Großbaustellen und Änderungen Das bringt Sachsen-Anhalt der Bahn-Fahrplan 2021

MDR SACHSEN-ANHALT Autor Reporter Radio Online André Plaul
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Am Dienstag ist der neue Bahn-Fahrplan für 2021 veröffentlicht worden, der ab dem 13. Dezember in Kraft tritt. Der Schienenverkehr in Sachsen-Anhalt wird im kommenden Jahr demnach durch Großbaustellen geprägt sein, vor allem in Halle und Magdeburg. Ergebnis unter anderem: Die Altmark wird ICE-Knoten, die S-Bahn-Linie 7 in Halle elf Monate teilweise gestrichen und die Strecke Magdeburg-Berlin fünf Monate unterbrochen. Außerdem werden die Tickets im Nah- und Fernverkehr teilweise teurer.

Teil einer Hinweistafel für Abfahrtsinformationen der Züge
Baustellen bestimmen den Bahn-Fahrplan 2021 in Sachsen-Anhalt. Abfahrtspläne sollten genau studiert und kurzfristige Änderungen beachtet werden. Bildrechte: Deutsche Bahn AG/Axel Hartmann

Kurzüberblick: Baustellen, Umleitungen, neue Angebote

Neue Details im Fernverkehrsangebot 2021
Magdeburg erhält nach fünf Jahren Pause wieder einen ICE nach Leipzig – pro Tag. Abfahrt ist Montag bis Freitag um 6 Uhr. Der ICE hält außerdem in Köthen. Eine Zeitersparnis im Vergleich zu IC-Zügen auf der Strecke gibt es nicht.

• In Stendal kommt Montag bis Freitag am Morgen nach 7 Uhr ein ICE aus Hamburg an und fährt weiter nach Berlin. Diese Verbindung ist eine Premiere. Ein vergleichbares Angebot mit einem IC-Zug gab es zuletzt 2015.

• Der ICE-Sprinter 1001 Berlin- Halle-München fährt nun auch sonntags. Damit lassen sich von Halle aus Nürnberg und München schon um 9 Uhr beziehungsweise 10 Uhr erreichen.

• In Halle hält von Januar bis März am Sonnabend nach 20 Uhr der ICE 1200 aus Tirol und fährt weiter nach Berlin. Der Gegenzug macht in der Saalestadt nicht Halt.

• Ab Ende Oktober 2021 hält täglich abends ein ICE auf der Verbindung Frankfurt-Berlin in Magdeburg. So ein Angebot gab es zuletzt 1998.
Neue Details im Nahverkehrsangebot 2021
• Zwischen Halle und Halberstadt füllt Montag bis Freitag eine zusätzliche Verbindung die Taktlücke zwischen 21 und 23 Uhr.

• Der Regionalexpress Magdeburg-Stendal-Uelzen fährt täglich am Nachmittag ein Mal zusätzlich, am Freitag sogar zwei Mal zusätzlich.

Halle und Könnern werden unter der Woche vormittags mit zwei zusätzlichen Zügen je Richtung besser miteinander verbunden.

Halle: Elf Monate ohne Züge im Südwesten

Zuerst die gute Nachricht für Halle: Nach über fünf Jahren Bauarbeiten sollen die Gleise und Bahnsteige im Hauptbahnhof Halle Anfang des Jahres fertig und vollständig saniert sein. Laut Deutscher Bahn werden bis zum Januar die letzten drei Bahnsteige der Westseite in Betrieb genommen, ebenso der zweite Teil des Personentunnels bis zum Westausgang. Die früheren Bahnsteige 1a, 1 und 2 werden in 1, 2 und 3 umgewidmet.

Mitte Januar bis Mitte Dezember 2021 kommt hingegen der Zugverkehr im Südwesten Halles zum Stillstand. Grund ist das Bauprojekt "Halle-Rosengarten".

Bauabschnitt "Halle-Rosengarten": Was wird gebaut?

Blick auf die Rosengartenbrücke im Stadtteil Halle Rosengarten
Die Rosengartenbrücke (rechts) und die Argentinierbrücke müssen neu gebaut werden. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Laut Deutscher Bahn sind die heutigen Bahnanlagen zwischen Südstadt und Hauptbahnhof noch Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und müssen daher erneuert werden. Dazu gehören im Detail: Abriss und Neubau von Rosengartenbrücke, Argentinierbrücke und der Brücken über den Distelweg, sowie Lärmschutzwände zwischen Halle-Rosengarten und Halle-Silberhöhe. Statt, wie ursprünglich geplant, die Bauarbeiten über fünf Jahre zu verteilen, werden sie nun kompakt in elf Monaten (vom 15. Januar bis zum 11. Dezember) umgesetzt. Ende 2021 soll die Strecke für das Elektronische Stellwerk Angersdorf ertüchtigt sein, das zu diesem Zeitpunkt in Betrieb geht.

