Datenanalyse zur Coronavirus-Pandemie 7-Tage-Inzidenzen sinken langsam, die Sterbefälle hingegen nicht

Manuel Mohr
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

Die Zahl neuer Corona-Fälle sinkt langsam, aber stetig weiter. Weiterhin besorgniserregend hoch sind hingegen die täglich gemeldeten Covid-19-Sterbefälle. Die aktuelle Corona-Lage im ausführlichen Daten-Update.

Auf dem schwarz-weiß Foto zu sehen ist ein Mund-Nasen-Schutz, der auf dem blätterbedeckten Boden liegt . Im Vordergrund steht der Schriftzug "Corona-Daten-Update".
Seit Jahresbeginn sind in Sachsen-Anhalt mehr als 600 Menschen an und mit einer Coronavirus-Infektion verstorben. Bildrechte: MDR/Unsplash/Mehmet Serdar Kilic

Die aktuelle Lage

Guten Abend zur aktuellen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. Die gute Nachricht vorweg: Seit vergangener Woche sind sowohl deutschlandweit als auch in Sachsen-Anhalt die 7-Tage-Inzidenzen weiter gesunken. Aus der 7-Tage-Inzidenz ist abzulesen, wie stark Corona-Infektionen innerhalb der Bevölkerung in einer bestimmten Region verbreitet sind. Dazu wird die Summe aller neuen Corona-Fälle innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner umgerechnet:

Auch in Sachsen (7-Tage-Inzidenz: 186) und Thüringen (225) sind die Werte weiter gesunken, gehören nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) aber zusammen mit denen aus Sachsen-Anhalt (222) Brandenburg (203) weiterhin zu den höchsten aller Bundesländer. Vom anvisierten Inzidenz-Grenzwert 50 ist man hierzulande noch weit entfernt.

Regional betrachtet sind die Unterschiede in Sachsen-Anhalt weiterhin hoch. So ist die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz (LAV) in Magdeburg deutlich unter 100, im Burgenlandkreis hingegen mehr als fünfmal so hoch:

Der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig begründete dies auf einer Pressekonferenz Anfang der Woche damit, dass in der Landeshauptstadt der Schwerpunkt der Betreuung auf den Pflegeheimen liege. So seien seit vergangenem März in den Heimen etwa 1,5 Millionen Schutzmasken verteilt worden. Zusammenkünfte seien nicht erlaubt, es gebe eine FFP2-Maskenpflicht.

Außerdem müssten sich Besucher testen lassen, bevor sie die Heime betreten. Hennig sagte, auch die Lage in den Krankenhäusern sei noch unproblematisch. Neue Fälle ließen sich über das Gesundheitsamt problemlos ermitteln. Das sei nach wie vor eine Kernaufgabe. Im Burgenlandkreis hingegen werden aufgrund der hohen Fallzahlen Ausgangsbeschränkungen diskutiert.

Über 600 Sterbefälle seit Jahresbeginn gemeldet

Die schlechte Nachricht in Bezug auf die aktuellen Corona-Daten: Nach wie vor werden täglich viele neue Sterbefälle gemeldet. Allein seit Jahresbeginn wurden von den Gesundheitsämtern in Sachsen-Anhalt über 600 Fälle gemeldet, in denen Menschen an oder mit dem neuartigen Coronavirus verstorben sind:

Dabei gilt es zu beachten, dass Sterbefälle teilweise auch verzögert und für mehrere Tage gebündelt an das Sozialministerium übermittelt werden.

Und auch hier zeigen sich große regionale Unterschiede, die vor allem anhand der Sterbefälle umgerechnet auf 100.000 Einwohner sichtbar wird. Damit ist es möglich, Landkreise und kreisfreie Städte mit teils sehr unterschiedlichen Bevölkerungszahlen zu vergleichen:

Bezogen auf die Einwohnergröße zeigt sich, dass im Landkreis Stendal und im Burgenlandkreis deutlich mehr Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben sind als in Magdeburg und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Vor allem Über-70-Jährige an und mit Coronavirus verstorben

Darüber hinaus zeigen aktuelle RKI-Daten für ganz Deutschland erneut, wie gefährlich eine Infektion vor allem für ältere Menschen ist. Bis vergangenen Dienstag waren von den bis dahin über 42.000 registrierten Todesfällen 89 Prozent Personen, die 70 Jahre und älter waren. Im deutlichen Unterschied dazu beträgt der Anteil der über 70-Jährigen an der Gesamtzahl der übermittelten Covid-19-Fälle allerdings nur 15 Prozent.

Mehr Informationen zur Corona-Situation in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Deutschland finden Sie hier:

Generelle Einschätzung der Daten

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

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Grafik: Der Corona-Daten-Update Newsletter
Bildrechte: MDR | Grafik Florian Leue/Martin Paul

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Januar 2021 | 19:00 Uhr

14 Kommentare

DermbacherIn vor 5 Wochen

Hat man zu Anfang zu wenig auf die Wissenschaftler gehört, so hört man anscheinend jetzt nur noch auf sie.
Dass diese nur das Virus und die Ansteckung sehen, mag ja legitim sein.
Aber die Politik sollte doch auch anfangen, seriös die Auswirkungen der Maßnahmen und der Schäden jenen der Krankheit gegenüber zu stellen. Im Jahr 2020 gab es zum Beispiel eine erhöhte Selbstmordrate. Warum wohl?
Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass sich die Politik in einer Blase befindet, in der es nur noch um die Coronazahlen geht. Es wäre hoch an der Zeit, andere Zahlen zu erheben. Andere Experten zu hören. Wie wird das Land wirtschaftlich dastehen, wenn Lockdown auf Lockdown folgt? Wie viele Existenzen sind schon bzw. werden zerstört sein?

DermbacherIn vor 5 Wochen

Die Frage muss mittlerweile lauten, welche Freiheiten wir wann zurückerlangen werden, dass äußerst kurze liberale Zeitalter geht auch mit Corona zu Ende und natürlich notwendige Maßnahmen gegen die Pandemie werden dazu genützt, den zuvor bereits begonnen Umbau in autoritärere „Demokratien“ zu beschleunigen.
Natürlich nur zum besten der Menschen, so wie die "Mauer" ihre Eingesperrten vor Faschismus und Kapitalismus schützen sollte nun eben für unser Überleben und die Gesundheit.

DermbacherIn vor 5 Wochen

Sind mehr Menschen durch die Mutation von schweren Fällen betroffen?
Sterben mehr Menschen an dem Virus?
Warum spart die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gesundheitssystem ein, und das während einer Pandemie?
Sind auch Kinder von der Mutation mit schweren Verläufen betroffen oder nicht?
Oder schwächt die Mutation sogar die Verläufe?
Wenn wir wie Frau Merkel immer nur auf die Infektionszahlen schauen, dann werden wir nie weiterkommen. Viel mehr müssen wir auf andere Faktoren schauen als nur auf die Infektionen und die Infektionsgeschwindigkeit. Wenn sich das Virus nämlich abschwächt, dann wäre es ja mehr Lösung als Problem.
Aber soweit denkt man heute nicht mehr. Am besten keine Fragen stellen und wie das Kaninchen vor der Schlange auf die Infektionszahlen starren und in Angst erstarren.

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