"FAKT IST!"-Bürgertalk | 17.06.2019 | ab 20:15 Uhr Weggehen oder Wiederkommen? – Der Preis der Heimat

Als sie gegangen sind, konnten sie sich in der Heimat keine Zukunft vorstellen. Jetzt möchten sie zurück. Um jeden Preis. Die Reportage am 17. Juni um 20:15 Uhr im MDR FERNSEHEN erzählt von jungen Menschen, die von Rückkehr träumen. Von Unternehmern, die an Regionen glauben, die als abgehängt gelten. Von Landräten, die sich Sorgen machen: Was, wenn auch der letzte junge Mensch ihre Gemeinden verlassen haben wird?

Nadine und Ronny Festerling wollen zurück in ihre alte Heimat.
Nadine und Ronny Festerling wollen zurück in ihre alte Heimat. Bildrechte: MDR/Julian Kanth

Ostfildern, eine Kleinstadt vor den Toren Stuttgarts. Seit einem Jahrzehnt leben Nadine und Ronny Festerling hier. "Wurzeln geschlagen haben wir nicht", sagt Nadine. "Heimat wird das nicht mehr", sagt Ronny. Die Festerlings möchten wieder im Harz leben und arbeiten. Möchten ihre Tochter aufwachsen sehen, wo sie aufgewachsen sind. So schnell wie möglich.

Eine Grafik mit dem Schriftzug FAKT IST! Bürgertalk.
Nach der Reportage wird im "Bürgertalk" über Probleme und Perspektiven gesprochen. Bildrechte: MDR/Thorsten Kügler

Ende Dezember besuchten sie den Rückkehrertag in Wernigerode. Dutzende Unternehmen warben im engen Rathaus um mehr als 1.000 Besucher: Pflege, Tourismus, Maschinenbau. Fachkräftemangel herrscht überall. Die Festerlings waren beeindruckt. Und am Ende enttäuscht. Ein Vierteljahr und sieben Absagen später resümiert Ronny Festerling: "Wer zurückkehren möchte, muss hart dafür kämpfen."

Erstmals seit der Wende vor 30 Jahren scheint die Abwanderung im Osten gestoppt. Mehr Menschen sind im letzten Jahr nach Sachsen-Anhalt gekommen als weggezogen. Doch vom Trend profitieren vor allem die Städte. Regionen wie Mansfeld-Südharz, der Burgenlandkreis und die Altmark gelten nach wie vor als abgehängt, überaltert, unattraktiv.

Arbeitsplätze schaffen und Effektivität steigern

"Richtig so", meint der Leiter des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Reint Gropp. "Der ländliche Raum hat keine Zukunft. Wer Arbeitsplätze schaffen und Effektivität steigern will, muss in die Städte investieren". Soziologen, wie Andreas Siegert, widersprechen. "Mehr als 80 Prozent der Menschen leben in Sachsen-Anhalt beispielsweise in der Fläche", sagt er. Natürlich müsse ihr Lebensraum gefördert werden. Das Grundgesetz verpflichte die Politik sogar, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Egal ob Stadt oder Land.

Lohnt es sich wirklich, an die Heimat zu glauben?

Wird das Versprechen wirklich eingelöst? Ist das überhaupt machbar? Welche Zukunft hat der ländliche Raum? Lohnt es sich wirklich, an die Heimat zu glauben?

Antworten suchen die Autoren Nadja Storz und Julian Kanth in ihrer Reportage am 17. Juni um 20:15 Uhr. Im Anschluss um 20:45 Uhr live aus dem MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt in Magdeburg:   

"FAKT IST!"-Bürgertalk "Weggehen oder Wiederkommen?"

Bei Moderatorin Anja Heyde zu Gast sind Menschen aus unterschiedlichen Regionen Mitteldeutschlands und berichten, wie sie ihre Heimat erleben, ob sie aufblüht, wie von Helmut Kohl, dem Kanzler der Einheit 1990, versprochen oder ihre Orte im Gegenteil drohen auszusterben.

Um auf Augenhöhe mit den Bürgern zu sprechen sind eingeladen:

  • Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
  • Andreas Siegert, Soziologe, Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg
  • Prof. Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle

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Rückkehrer-Tag 2018 Wernigerode
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | "FAKT IST!"-Bürgertalk | 17. Juni 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 18:37 Uhr

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5 Kommentare

19.06.2019 11:59 Sigg 5

ich habe es von dem Ehep. gesehen aus Stuttgart wir raten dem er soll dort bleiben solange wie es geht, im Osten hat er ja als guter Arbeiter keinen Job erhalten, eben nicht wie der im Rathaus was man garnicht vergleichen kann und auch keinerlei ein Vorbild für andere ist, die eine Arbeit hier suchen, man würd im Osten noch betrogen, belogen, beschießen leider schlimm aber wahr, dann frage ich mich was die angeblichen Facharbeiter neuen für eine arbeit im Osten erhalten wenn nicht mal der aus Stuttg. eine bekommen hatte im Osten ?? vieleicht nehme ich an solche hoqualifizierten Bürger braucht man nicht dazu haben die Arbeitsgeber kein Geld diese ordentl. zu bezahlen so sieht es aus !

17.06.2019 21:00 Thomas Wassermeyer 4

Herr Festerling, sofort bewerben. Dürkop GmbH Halberstädter Str. 32 39112 Magdeburg. Ansprechpartnerin Frau Schwarz, Tel. 0391-6299101. Magdeburg ist nicht ganz Wernigerode, aber sehr nah dran. Blau-Weisse Grüße, Thomas Wassermeyer, Verkauf Bundes-und Landesbehörden.

15.06.2019 08:08 Ralf 3

Ich kann es verstehen das unsere Kinder und Erwachsene wegziehen. Warum? Kann ich Ihnen beantworten. Siehe die neuen Bundesländern, in den letzten Jahren wurden viele Namhafte Firmen im Osten gebaut. Der Grund der Investoren liegt am Billiglohn und der Einsatz der Ostbevölkerung für die Firma. Hier gibt es keine 35 Stundenwoche und unsere Leute sind bereit oft 50 Stunden und mehr zu arbeiten, um den Job zu halten. Die meisten Ostfirmem haben die Hauptfirmen in den alten Ländern saniert und sie kamen in den Genuss von Fördergeldern! Jetzt wo der Gewinn da ist, ziehen sie sich wieder fort. Es geht jetzt in tritt Länder, Lohn ist noch geringer und Gewerkschaften gibt es dort nicht. So nun meine Frage an Ihnen, warum soll man hier bleiben?? Firmen schließen, wandern aus und unser Staat sieht zu, ohne etwas dagegen zu machen!! Die Zukunft sieht nicht mehr Rosig aus. Voll Tags Shop und Unbefristet gibt es kaum noch. Jetzt sollen wir Dank unserer Politiker 2 bis 3 Shops am Tag annehmen