An einer Bushaltestelle steht die Aufschrift "DB Schienenersatzverkehr"
Statt S-Bahnen und Regionalzügen fahren elf Monate lang nur Busse im Südwesten Halles. Bildrechte: MDR/André Plaul

In dieser Zeit werden alle Züge der Linien RE 8 und RE 9 der Strecke Halle-Sangerhausen zwischen Halle(Saale)Hbf und Röblingen am See entfallen und durch Busse ersetzt. Die Züge der Regionalbahn-Linie entfallen zwischen Halle und Angersdorf. Hier gibt es ebenfalls Schienenersatzverkehr. Die Fahrzeiten verlängern sich dadurch um 15 beziehungsweise 5 Minuten.

Außerdem entfällt während der gesamten Bauzeit die S-Bahn Linie 7 zwischen Hauptbahnhof und Halle-Nietleben. Hier bleibt der Stadtverkehr der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG) eine Alternative.

Magdeburg: Sieben Monate Einschränkungen nach Berlin und Gommern

Für Bahnreisende zwischen Magdeburg und Berlin sowie Magdeburg und Gommern wird es 2021 sieben Monate lang Behinderungen geben. Fünf Monate davon werden die Züge wegen einer Sperrung nicht wie gewohnt fahren können. Grund ist auch hier eine Großbaustelle: die Eisenbahnelbquerung Magdeburgs. Zur selben Zeit wird die Strecke Biederitz-Rodleben gesperrt – sie wird erneuert.

Bauabschnitt Magdeburg-Elbeflutbrücken: Was wird gebaut?

Bauaurbeiten an der Elbbrücke in Magdeburg
Neben der Magdeburger Flutbrücke stehen bereits neu gegossene Brückenpfeiler. Bildrechte: MDR/André Plaul

Die Stromelbe-Brücke wurde laut Deutscher Bahn zuletzt 1975 erneuert und muss instandgesetzt werden. Gleiches gilt für die Elbeflut-Brücke in Magdeburg-Herrenkrug, die außerdem neue Unterbauten erhält. Die neuen Pfeiler werden seit 2020 neben der Brücke vorbetoniert. Die Brücken werden eingehaust, ihre Farbe per Sandstrahler entfernt und Korrosionsschutz aufgetragen – was bis Mitte April bei laufendem Bahnbetrieb erledigt werden soll. Anschließend erhalten die Brücken unter anderem gut 2.200 neue Schwellen, Oberleitung sowie Sicherungstechnik. Zudem werden rund zwei Kilometer Gleis erneuert.

Die Eisenbahnbrücke Magdeburgs wird vom 24. April bis zum 10. September für den Zugverkehr gesperrt. Das bedeutet für die Bahnstrecke Magdeburg-Burg-Berlin im Detail:

  • Die Regionaexpress-Linie 1 Magdeburg-Berlin wird zwischen Magdeburg Hauptbahnhof und Magdeburg Herrenkrug durch Busse ersetzt. Zwischen Herrenkrug und Burg hält der RE 1 auf allen Unterwegsbahnhöfen, was die Fahrzeit nach Berlin verlängert.
  • Als Umfahrung über Stendal werden alle zwei Stunden zusätzliche Züge zwischen Magdeburg und Stendal fahren, um dort mit nur 10 Minuten Übergang einen Anschluss an die IC-Linie Amsterdam-Berlin zu gewährleisten. Die Fahrt Magdeburg-Berlin dauert über diese Verbindung nur 6 Minuten länger als ohne Baustelle mit dem RE 1.
  • Die Regionalzüge Braunschweig-Magdeburg-Burg entfallen in der Zeit zwischen Magdeburg und Burg.
  • Zusätzliche Direktbusse zwischen Burg und dem Busbahnhof Magdeburg sollen den gewohnten Halbstundentakt ermöglichen.
  • Die einzelnen IC- und ICE-Züge zwischen Magdeburg und Berlin werden über Stendal umgeleitet. Somit gibt es erstmals täglich je eine ICE-Verbindung zwischen Stendal und Magdeburg.
  • Der Harz-Berlin-Express wird ab Halberstadt über Aschersleben, Bernburg, Köthen, Dessau, Potsdam Medienstadt Babelsberg nach Berlin geleitet. Die Reisezeit zwischen Harz und Hauptstadt verlängert sich dabei um etwa eine halbe Stunde.

