Corona-Pandemie Luft sauber, trotzdem hohe Feinstaubwerte

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Luft in Sachsen-Anhalt sauberer geworden ist. Die Belastung mit Feinstaub ist aber nicht zurückgegangen, wie neue Untersuchungen in Magdeburg zeigen. Grund dafür ist vor allem die Trockenheit in den vergangenen Wochen.

Sentinel-5P: Satellitenbilder zeigen weniger NO2 über Europa

Die neuesten Bilder des ESA-Satelliten Sentinel-5P zeigen die NO2-Konzentration im März-April 2020 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Schadstoffkonzetration Europa, 2020
März-April 2020 Bildrechte: MDR/ ESA
Schadstoffkonzetration Europa, 2020
März-April 2020 Bildrechte: MDR/ ESA
Schadstoffkonzetration Europa, 2019
März-April 2019 Bildrechte: MDR/ ESA
Alle (2) Bilder anzeigen

Vor einigen Wochen machten Satellitenbilder der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) im Internet die Runde, die zeigten, wie sehr sich die Luftqualität in Europa mit dem Ankommen der Corona-Pandemie verbessert hatte – weniger Stickstoffidioxide wurden in der Luft nachgewiesen.

Trockene Böden belasten die Luft

Saubere Luft im Land dank Coronakrise und Ausgangsbeschränkungen? So einfach sei die Rechnung nicht, sagt Torsten Bayer vom Landesumweltamt. Bei der Feinstaubbelastung sei die Lage anders. Das zeige sich zum Beispiel anhand von Daten einer Messstation in der Magdeburger Innenstadt. Es gebe nur wenig Veränderung in den Belastungswerten.

Als einen Grund nennt Bayer die trockenen Böden. Im März und April habe es wenig Niederschlag gegeben. Der Landwirtschaftsbetrieb gehe aber weiter und trage zur Feinstaubbelastung in der Luft bei. In Sachsen-Anhalt sei die Feinstaubbelastung generell mäßig.

Unterschiedlich starke Luftbelastung mit Feinstaub und Kohlendioxid

Was mit der Krise sichtbar zurückgeht, sind die Stickstoffdioxid (NO2)-Werte.

Leere Straßen und Plätze wegen des Coronavirus in Magdeburg
Leere Straßen und Plätze wegen des Coronavirus in Magdeburg. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die Hauptquelle für Stickstoffdioxid sei nämlich der Straßenverkehr, sagt Ute Dauert vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. Es habe einen Rückgang von dreißig bis vierzig Prozent bei den Stickstoffdioxid-Werten in der Luft gegeben, weil der Straßenverkehr zurückgegangen ist.

Ute Dauert befürchtet jedoch, dass der Verkehr nicht nur wieder auf Vor-Corona-Niveau ansteigen werde, sondern deutlich darüber. Weil es – so Dauert, "sicherlich genug Menschen gibt, die sagen: Ich verzichte jetzt auf den ÖPNV um mein persönliches Ansteckungsrisiko zu verringern."

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | 12. Mai 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Eulenspiegel vor 12 Wochen

Ja die Stickstoffdioxid (NO2)-Werte.
Die sind so giftig das man da eigentlich keine Grenze ziehen und ehrlichen Gewissens sagen kann alles was darunter liegt ist ungefährlich.
Schon das alleine rettet Menschenleben. Das interessiert aber kein Autofahrer. Selbst wenn es um sein eigenes Leben geht.

ElBuffo vor 12 Wochen

Tja, da sieht man eventuell auch, warum in mancher Gegend ein paar mehr ins Gras beißen mussten. Denn das kann ja so als Dauerzustand auch nicht so super gut für die Atemwege gewesen sein. Da ist man sicher grundsätzlich schon etwas angegriffener.
Für den Feinstaub sieht das natürlich bitter aus. Also liegt es doch vor allem am Wetter und nicht am Verkehr.

Mehr aus Sachsen-Anhalt