Datenanalyse zur Coronavirus-Pandemie Entgegen dem Trend: Corona-Fallzahlen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen weiter gestiegen

Manuel Mohr
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

Der sogenannte "Teil-Lockdown" zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde bis in den Januar verlängert. Warum das gerade mit Blick auf die Fallzahlen in den Regionen hierzulande nachvollziehbar ist, das und mehr im aktuellen Corona-Daten-Update.

Foto des Schauspielers Leonard Nimoy, bekannt als Mr. Spock aus Star Trek, welches mit einem Mund-Nasen-Schutz versehen wurde. Im Vordergrund steht der Schriftzug "Corona-Daten-Update".
Bildrechte: MDR/Unsplash/Nick Bolton

Die aktuelle Lage

Guten Abend zur aktuellen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. Am Mittwochabend haben Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer den sogenannten "Teil-Lockdown" bis zum 10. Januar 2021 verlängert. Damit bleiben Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen geschlossen und die aktuellen Kontaktbeschränkungen bestehen.

Laut Bundeskanzlerin ist Deutschland in der Corona-Pandemie noch "sehr weit entfernt" davon, die 7-Tage-Inzidenz deutschlandweit wieder auf einen Wert von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zu senken. Zudem habe man eine sehr hohe Zahl an Todesopfern zu beklagen. Zuletzt lag die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Tages in Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung verstorben sind, bei knapp unter 500. Der 7-Tage-Durchschnitt der Todesfälle pro Tag stieg auf knapp 350, Anfang November lag der Wert noch bei unter 70:

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, rechnet in den kommenden Wochen mit zahlreichen weiteren Todesfällen durch das neuartige Coronavirus. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag in Berlin sagte Wieler, dass die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle derzeit von Woche zu Woche ansteigt. Zudem gebe es immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen.

Corona-Inzidenzen in Mitteldeutschland deutlich gestiegen

Aus reiner Datenperspektive ist die beschlossene Verlängerung der Eindämmungsmaßnahmen nachvollziehbar. Deutschlandweit liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell nach RKI-Angaben bei rund 134 und damit deutlich über dem festgelegten Grenzwert von 50. Zwar haben die Maßnahmen im November dazu geführt, dass sich Inzidenzwert und die tägliche Zahl der neu registrierten Fälle stabilisiert haben, ein deutliches Absinken ist bislang allerdings ausgeblieben.

Zudem sind die Entwicklungen regional sehr unterschiedlich. In den vergangenen zwei Wochen (Zeitraum: 19.11. bis 03.12.) ist deutschlandweit die 7-Tage-Inzidenz ganz leicht von 139 auf 134 gesunken (-3,7 Prozent). Vor allem in den Stadtstaaten

  • Bremen (-46 Prozent),
  • Hamburg (-32 Prozent) und
  • Berlin (-28 Prozent)


sind die Werte dabei deutlich gesunken, ebenso im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (-21 Prozent).

Anders sieht es allerdings hierzulande aus. Eine Reihe von neuen Ausbrüchen, wie zuletzt beispielsweise im Schlachtbetrieb Tönnies in Weißenfels, haben dazu geführt, dass die 7-Tage-Inzidenzen in

  • Sachsen-Anhalt (+37 Prozent),
  • Sachsen (+33 Prozent) und
  • Thüringen (+26 Prozent)


entgegen dem Trend deutlich angestiegen sind. Besonders in Sachsen hat sich die Situation zuletzt deutlich verschärft:

Wie sich die Inzidenzen und weitere wichtige Corona-Fallzahlen in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Deutschland entwickelt haben, können Sie wie gewohnt den folgenden Grafiken entnehmen.

Corona-Daten-Update für Sachsen-Anhalt

Datenquellen für Sachsen-Anhalt:

Datenquellen für Sachsen:

Corona-Daten-Update für Thüringen

Corona-Daten-Update für Deutschland

• Aktuell Infizierte (Schätzung): 289.187
• Gesamtzahl (Schätzung) der genesenen Patienten: 800.000
• Genesene Patienten (Schätzung) seit gestern: +20.500

• Gesamtzahl der Infektionen: 1.106.789
• Neuinfektionen seit gestern: +22.046

• Todesfall-Gesamtzahl im COVID-19-Zusammenhang: 17.602
• Todesfälle im COVID-19-Zusammenhang seit gestern: +479

• COVID-19-Patienten auf Intensivstationen: 3.983
• COVID-19-Patienten, die beatmet werden müssen: 2.383

Datenquellen für Deutschland:

Generelle Einschätzung der Daten

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

Newsletter: Das Corona-Daten-Update

Zum Schluss empfehlen wir Ihnen noch unseren Newsletter zum Thema: In unserem Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihr Postfach. Hier geht es zur Anmeldung.

Grafik: Der Corona-Daten-Update Newsletter
Bildrechte: MDR | Grafik Florian Leue/Martin Paul

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Matthi vor 7 Wochen

Das die Zahlen seit Anfang November Teil Lockdown gestiegen sind ist nach meiner Meinung dem geschuldet das halbherzige Verordnungen erlassen worden von seitens der Politik dazu kommt natürlich auch die Unvernunft der Leute. Wenn jetzt die Politik darüber nachdenkt über Weihnachten zu lockern dann ist es bei diesen Zahlen einfach nur Dumm, dann braucht mir keiner was im Januar vom Total Lockdown zu erzählen. Die Politiker sollten sich mal überlegen ob Menschenleben weniger wert sind wie Wahlgeschenke damit sie nächstes Jahr wiedergewählt werden.

Nelke vor 7 Wochen

Die beschriebene Entwicklung läßt den Gedanken aufkommen, daß die vielfach propagierten Maßnahmen bei weitem nicht ihren Zweck erfüllen. Angesichts übervoller Verkehrsmittel, fehlender Entzerrung des Berufsverkehrs (z.Bsp. durch zeitversetzten Arbeitsbeginn- und -Ende, wo dies möglich ist und Taktver-dichtung) , erst jetzt angewandtem Wechselunterricht, Schließung von Kranken-häusern und Personalabbau der letzten Jahrzehnte ist das auch kein Wunder. Mitverursacher der Misere sind die gleichen Leute, welche die sehr sinnvollen lockdown-Maßnahmen erdacht und beschlossen haben. Im Übrigen wird es bei einem Maßstab von 1 positiv Getesteten auf 2000 Einwohner in 7 Tagen in der Erkältungs-und Grippezeit für immer und ewig Überschreitungen dieses durch aufwändige wissenschaftliche Methoden erarbeiteten Grenzwertes geben... Neue Normalität für immer. Ausblick auf 2021: Wir alle müssen nun zusammen-halten, um die Covid19-bedingte wirtschaftliche Krise neuer Dimension zu bewältigen...

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