Zusätzlich wird vier Wochen vor und nach der Vollsperrung nur ein Gleis auf der Magdeburger Elbbrücke zur Verfügung stehen, weshalb es also bereits ab Ende März beziehungsweise bis Anfang Oktober im Zugverkehr Einschränkungen geben wird. Die Nahverkehrsservice (NASA) GmbH erklärte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das genaue Fahrtenangebot wird derzeit abgestimmt."

Ebenfalls vom 24. April bis zum 10. September wird die Bahnstrecke Biederitz-Rodleben saniert. Das bedeutet für diese Verbindung im Detail:

  • Zwischen Magdeburg und Gommern beziehungsweise Güterglück fahren keine Züge, sondern Busse.
  • Anders als geplant wird der Bahnhof Güterglück im Jahr 2021 nicht umgebaut. Auch Zerbst bleibt während der Bauarbeiten ans Bahnnetz angebunden.
  • Zwischen Magdeburg und Dessau lässt sich die Baustelle umfahren: mit dem IC über Köthen und direktem Anschluss nach Dessau.

Flixtrain: Stendal statt Halle und Wittenberg

Der private Fernzug-Betreiber Flixmobility stellt zum Fahrplanwechsel erneut sein Flixtrain-Angebot in Sachsen-Anhalt um. Erst vor einem Jahr war Halle als Halt auf der Verbindung Berlin-Stuttgart in den Fahrplan aufgenommen worden. Dieses Kapitel endete bereits im März wegen der Corona-Pandemie. Medienberichten zufolge gab es anschließend Streit zwischen Flixtrain und dem Auftragnehmer Leo Express, dessen deutscher Ableger nun Insolvenz angemeldet hat. Flixmobility-Sprecherin Franziska Schleicher erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, mittelfristig solle die Verbindung wieder aufgenommen werden. Wann, könne noch nicht gesagt werden. Auch der erst Ende 2019 eingeführte Halt in der Lutherstadt Wittenberg wurde aufgegeben. Seit Ende Juli beginnt die Verbindung Leipzig-Berlin-Aachen erst in Berlin.

Ein grün lackierter Wagen des Flixtrain in Berlin Hbf
Die grünen Flixtrain-Züge halten ab Mitte Dezember auch in Stendal. Bildrechte: MDR/Jonas Wölke

Mit dem Fahrplan 2021 versucht es Flixmobility nun erneut mit Sachsen-Anhalt. Ab Mitte Dezember fährt die Linie Berlin-Hannover-Köln quer durch die Altmark. Anders als in den Vorjahren hält der Flixtrain auf dieser Verbindung aber in Stendal. Die Kreisstadt erhält Sonntag, Montag, Donnerstag und Freitag jeweils gegen 15 Uhr Anschluss in Richtung Köln. Der Gegenzug fährt Donnerstag, Freitag und Sonntag gegen 21 Uhr zurück nach Berlin. Flixtrain wirbt mit Ticketpreisen ab 9,99 Euro.

Als Grund für den Halt in Stendal teilte Flixmobility mit, man wolle "und nicht nur Metropolen und Ballungsräume sondern auch ländliche Regionen bedienen, in denen sonstige Fernverkehrsanschlüsse oft fehlen."

Altmark wird ICE-Knoten – aber nur vorübergehend

2021 beginnt in der Altmark das große ICE-Zeitalter. Und es endet auch wieder. Die Bahnstrecke Stendal-Uelzen wurde nach der Wende wiederaufgebaut und elektrifiziert, um für die ICE-Trasse Hamburg-Berlin als Ausweichstrecke zu dienen. Nun ist es soweit.

Ein Ankunftsplan am Bahnsteig, im Hintergrund ein ICE-Zug
ICE-Züge werden drei Monate lang den Bahnverkehr in der Altmark bestimmen. Bildrechte: MDR/André Plaul

Auch die seit Mai 2019 laufenden Sanierungsarbeiten am Stendaler Bahnhof – es werden neue Bahnsteige errichtet und ein barrierefreier Personentunnel gebaut – kommen zur rechten Zeit.

Wenn ab dem 11. September 2021 an der ICE-Trasse Berlin-Hamburg gebaut wird, werden die Schnellzüge über Salzwedel und Stendal umgeleitet – und halten auch dort. Für Salzwedel sind ICE per Fahrplan eine Premiere. In Stendal machen bislang nur etwa eine Hand voll ICE-Züge Halt, etwa am frühen Morgen oder späten Abend. Ab September werden es vorübergehend über 30 zusätzliche ICE-Züge sein, pro Tag.

