COVID-19 Das Coronavirus in Sachsen-Anhalt – eine Chronologie

Mitte März hatte es die ersten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Sachsen-Anhalt gegeben. Seitdem steigen die Zahlen stetig. Durch die aktuellen Entwicklungen ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Schulen, Kitas, viele Einrichtungen und Geschäfte sind bis einschließlich 19. April geschlossen. Menschen sollen bis auf wenige Ausnahmen in ihren Wohnungen bleiben. Lesen Sie hier, was bisher geschah.

Eine Grafik, die eine Pressekonferenz der Landesregierung in Sachsen-Anhalt und schemenhaft Corona-Viren zeigt.
Auf Pressekonferenzen informiert die Landesregierung regelmäßig über die aktuelle Lage und erforderliche Maßnahmen für Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR/dpa/imago images/Hollandse Hoogte

Dienstag, 31. März | Ansturm auf Soforthilfen – rund 10.000 Unternehmen melden Kurzarbeit an

Noch am ersten Tag der Antragsstellung wurden laut Wirtschaftsministerium die ersten Anträge auf Soforthilfe für Selbständige und kleine Firmen bewilligt. Allein am Montag seien fast 15.000 Anträge eingegangen. Die ersten Betroffenen könnten bereits am Mittwoch mit Geld rechnen, hieß es. Wie die Arbeitsagentur meldet, sind in Sachsen-Anhalt 9.700 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Das ist etwa jedes fünfte Unternehmen.

Montag, 30. März | Selbständige und kleine Firmen können Soforthilfe beantragen

Ansturm bei den Soforthilfe-Anträgen für Kleinunternehmen. Innerhalb von fünf Stunden nach Veröffentlichung der Antrage am Montag sind laut Wirtschaftsministerium rund 5.200 Anträge von Selbständigen und kleinen Firmen eingegangen.

Sachsen-Anhalts Bildungsministerium hat zwei Termine für die diesjährigen Abiturprüfungen veröffentlicht. Demnach können die Abiturienten zwischen einem ersten Durchgang ab dem 4. Mai und einem Zweiten ab dem 2. Juni wählen. Die Vorabi-Klausuren unter Prüfungsbedingungen finden wie geplant bereits davor statt. Die entsprechenden Hygienestandards während der Corona-Krise würden dabei eingehalten.

Sonntag, 29. März | Zwei weitere Corona-Tote – jeweils im Pflegeheim

In Sachsen-Anhalt gibt es im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei weitere Tote. Am Nachmittag meldeten Halle und der Landkreis Wittenberg jeweils einen neuen Fall. Im Landkreis Wittenberg handelt es sich nach Angaben der Behörden um einen Bewohner des unter Quarantäne stehenden Altenheims in Jessen. Der 76-Jährige habe bereits unter Vorerkrankungen gelitten.

Auch in Halle handelte sich um einen Bewohner eines Altenpflegeheims. Der Mann habe keine Behandlung in einem Krankenhaus gewünscht, so Oberbürgermeister Wiegand.

Sonnabend, 28. März | Viele Anzeigen zu Corona-Verstößen

Die Polizei und Ordnungsämter in Sachsen-Anhalt werden mit Hinweisen auf Verstöße gegen die Corona-Eindämmungsverordnung überschüttet. Die Stadt Magdeburg rief dazu auf, die Behörden nicht durch überflüssige Anrufe zu überlasten. Ihre Bilanz für den Sonnabend in Magdeburg: Lediglich in fünf Fällen wurden größere Personengruppen im Freien festgestellt. Teilweise wurden Strafverfahren eingeleitet. Bei Corona-Kontrollen in Halle wurden am Sonnabend rund 30 Strafanzeigen geschrieben.

Freitag, 27. März | "Drive-In"-Teststation in Halle, Land erstattet Kommunen die ausbleibenden Kitabeiträge

In Halle wird ein "Drive-In" für Tests auf das Coronavirus eröffnet. Dort kann sich jeder ohne Termin und Überweisung auf das Coronavirus testen lassen. Dazu braucht es nur die Gesundheitskarte der Krankenkasse. Denn: Nur, wer Symptome zeigt, bekommt den Test von der Krankenkasse gezahlt.

Die Landesregierung hat sich am Freitag darauf geeinigt, die Einnahmeausfälle der Kommunen aufgrund nicht erhobener Kitabeiträge zu übernehmen. Dies gelte zunächst für den April, erklärte Sozialministerin Petra Grimm-Benne am Freitag. 

