Fahrt- und Internatskosten Antrag zu kompliziert: Azubis lassen sich kaum Geld erstatten

Die Azubis in Sachsen-Anhalt haben die Möglichkeit, Geld für Fahrt- und Internatskosten erstattet zu bekommen. Das Angebot dafür wird laut Landesregierung jedoch kaum genutzt. Das könnte am zu komplizierten Antrag liegen.

Auszubildende in einem Supermarkt
Die Mobilität der Auszubildenden soll in Zukunft besser gefördert werden. Bildrechte: imago/Becker&Bredel

In Sachsen-Anhalt sind aufgestockte Fördermittel für Auszubildende wenig genutzt worden. Wie die Landesregierung mitteilte, geht es um Geld für Internats- und Fahrtkosten. Im Topf sind laut Bildungsministerium drei Millionen Euro. Abgeflossen seien aber in diesem Jahr bisher nur rund 231.000 Euro. Bis Jahresende werde mit 350.000 Euro gerechnet.

SPD spricht von Skandal

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Steppuhn, nannte dies einen Skandal. Stepphuhn sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe die Förderrichtlinie dafür gemacht, um Azubis bei ihrer Mobilität zu unterstützen und wenn man sehe, dass die Gelder nicht abfließen würden, stimme etwas mit der Richtlinie nicht.

Wieder Streit um Azubi-Ticket

Andreas Steppuhn
Andreas Steppuhn (SPD) Bildrechte: dpa

Stepphuhns Ansicht nach ist es zudem zu kompliziert für Auszubildende, das Fördergeld zu beantragen. Die SPD zieht ein generelles Azubi-Ticket vor und will das laut Stepphuhn auch in die Beratungen zum laufenden Haushalt einbringen. Stepphuhn: "...wir sind wild entschlossen, das auch durchzusetzen." Es sei Gesamtaufgabe der Landesregierung nach einer Lösung zu suchen. Verkehrsminister Webel müsse sagen, wieviel Geld das Azubi-Ticket koste und dann müsse man sehen, wie man das Geld zusätzlich freibekomme.

Frank Scheurell, CDU, Landtagsabgeordneter
Frank Scheurell (CDU) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Frank Scheurell, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, de facto habe man bereits ein Azubi-Ticket. Man müsse es nur mühselig beantragen. Wenn es aber doch um Geld gehe und man eine Leistung damit bezahlt bekomme, könne das nicht die Hürde sein. Das Azubi-Ticket könne man natürlich noch schicker und umfänglicher machen. Dann müsse man aber das Geld auch bereitstellen. "Wir haben momentan einen Haushaltsplan vom Kabinett vorgelegt bekommen, wo Beschlüsse des Landtages nicht umgesetzt sind; und darum müssen wir uns erst kümmern", so Scheurell.

Das Azubi-Ticket hat nach Meinung Scheurells nur dann eine Chance, wenn man auch genügend Geld dazu habe. Mit Blick auf die Kritik aus der SPD sagte Scheurell, man brauche doch nicht mit dem Finger aufeinander zu zeigen, wenn auch das Kabinett (CDU, Grüne und SPD) nicht reingeschrieben habe, wie es finanziert werden solle.

Azubi-Ticket geplant

Ein landesweites Azubi-Ticket für Sachsen-Anhalt ist bereits im August beschlossen worden. Damit folgt Sachsen-Anhalt dem Vorbild anderer Bundesländer. Allerdings ist offen, wann es kommt und wer es bezahlt. Bislang konnten sich CDU und SPD nicht einigen. Mit dem Ticket sollen Auszubildende den Öffentlichen Personennahverkehr im ganzen Land für einen geringen Eigenanteil nutzen können.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Dezember 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2019, 15:33 Uhr

3 Kommentare

denny vor 5 Wochen

Da wird sich wohl jemand etwas dabei gedacht haben den Antrag so kompliziert zu machen um diese Gelder einzusparen.
PS. Beim MDR ist es im Kommentarbereich auch sehr ruhig geworden seit man sich dafür extra anmelden muss!

jackblack vor 5 Wochen

Das kann auch an der PISA-Studie liegen, wer Leistungen will wird doch einen Weg finden, diese zu beantragen, da merkt man , wie HART das ECHTE Leben sein kann.

MikeS vor 5 Wochen

Also wenn es schon nicht mehr für einen Antrag reicht, wie will man dann den Facharbeiter bestehen. Am Antrag wird es wohl nicht liegen....

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