Corona-Daten-Update 15.05.2020 So bekommen Sie jederzeit die aktuellsten Corona-Fallzahlen

Manuel Mohr
Bildrechte: BR/Philipp Kimmelzwinger

Ab sofort erscheint das Corona-Daten-Update nicht mehr täglich, sondern ein Mal pro Woche. Was wir bislang gelernt haben und wo Sie jederzeit die neuesten Fallzahlen nachlesen können, das und mehr im Corona-Daten-Update.

Vorschaubild MDR Corona-Daten-Update
Ab sofort informieren wir Sie einmal wöchentlich ausführlich über die aktuelle Corona-Lage in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Bildrechte: MDR/Max Schörm

Guten Abend zur aktuellen Ausgabe des Corona-Daten-Updates. Nach neun Wochen und knapp 50 Ausgaben dieses Formats endet heute eine kleine Ära. Ab sofort werden wir das Corona-Daten-Update statt täglich nun einmal wöchentlich in der bisher bekannten Form veröffentlichen. In der kommenden Woche am Mittwoch, in den darauf folgenden Wochen in der Regel am Freitag. Warum wir uns zu diesem Schritt entschieden haben?

Weil das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen so weit zurückgegangen ist, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus unserer redaktionellen Sicht sinnvoll ist, die Ressourcen, die bislang jeden Tag in dieses Format investiert wurden, auch für andere wichtige Projekte zu nutzen. So möchten wir in den nächsten Wochen und Monaten unter anderem datenjournalistische Schwerpunkte zur anhaltenden Trockenheit sowie zu demografischen Entwicklungen in den Regionen setzen.

Wir beobachten selbstverständlich weiterhin jeder Tag, wie sich die Corona-Daten entwickeln und kehren, wenn es die Situation wieder erforderlich macht, zu einer täglichen Berichterstattung zurück.

Feedback hilfreich für tägliche Arbeit

Ein großes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle an Sie alle aussprechen, die mit großem Interesse in den vergangenen zwei Monaten unsere Arbeit verfolgt haben. Nicht nur die täglichen Zugriffszahlen haben uns immer wieder aufs Neue motiviert, sondern auch vor allem das zahlreiche Feedback, das wir Woche für Woche von Ihnen bekommen haben. Ob Lob, Kritik, Anmerkungen zu bestehenden oder Wünschen für neue Grafiken – der konstruktive und intensive Austausch mit Ihnen hat dieses Format unglaublich bereichert.

Natürlich können Sie sich künftig auch an Tagen, an denen das Corona-Daten-Update nicht in der bisherigen Form erscheint, beim MDR jederzeit über die tagesaktuellen Fallzahlen informieren. Die Daten aus Sachsen-Anhalt, den dazugehörigen Städten und Landkreisen sowie Angaben zu deutschlandweiten Zahlen, finden Sie ab sofort hier (am besten gleich als Lesezeichen im Browser speichern):

Umfassende Corona-Fallzahlen aus Sachsen und Thüringen finden Sie bei unseren Kollegen aus den Landesfunkhäusern in Dresden und Erfurt:

Und sie können natürlich unseren Newsletter abonnieren. Dort fassen wir weiterhin die Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für Sie zusammen und sagen Ihnen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihr Postfach. Hier geht es zur Anmeldung.

Daten-Update Sachsen-Anhalt

• Gesamtzahl der Infektionen: 1.676
• Neuinfektionen seit gestern: +8
• 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Neuinfektionen: 6

• Gesamtzahl (Schätzung) der genesenen Patienten: 1.479
• Genesene Patienten (Schätzung) seit gestern: +8
• Aktuell Infizierte (Schätzung): 143

• Todesfall-Gesamtzahl im COVID-19-Zusammenhang: 54
• Todesfälle im COVID-19-Zusammenhang seit gestern: +0

• COVID-19-Patienten auf Intensivstationen: 14
• COVID-19-Patienten, die beatmet werden müssen: 7

Datenquellen für Sachsen-Anhalt:

Daten-Update Sachsen

• Gesamtzahl der Infektionen: 5.097
• Neuinfektionen seit gestern: +34
• 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Neuinfektionen: 27

• Gesamtzahl (Schätzung) der genesenen Patienten: 4.450
• Genesene Patienten (Schätzung) seit gestern: +30
• Aktuell Infizierte (Schätzung): 449

• Todesfall-Gesamtzahl im COVID-19-Zusammenhang: 198
• Todesfälle im COVID-19-Zusammenhang seit gestern: +2

• COVID-19-Patienten auf Intensivstationen: 54
• COVID-19-Patienten, die beatmet werden müssen: 29

Datenquellen für Sachsen:

Daten-Update Thüringen

• Gesamtzahl der Infektionen: 2.719
• Neuinfektionen seit gestern: +24
• 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Neuinfektionen: 26

• Genesene Patienten laut offiziellen Meldungen: 1.914
• Genesene Patienten seit gestern: +42
• Aktuell Infizierte (Schätzung): 666

