Corona-Daten-Update 30.03.2020 Ab sofort noch mehr Corona-Daten aus Ihrer Region

Was ab sofort neu bei uns ist und wie wir Sie noch besser mit Coronavirus-Informationen und den nötigen Erklärungen aus Ihrer Region versorgen möchten, das und mehr im täglichen Corona-Daten-Update.

Mann mit Atemschutzmaske beim Einkaufen
In einigen Ländern gibt es bereits eine Verpflichtung zum Tragen von Atemmasken in Supermärkten. Die Bundesregierung ist dagegen zurückhaltender. Bildrechte: MDR/imago images/Anton Novoderezhkin TASS

Letztes Update: 19.02 Uhr

Das ist ab sofort neu im Corona-Daten-Update

Guten Abend zu einer neuen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. Zum Start in die neue Woche möchte ich Ihnen gerne zwei Neuerungen vorstellen, um Sie jeden Tag noch umfangreicher informieren zu können:

  1. Ab sofort unterstützt mich meine Kollegin Anja Datan-Grajewski beim täglichen Zusammstellen der für Sie relevantesten Informationen. Liebe Anja, herzlich Willkommen und vielen Dank!
  2. Der Fokus im Corona-Daten-Update soll künftig nach und nach noch mehr auf die Regionen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gelegt werden. Selbstverständlich erhalten Sie weiterhin wie gewohnt Informationen aus Deutschland und der Welt – der Blick in die Regionen soll darüber hinaus mit der Zeit noch detaillierter werden.

Dabei gibt es vorab nur noch eine Anmerkung: Beim täglichen Blick auf die Vielzahl von Corona-Daten und deren Quellen stehen wir Journalisten vor der grundsätzlichen Frage: Wollen wir Ihnen die Daten möglichst schnell oder möglichst gründlich und vergleichbar zeigen. Beides zusammen lässt sich – wie an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt – nur in den seltensten Fällen vereinen. Unser Lösungsansatz: Wir zeigen Ihnen einzeln für jedes Bundesland

  1. zunächst die aktuellsten Zahlen, die jeweils bis zum frühen Abend in den Redaktionen von MDR SACHSEN-ANHALT, MDR SACHSEN und MDR THÜRINGEN zusammengetragen wurden.
  2. Getrennt davon erfolgt dann eine Übersicht zur bisherigen Entwicklung verschiedener Corona-Fallzahlen.

Die Daten zur Entwicklung beziehen wir vom Robert-Koch-Institut (RKI). Vorteil: Die Zahlen sind aufgrund Ihrer einheitlichen Entstehung und Übermittlung für Vergleiche sehr gut geeignet. Nachteil: Wir können leider nicht verhindern, dass je nach Region die Daten nicht immer auf dem absolut neuesten Stand sind. So kommt es immer wieder vor, dass Zahlen erst Tage später in der Statistik auftauchen.

Wir sind uns dieser Einschränkung bewusst und machen sie an dieser Stelle transparent. Wir sind aber genauso davon überzeugt, dass der Informationsgehalt dieser Angaben – wie zum Beispiel die tägliche Zahl der Neuinfektionen in Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis oder die Verteilung von Alter und Geschlecht der Infizierten – auch für Sie einen Mehrwert darstellt.

Die aktuelle Lage in Sachsen-Anhalt

Die Gesamtzahl der Infektionen in Sachsen-Anhalt ist am Montag auf 682 gestiegen – 47 mehr als noch am Sonntag. Zudem stieg die Zahl der Verstorbenen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektionen am Montagnachmittag auf sieben, das sind drei mehr als am Wochenende. Mittlerweile werden aus dem Landkreis Wittenberg mehr Infektionsfälle gemeldet aus Magdeburg, mit Abstand die meisten positiven Tests hat nach wie vor die Stadt Halle.

An dieser Stelle – wie eingangs vorstellt – erfolgt der Blick zurück. Wie haben sich die landesweiten Fallzahlen bislang entwickelt und wie genau ist die Lage in Ihrer Region. Und nochmal der Hinweis: Einzelne Daten gehen leider erst mit einigen Tagen Verzug in die Statistik ein. Jüngstes Beispiel: Auf der Homepage des RKI stand am Montagmorgen der Hinweis, dass "trotz erfolgter Übermittlung keine Daten aus Sachsen-Anhalt empfangen" wurden.

Meine Nachfrage beim Landesamt für Verbraucherschutz beantwortet ein Sprecher wie folgt: "Beim Datenempfang beim RKI hat es offenbar technische Probleme gegeben, die sich leider nie zur Gänze werden vermeiden lassen." Die Datenübermittlung sei dennoch sichergestellt, wir müssen uns eben nur noch etwas gedulden.

Historie der Corona-Fallzahlen in Sachsen-Anhalt und den Regionen:

Über die Buttons "weiter" und "zurück" können Sie zwischen den Grafiken hin und her wechseln.

In Sachsen gibt es inzwischen 1.930 bestätigte Infektionsfälle mit dem Coronavirus – ein Anstieg um 114 Fälle im Vergleich zum Sonntag. Die Zahl der Verstorbenen stieg auf 11, einer mehr als am Vortag. Den höchsten Anstieg der Infektionsfälle verzeichnete der Landkreis Zwickau. Hier stiegen die gemeldeten Corona-Fälle um 44 auf insgesamt 330.

Bei der Entwicklung der täglichen Neuinfektionszahl (Grafik 2 in der folgenden Grafik-Galerie) ist mir aufgefallen, dass die zurückliegenden beiden Sonntage durch vergleichsweise wenig neue Infektionen hervorstechen. Das könnte damit zusammenhängen, dass nicht alle Gesundheitsämter auch am Wochenende neue Fälle weiterleiten. Darauf hatte das RKI bereits am vergangenen Wochenende hingewiesen.

