Keime und Schifffahrt Baden in Saale und Elbe birgt Risiken

Wenn das Thermometer 30 Grad anzeigt, ist nichts wohltuender als ein kühles Bad. Aber was, wenn kein Badesee oder Freibad in der Nähe ist? Tut es dann auch ein Fluss? MDR Sachsen-Anhalt hat nachgefragt, ob Baden in Saale und Elbe eine gute Idee ist. Dort warten allerdings einige Risiken.

Vogelperspektive auf Saale, die durch Halle fließt
Die Saale: schön anzusehen – darin zu baden, ist aber keine gute Idee. Bildrechte: Robert Kühnl

Ganz allgemein ist das Schwimmen im Fluss nicht verboten. Die Polizei Sachsen-Anhalt schreibt auf ihrer Webseite: "Jedermann darf die natürlichen fließenden Gewässer zum Baden benutzen." Ob das wirklich empfehlenswert ist, ist jedoch eine andere Frage.

Baden in der Saale

Die Wasserqualität der Saale hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Eine Badeempfehlung gibt es jedoch nicht. Nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bekommt die Saale im Abschnitt Saalekreis und Halle nur die Note Vier. Gut ist laut den Forschern des Landesbetriebs für Hochwasserschutz zwar, dass 36 Fischarten im Fluss heimisch sind. Schlecht ist allerdings der Mangel an verschiedenen Wasserpflanzen und Algen.

Durch Kläranlagen können außerdem Keime in den Fluss gelangen, es ist also möglich, dass er mit Fäkalkeimen belastet ist. Die Wasserqualität wird nicht überwacht. 

Welche Regeln beim Baden in Flüssen gelten

Im Bereich bis zu 100 Meter ober- und unterhalb von Brücken, Wehren und Hafeneinfahrten zum Beispiel ist Baden verboten. Das gilt auch an Schleusen, natürlich überall dort, wo extra Badeverbotsschilder angebracht sind oder da, wo der Naturschutz Vorrang hat. Die Kommunen können in ihren Gebieten auch noch weiter gehen. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Seite der Polizei Sachsen-Anhalt.

Baden in der Elbe

Früher war die Elbe einer der dreckigsten Flüsse in Europa. Das Nachrichtenmagazin Spiegel sprach noch im November 1989 von einer Kloake, in die die Chemiebetriebe der DDR tausende Tonnen Abwässer einleiteten und so Phenol, Quecksilber, Cyanide und Nitrate auf die Reise schickten. Aber die Qualität des Wasser hat sich seit 1990 kontinuierlich verbessert. Jetzt ist die Elbe nicht mehr giftig.

Darin zu baden, ist trotzdem keine gute Idee. Nicht nur, weil das Risiko von Fäkalkeimen und multiresistenten Keimen aus Kläranlagen auch in der Elbe nicht gebannt ist. Auch die Strömung und die Schifffahrt machen das Baden zu einem großen Risiko. Deswegen hat Magdeburg zum Beispiel bereits 2012 das Baden in der Elbe und in all ihren Nebenarmen im gesamten Stadtgebiet verboten. Ausnahme natürlich: Der Elbe-Badetag.

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. August 2020 | 09:30 Uhr

2 Kommentare

No Name vor 23 Wochen

Hat man etwas anderes erwartet??
Erst schreibt man das die Wasserqualität die Note 4 bekommt, und am Ende steht das die Wasserqualität nicht überwacht wird...das ist ein klarer Widerspruch.
Und das das Wasser aus Kläranlagen in die Flüsse geleitet wird ist jedem klar.
Alles was aus den Kläranlagen kommt ist nicht sauber und nicht nur mit Fäkalkeime belastet sondern mit vielen anderen schädlichen Mikroben.

Anhaltiner vor 23 Wochen

In den 50er Jahren gab es Badeanstalten an der Elbe u.a. in Coswig,Roßlau ,Dessau.
Es gab eine Mengen Wollhandkrabben und Elbe war klar und fischreich.

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