Dadurch ergeben sich für Zugreisen aus und in die Altmark auch neue Möglichkeiten:

  • So gibt es erstmals seit 1993 wieder eine tägliche Direktverbindung zwischen Stendal, Salzwedel und Kiel.
  • Auch nach München wird es wieder täglich ICE-Verbindungen geben – sogar mehrfach. Direktfahrten dieser Art waren bisher nur während der Hochwasser-Umleitung im Sommer und Herbst 2013 möglich.
  • Selbst die Verbindung Salzwedel-Stendal wird es als ICE-Ticket geben. Einen Zeitvorteil gegenüber dem Regionalverkehr bietet so eine Fahrt aber nicht.

Während aber von September bis Dezember 2021 die ICE-Züge auf den Gleisen in der Altmark fahren, müssen beim Regionalverkehr Abstrichte gemacht werden. Da die Kapazität der Trassen begrenzt ist, fallen die Regionalbahnen zwischen Stendal und Salzwedel aus, dafür hält der Regionalexpress dieser Linie an allen Zwischenbahnhöfen. Zwischen Salzwedel und Uelzen wird es hingegen gar keinen Nahverkehr geben können.

Altmark-Interregio steht noch in den Sternen

Von Salzwedel und Stendal ohne Umstieg nach Hamburg und Berlin: Was im Herbst 2021 nur wegen Bauarbeiten möglich sein wird – das gab es bis vor wenigen Monaten noch als regelmäßige Verbindung per Interregio-Express (IRE). Das Angebot war im September 2014 eingeführt worden, als preisgünstige Verbindung zum direkten ICE-Verkehr zwischen den Metropolen an Spree und Elbe.

IRE Interregioexpress Berlin-Hamburg
Die IRE-Wagen fuhren zuletzt "aus betrieblichen Gründen" nicht durch die Altmark, aber an die Ostsee. Bildrechte: MDR/André Plaul

Seit März dieses Jahres fielen die IRE-Züge, die die Bahn eigenwirtschaftlich betreibt, jedoch regelmäßig aus. Mitte September verkündete die Bahn schließlich das Aus der Verbindung bis zum Fahrplanwechsel, aus "betrieblichen Gründen", wie es hieß. Auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, ob der IRE durch die Altmark ab dem 13. Dezember 2020 wieder angeboten wird, entgegnete die Bahn Anfang Oktober, dies werde geprüft. Im nun veröffentlichten Fahrplan für 2021 taucht der IRE vorsorglich wieder auf.

Bemerkenswert: Die IRE-Züge standen in den vergangenen Wochen nicht still. Die Wagen waren als Verstärker-Züge im Regionalverkehr zwischen Berlin und der Ostsee unterwegs.

Privatbahn Abellio will nach Problemen nicht aufgeben

Der Privatbahnbetreiber Abellio, der etwa die Hälfte des Schienennetzes in Sachsen-Anhalt befährt, war zuletzt wegen finanzieller Schwierigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Hintergrund ist, dass die ursprünglich kalkulierten Kosten für Personal und Betrieb in die Höhe geschnellt sind – etwa durch Tarifabschlüsse und Baustellen. Wie das Unternehmen MDR SACHSEN-ANHALT erklärte, sind Preissteigerungen zwar im Vertrag mit der Landes-Nahverkehrsgesellschaft berücksichtigt gewesen. Die nun erreichten Größenordnungen waren laut Abellio aber "damals nicht absehbar". Einen Medienbericht vom Wochenende, Abellio erwäge, den Zugverkehr in Deutschland einzustellen, wies das Unternehmen entschieden zurück.

Auch generell brauchen sich Fahrgäste keine Sorgen zu machen, dass wir sie ab 2021 am Bahnsteig stehen lassen. Die Gespräche, die wir mit unseren Auftraggebern führen, haben ja das Ziel, den Betrieb langfristig sicherzustellen.

Matthias Neumann, Sprecher Abellio Rail Mitteldeutschland

Abellio tue alles, um das Verkehrsangebot aufrecht und stabil zu halten. Nach Engpässen bei Zügen im Sommer sei der Instandhaltungsstau nun abgearbeitet, so Unternehmenssprecher Matthias Neumann. Um den Zugbetrieb trotz gestiegener Kosten weiter zu ermöglichen, liefen noch immer Gespräche mit den Auftraggebern. Dies bestätigte auch die NASA auf MDR-Anfrage. "Die Züge werden auch künftig wie gewohnt fahren", erklärte Sprecher Wolfgang Ball mit Blick auf die Probleme, die deutschlandweit die Eisenbahnunternehmen beträfen.