Donnerstag, 26. März | Zwei Ortschaften unter Quarantäne, zweiter Todesfall nach Coronavirus-Infektion

Wegen vieler Infektionen mit dem Coronavirus stehen im Landkreis Wittenberg Jessen und Schweinitz nun komplett unter Quarantäne. Zufahrten wurden abgeriegelt, die Orte dürfen nicht verlassen werden. Außerdem wurde bei der Magdeburger Berufsfeuerwehr einer der Kameraden positiv auf das Coronavirus getestet. 16 Kollegen mussten in Quarantäne.

500 bestätigte Corona-Fälle sind mittlerweile registriert. Am Abend wurde ein zweiter Todesfall nach einer Coronavirus-Infektion bekannt.

Mittwoch, 25. März | Einlasskontrollen an Geschäften,

Eine am Vortag verkündete Verordnung des Landes sieht vor, dass nur noch eine bestimmte Zahl an Kunden zur gleichen Zeit im Geschäft sein darf. Konkret geht es darum, dass nie mehr als ein Kunde je zehn Quadratmeter im Laden ist. Einlasskontrollen scheinen der gängigste Weg, diese Regeln umzusetzen. Auch Pflegebedürftige in Pflegeheimen dürfen bis einschließlich 19. April nun keinen Besuch mehr bekommen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Sachsen-Anhalt steigt auf 420.

Dienstag, 24. März | Schulschließungen um eine Woche verlängert, Abiturprüfungen verschoben

Schulen und Kitas im Land bleiben mindestens eine Woche länger dicht als bisher geplant. Die Landesregierung hat die verordneten Schließungen wegen der Corona-Krise bis zum 19. April verlängert. Bisher sollten sie bis zu den Osterferien dauern, die nach Ostermontag enden.

Im Zuge dessen werden auch die Abiturprüfungen verschoben, weil der eigentlich vorgesehene Termin am 27. April wegen der verlängerten Schulschließungen nicht zu halten ist.

Nach aktuellem Datenstand sind 377 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 74 mehr als am Tag zuvor. Am stärksten betroffen sind noch immer Halle, Magdeburg und der Landkreis Börde.

Montag, 23. März 2020 | Menschen sollen Wohnungen nur in Ausnahmen verlassen

In Sachsen-Anhalt gelten seit Mitternacht verschärfte Bedingungen, die die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. Das Land folgt damit zu großen Teilen der Linie, auf die sich am Sonntag Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten geeinigt hatte. Demnach sollen die Menschen bis auf wenige Ausnahmen in ihren Wohnungen bleiben. Die neuen Maßnahmen gelten zunächst für zwei Wochen.

Am Anfang der neuen Woche liegt die Zahl der Menschen, die sich in Sachsen-Anhalt mit dem Coronavirus infiziert haben, bei bislang 303 Fällen.

Sonnabend, 21. März 2020 | Erster Corona-Todesfall in Sachsen-Anhalt

In der Stadt Halle gibt es den ersten Todesfall, der mit dem Coronavirus in Verbindung steht. Die 80-jährige Frau ist nach Angaben der Stadt im Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau gestorben. Demnach war die primäre Todesursache ein Organversagen bei schwerer Vorerkrankung gewesen.

Donnerstag, 19. März 2020 | Tourismus im Land lahmgelegt

Um eine Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, wird nun auch der Tourismus in Sachsen-Anhalt lahmgelegt. Laut Sozialministerium müssen Urlauber bis Sonnabend auschecken. Bis zum 19. April dürfen Hotels, Jugendherbergen, Ferienhäuser und Campingplätze keine Touristen mehr aufnehmen.

In Sachsen-Anhalt haben sich inzwischen 152 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehrere sind in Kliniken in Quarantäne. Der Großteil der Infizierten stammt aus Halle, Magdeburg und dem Landkreis Börde.

Mittwoch, 18. März 2020 | Viele Einrichtungen und Geschäfte schließen, in Halle sogar die Restaurants

Zur Eindämmung des Coronavirus müssen zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen ab heute schließen. Das bedeutet weitere Einschränkungen für das öffentliche Leben im Land. Dennoch gibt es Ausnahmen, und auch Restaurants dürfen noch öffnen. Die Verordnung der Landesregierung gilt über einen Monat – bis einschließlich 19. April. 