Historie der Corona-Fallzahlen in Sachsen und den Regionen:

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In Thüringen ist die Gesamtzahl der infizierten Personen auf 789 gestiegen, 27 mehr als noch am Sonntag. Am stärksten betroffen ist momentan der Landkreis Greiz, gefolgt von Jena und Erfurt. In der Landeshauptstadt wurden allerdings von Sonntag auf Montag keine weiteren neu infizierten Personen gemeldet worden, teilte das Gesundheitsamt mit. 

Betrachtet man die Altersstruktur der bislang Infizierten, so sind in fast allen Regionen die 35- 59-Jährigen am stärksten betroffen. Bei der Geschlechterverteilung hingegen gibt es große Unterschiede. Denn während sich deutschlandweit Männer etwas häufiger als Frauen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben, sind es in einigen Thüringer Regionen deutlich mehr Frauen.

Historie der Corona-Fallzahlen in Thüringen und den Regionen:

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Worauf Sie bei allen Corona-Fallzahlen achten sollten:

  • Achten Sie bei veröffentlichten Fallzahlen immer darauf, woher sie stammen und zu welcher Uhrzeit die Daten erhoben wurden.
  • Vergegenwärtigen Sie sich, dass lokale und regionale Quellen immer schneller sind als überregionale oder bundesweite. Diese wiederum erheben ihre Daten in regelmäßigen, festen Abständen – sind damit also besser für Vergleiche geeignet.
  • Behalten Sie das im Hinterkopf, verlieren Sie nie den Überblick.

Die Corona-Lage in Deutschland

Die Zahl der Infektionen stieg bundesweit nach Angaben des RKI von Sonntag zu Montag um 4.751 auf 57.298. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung nahm um 66 auf 455 zu:

Wie immer gilt: Daten des RKI können aufgrund des Meldeverzugs abweichend von Quellen auf lokaler und regionaler Ebene sein.

Wie schnell Krankenhäuser an ihre Grenzen kommen können, zeigt das Klinikum Wolfsburg: Dort haben sich Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben und aus diesem Grund lässt das Krankenhaus keine Besuche mehr zu, außerdem werden bis auf Kreißsaal und Notaufnahme keine Patienten mehr aufgenommen.

Corona-Situation weltweit

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) stieg die Gesamtzahl der Infektionen bis zum frühen Abend weltweit auf über 740.000. An den Folgen gestorben sind bislang über 35.000 Menschen, die meisten in Italien und Spanien. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gebe in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen.

Die USA sind seit dem Wochenende die Nation mit den meisten Corona-Infektionen weltweit. Über 140.000 Fälle wurden bislang gemeldet. Allein im US-Bundesstaat New York sind mittlerweile mehr als 1.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Der oberste Virologe des Landes befürchtet Millionen Fälle und mehr als 100.000 Tote. US-Präsident Donald Trump sagte bei einer Pressekonferenz, dass die Alltagsbeschränkungen im Land noch bis zum 30. April ausgeweitet werden, da der eigentliche Höhepunkt der Corona-Krise erst in zwei Wochen erwartet wird.

Generelle Einschätzung der Daten Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.


Newsletter: Das Corona-Daten-Update

Wir haben einen neuen Newsletter gestartet: Ihr Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: Was am Tag wichtig war, was für Sie morgen wichtig wird – montags bis freitags um 20 Uhr. Hier geht es zur Anmeldung.

Manuel Mohr
Bildrechte: BR/Philipp Kimmelzwinger

Über den Autor Manuel Mohr arbeitet seit 2017 als Datenjournalist in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT. Sein Aufgabenschwerpunkt liegt in der Recherche und Analyse von Daten und Statistiken, aus denen Geschichten für Online, Radio und Fernsehen entstehen.

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. März 2020 | 17:00 Uhr

5 Kommentare

MDR-Team vor 9 Wochen

Wenn Sie Symptome haben, wenden Sie sich zunächst telefonisch an Ihren Hausarzt. An einigen Teststationen, zum Beispiel beim Drive-in in Halle, ist es möglich sich ohne Termin oder Vorgespräch testen zu lassen. Mehr Informationen finden Sie hier: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/halle/coronavirus-test-drive-in-100.html

FWH vor 9 Wochen

Man hat den Eindruck, in einem Entwicklungsland zu leben. Während man in Südkorea oder Taiwan die Lage in relativ kurzer Zeit durch Massentests in den Griff bekommen hat, gibt es für Sachsen gerade einmal 1400 Tests am Tag, und selbst bei relevanten Symptomen wird der Test abgelehnt, wenn man keinen nachgewiesenen Kontakt zu Positiv Getesteten hatte. So kann sich der Virus ungehindert ausbreiten, wenn man die bereits Infizierten gar nicht kennt und offenbar auch gar nicht kennen will. Ob das nun Unfähigkeit ist oder Ignoranz, vermag ich nicht zu beurteilen.

Rein vor 9 Wochen

Wenn keine entsprechenden Tests zur Verfügung stehen, wird nicht getestet.
Angeblich fehlen auch Labor Kapazitäten. So kommt es das die Zahl der Invizierten relativ sanft ansteigt.
Vor wenigen Tagen wurde noch geschrieben in Sachsen wären es 1800 Tests, heute wurde vom MDR veröffentlicht ca. 1400 wurden getestet. Von einer in die Masse gehenden Testserie querbeet, scheint das Land nicht interessiert zu sein.
In der Metropole Berlin, wird übrigens ca. 2000x getestet, auch nicht viel.

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