Tickets: Höhere Preise im Fern- und Nahverkehr

Eine Fahrkarte mit dem Aufdruck "Sachsen-Anhalt-Ticket"
Das Sachsen-Anhalt-Ticket wird nach einer Preissenkung im Dezember wieder teurer. Bildrechte: MDR/André Plaul

Mit Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 werden einige Tickets teurer. Laut Bahn werden die Preise im Fernverkehr für Flextickets durchschnittlich 1,5 Prozent angehoben. Zeitkarten und die Bahncard 100 sollen im Schnitt 1,9 Prozent teurer werden. Die Preise für die restlichen Bahncards und Tickets zum Sparpreis sollen nicht erhöht werden – deren Preise erhöhen sich dann erst zum Jahreswechsel mit der Rückkehr zu den höheren Mehrwertsteuersätzen wieder.

Im Regionalverkehr Sachsen-Anhalts werden die ermäßigten Pauschaltickets für Gelegenheitsreisende wieder teurer. Dafür gelten neue Mitnahmeregeln: Maximal drei Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren fahren auf diesen Tickets kostenfrei mit – sie müssen nicht mehr mit dem Fahrgast verwandt sein.

  bis 12. Dezember 2020 ab 13. Dezember 2020
Sachsen-Anhalt-Ticket

- Grundpreis

- Preis je Mitfahrer


24,00 EUR

7,00 EUR


24,50 EUR

7,50 EUR
Hopper-Ticket

- einfache Fahrt

- Hin- und Rückfahrt


5,60 EUR

9,10 EUR


5,80 EUR

9,40 EUR
Regio120-Ticket

- bis 120 km

- Regio120plus


15,90 EUR

20,90 EUR


16,50 EUR

21,90 EUR

Auch innerhalb des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV) steigen die Ticketpreise, allerdings erst zum 1. Januar 2020.

  • So werden in Halle mit Ausnahme der Einzelfahrscheine die Tickets im Durchschnitt 2,9 Prozent teurer. Beispielsweise wird die 4-Fahrten-Karte 9,50 Euro statt bisher 9,20 Euro kosten, die Monatskarte 69,90 Euro statt 68,40 Euro.
  • Auch Fahrten innerhalb der Landkreise und bei den kleinen Stadtverkehren im MDV werden teurer – im Schnitt 2,5 Prozent, ausgenommen Kurzstreckentickets als Einzel- und Viererkarten. Beispielsweises kostet eine Einzelfahrt in Naumburg ab Jahreswechsel 1,70 Euro statt bisher 1,60 Euro. Die Wochenkarte für Halle-Leipzig kostet künftig 71,50 Euro statt 69,70 Euro.

In den vergangenen zwölf Monaten hatte die Bahn die Tickepreise im Fernverkehr nicht erhöht, dafür teilweise aber gleich zwei Mal gesenkt. So fallen Tickets für Reisen ab 50 Kilometern seit Jahresbeginn 2020 unter den ermäßigten Umsatzsteuersatz, der zum Juni als Konjunkturmaßnahme in der Coronakrise für sechs Monate erneut herabgesetzt wurde.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Oktober 2020 | 08:00 Uhr

3 Kommentare

elbcom vor 1 Wochen

Ja, es wurden leider zu viele Gleise (und andere Reserve-Kapazitäten) bei der Bahn in den letzten 20-30 Jahren zurückgebaut und die eine Elbbrücke für die Bahn erscheint mir auch etwas wenig.

Aber bei einer eingleisigen Strecke (die diverse Straßen im Magdeburger Stadtgebiet regelmäßig blockiert), habe ich Bedenken, dass diese die bessere Strecke anstelle des Umwegs über Stendal sein sollte. Eher würde ich dafür die alte Elbbrücke bei Barby noch als Alternative ansehen.

Magdebuerger vor 1 Wochen

Und wieder rächt es sich, das die Kanonenbahn mit der Elbbrücke Barby stillgelegt ist und nun nicht mehr als Ausweichstrecke von Magdeburg nach Berlin genutzt werden kann! Ein halbes Jahr ist die Magdeburger Elbebrücke gesperrt und damit eine umsteigefreie Verbindung in die Hauptstadt nicht möglich.

Magdebuerger vor 1 Wochen

Genau diese Verbindung über Schönebeck-Barby-Güterglück-Wiesenburg meinte ich und nicht die Magdeburger Stadtstrecke.

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