In Halle verschärft sich die Corona-Situation weiter: Dort sollen auch sämtliche Gaststätten und Restaurants schließen. Damit geht die Stadt über die Verordnungen des Landes hinaus. Die Zahl der Covid-19-Infektionen im Land steigt auf 133.

Dienstag, 17. März 2020 | Halle ruft den Katastrophenfall aus

Die Stadt Halle ruft den Katastrophenfall aus. Damit sind laut Oberbürgermeister Wiegand wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie möglich. Alle verfügbaren Kräfte und Mittel sollen nun zentral gesteuert werden. In der Saalestadt haben sich die bestätigten Infektionsfälle am Dienstag deutlich erhöht. Die Zahl stieg um 8 auf 27 an; in ganz Sachsen-Anhalt sind mittlerweile 105 Covid-19-Fälle gemeldet.

#MDRklärt Katastrophenfall in Halle: Das ändert sich für Sie

Katastrophenfall Halle: Das ändert sich für Sie Hausmannstürme Marktkirche Halle
Bildrechte: imago/Köhn
Katastrophenfall Halle: Das ändert sich für Sie Hausmannstürme Marktkirche Halle
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Die Katastrophenschutzbehörde koordiniert die Behörden und Dienste.
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Damit soll schnell entschieden und gehandelt werden.
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Beispiel hierfür: Das Saale-Hochwasser 2013 ...  Hochwasser 2013 in Halle (Saale), Helfer fahren auf Bott durch die Straße
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Der Katastrophenfall betrifft auch Bürger.
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Alle Gaststätten werden geschlossen.
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Eine Polizei-Hundertschaft wird angefordert.
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Seperrgebiete können geräumt werden. Anweisungen müssen befolgt werden. Gebäude und Grundstücke dürfen betreten werden.
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Private Fahrzeuge können benutzt werden. Jeder ist verpflichtet, zu helfen.
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Montag, 16. März 2020 | Schulen und Kitas den ersten Tag geschlossen

Der erste Tag mit geschlossenen Kitas und Schulen in Sachsen-Anhalt: Vielerorts waren die Einrichtungen wie leer gefegt. Außerdem: Der Landkreis Stendal meldet als letzter Kreis in Sachsen-Anhalt seinen ersten bestätigten Corona-Patienten. Anzahl der bestätigten Corona-Infektionen nach dem Wochenende: 77.

Freitag, 13. März 2020 | Alle Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt werden geschlossen

Die Landesregierung teilt mit, dass präventiv alle Kitas und Schulen im Land geschlossen werden. Diese Regelung gilt vorerst bis nach den Osterferien, also bis zum 13. April. Für Eltern mit krisenrelevanten Berufen wird eine Notbetreuung der Kinder vorgehalten. Bislang haben sich in Sachsen-Anhalt 33 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Donnerstag, 12. März 2020 | Stadt Halle schließt Schulen und Kitas

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Sachsen-Anhalt zu verlangsamen, schließt die Stadt Halle als erste Großstadt in Deutschland alle Kitas, Schulen und die Universität.

Mittwoch, 11. März 2020 | Sachsen-Anhalt verbietet Großveranstaltungen

Die Ausbreitung des Coronavirus hat weitere Folgen in Sachsen-Anhalt: Das Land verbietet alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Über Events mit weniger Gästen soll im Einzelfall entschieden werden.

Dienstag, 10. März 2020 | Erste Coronavirus-Fälle in Sachsen-Anhalt

Bis zum 10. März war Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland ohne nachgewiesenen Coronafall. Am Ende des Tages waren bereits sieben Menschen betroffen. Erste Veranstaltungen wurden abgesagt und Klassenfahrten ausgesetzt.

Quelle: MDR/agz,cw,ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. März 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. April 2020, 13:55 Uhr

2 Kommentare

konstanze vor 1 Wochen

Sorgen Sie bitte endlich dafür, dass die Arbeitskräfte Ü 60 (die mit dem höchsten Risiko bei einer Erkrankung zu sterben) zu Hause bleiben können, egal in welchem Job gearbeitet wird !
Ein Corona-showdown für Ältere Arbeitnehmer ! Jetzt !

Naturfroh vor 1 Wochen

Ich sehe die das bald noch eine große Welle kommt. Hier in Halle gibt es sehr viele Großraumbüros(Callcenter), da sitzen täglich 100te Menschen, dicht an dicht. 1 hat da das Virus und 100te gehen in Quarantäne oder schlimmer.

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