben. "Halle und Magdeburg rücken näher zusammen", lautete die Meldung bei MDR SACHSEN-ANHALT im Radio. Seit zwanzig Jahren ist die Autobahn ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land.

Autobahn als Wirtschaftsfaktor

In den vergangenen Jahren haben sich einige große Unternehmen entlang der Autobahn 14 angesiedelt. Im "Star Park" in Halle etwa betreibt unter anderem DHL ein Logistikzentrum. Auch ein Autozulieferer ist seit kurzem im Star Park angesiedelt und Halles Oberbürgermeister Wiegand kündigte Pläne für einen "Star Park II" an, weil Kapazitäten ausgelastet seien.

Amazon hat in diesem Jahr in Osterweddingen bei Magdeburg ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Aus Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld transportiert der "Autokontor" Pkw. Für eine Fahrt nach Wolfsburg beispielsweise haben sich die Fahrtzeit und -kosten dank der A14 laut Betriebsleiter Heiko Peisker fast halbiert.

Verlängerung gen Norden verzögert sich in Sachsen-Anhalt

In Zukunft soll die A14 bis nach Schwerin führen, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind die Bauarbeiten so gut wie abgeschlossen. In Sachsen-Anhalt sind nördlich von Magdeburg bisher nur 14 Kilometer Autobahnstrecke fertiggestellt. Die Strecke der Nordverlängerung, die durch Sachsen-Anhalt führt, beträgt 97 Kilometer. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Die Kosten betragen 1,3 Milliarden Euro.

Gründe für die Verzögerung beim Bau der A14 im Norden des Landes sind unter anderem zahlreiche Klagen, darunter vom Umweltschutzverein BUND sowie der Verbandsgemeinde Seehausen und der Hansestadt Seehausen. Gestritten wurde unter anderem um Lärmschutz. Mehrere Klagen wurden zurückgezogen, nachdem das Land etwa mehr Geld für Lärmschutz und Radwege zugesichert hatte.

Die Autobahn zwischen Magdeburg und Schwerin soll nach Angaben der Landesstraßenbaubehörde die "grünste Autobahn Deutschlands" werden. Geplant ist etwa Wildtierbrücken sowie ein "Fledermaushotel" in einem alten Bunker.

Bauarbeiten hatte es aber auch auf der fertiggestellten Strecke zwischen Halle und Magdeburg in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Auf mehreren Autobahnabschnitten musste der sogenannte Betonkrebs beseitigt werden. Durch eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion waren Schäden entstanden.

Ausbau zwischen Halle und Magdeburg dauerte sechs Jahre

Erste Pläne für eine Schnellstraße von Dresden über Halle und Magdeburg nach Hamburg gab es bereits in den 1930er Jahren. Ein Stück wurde von Leipzig Ost- bis Peißen gebaut. Dann kam der Zweite Weltkrieg.

In den Sechziger Jahren wurden Pläne in der DDR wieder aufgenommen – dann mit Blick nach Schwerin und Wismar. In Sachsen wurde die Straße von Leipzig nach Nossen gebaut. Als mit der Wiedervereinigung die Zahl der Fahrzeuge in Sachsen-Anhalt sprunghaft anstieg wurden Pläne gemacht. Der Ausbau der A14 zwischen Halle und Magdeburg dauerte sechs Jahre.

Kultur auf der A14

Ein kulturelles Highlight hat die Autobahn aber auch erlebt. 2015 wurde ein Teilstück der A14 bei Colbitz für sechs Tage gesperrt, um Action-Szenen für die Verfilmung des Bestsellers "Tschick" von Wolfgang Herrndorf zu filmen. Da es sich um ein Zubringerstück an der Nordverlängerung gehandelt hatte, war die Vollsperrung für Dreharbeiten möglich gewesen.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. November 2020 | 11:40 Uhr

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