• Todesfall-Gesamtzahl im COVID-19-Zusammenhang: 139
Todesfälle im COVID-19-Zusammenhang seit gestern: +2

• COVID-19-Patienten auf Intensivstationen: 34
• COVID-19-Patienten, die beatmet werden müssen: 19

Datenquellen für Thüringen:

Daten-Update Deutschland

• Gesamtzahl der Infektionen: 173.152
• Neuinfektionen seit gestern: +913
• 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Neuinfektionen: 878

• Gesamtzahl (Schätzung) der genesenen Patienten: 151.700
• Genesene Patienten (Schätzung) seit gestern: +1.400
• Aktuell Infizierte (Schätzung): 13.628

• Todesfall-Gesamtzahl im COVID-19-Zusammenhang: 7.824
Todesfälle im COVID-19-Zusammenhang seit gestern: +101

• COVID-19-Patienten auf Intensivstationen: 1.240
• COVID-19-Patienten, die beatmet werden müssen: 824

Datenquellen für Deutschland:

Infektionen, Genesene, Todesfälle: Robert Koch-Institut + eigene Berechnung
Reproduktionszahl (Schätzung): Tägliche Situationsberichte des Robert Koch-Instituts
Intesivpatiente

Was wir anhand von Corona-Daten wissen

Wie werden Corona-Fälle überhaupt gezählt?

Ein Arzt oder ein Labor stellt mittels eines Testverfahrens (zum Beispiel Rachenabstrich) bei einem Patienten die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 fest. Ein positives Testergebnis muss dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden gemäß Meldepflichtverordnung mitgeteilt werden.

Die so eingehenden Fälle werden von den zuständigen Gesundheitsämtern elektronisch an die zuständigen Landesbehörden und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt. Nach und nach tauchen neue Corona-Infektionen entlang dieser Meldekette zuerst in den Statistiken der lokalen Behörden und etwas später dann in denen der regionalen und bundesweiten Meldestellen auf.

Warum unterscheiden sich die Fallzahlen je nach Quelle?

Durch die eben beschriebene Meldekette kann es bei der Übermittlung zu einem Zeitverzug von einigen Stunden bis hin zu einigen Tagen kommen. Vorsicht also, wenn Sie beispielsweise die Angaben einer Landesbehörde am selben Tag noch mit den RKI-Zahlen für das gleiche Bundesland vergleichen.

Oder wenn die Angaben eines Landkreises höher sind als die der Landesbehörden. Schnell ist man da beim berühmten Vergleich von Äpfeln und Birnen. Das Vorgehen aller Institutionen ist legitim und durchaus nachvollziehbar, führt aber immer wieder dazu, dass in der Öffentlichkeit verschiedene Zahlen kursieren.

Welche Daten nutzen wir für das tägliche Corona-Daten-Update?

Um Sie möglichst umfangreich zu informieren, nutzen wir verschiedene Quellen. Bei der aktuellen Lage aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen greifen wir auf die jeweils neuesten landesweiten Zahlen zurück, die den MDR-Redaktionen in Magdeburg, Dresden und Erfurt am frühen Abend vorliegen.

In Sachsen-Anhalt sind das die Daten des Sozialministeriums, die zwei Mal pro Tag aktualisiert werden. Aus Sachsen stammen die Zahlen ebenfalls vom dortigen Sozialministerium und werden immer mittags aktualisiert. Da die Thüringer Landesregierung bereits immer am Vormittag das einzige Update des Tages veröffentlicht, erheben unsere Kollegen von MDR THÜRINGEN bis zum Abend selbst neue Fallzahlen, die einzelne Landkreise und Städte im Tagesverlauf veröffentlichen.

Um die Entwicklung der Corona-Daten auf Landes- und Kreisebene von Beginn an zu zeigen, verwenden wir ausschließlich Daten des RKI. Diese werden zwar nur einmal täglich aktualisiert, dafür aber aufgrund des Meldeverfahrens immer einheitlich. Sie sind deshalb für Vergleiche und das Betrachten von zeitlichen Entwicklungen gut geeignet.

Das RKI ist ebenfalls unsere Quelle für die deutschlandweiten Zahlen, die weltweiten stammen von der Johns-Hopkins-Universität (JHU) aus den USA. Mithilfe dieser Quellen ist es uns möglich, Ihnen einerseits sehr aktuelle Fallzahlen auf Bundesland- und Kreisebene und andererseits längerfristige Trends und Entwicklungen zu zeigen.

Welche Rolle spielen Alter und Geschlecht bei Corona-Infektionen und -Todesfällen?

Das Durchschnittsalter eines Infizierten in Deutschland liegt momentan bei knapp unter 50 Jahren. Die Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen ist bislang am häufigsten von Infektionen betroffen. Allerdings: Über 80 Prozent aller bislang in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion Verstorbenen waren über 70 Jahre alt. Auch wenn nur etwa jeder zehnte Infizierte über 70 ist, so sind beinahe 9 von 10 Verstorbenen über 70 – und damit besonders gefährdet.

Das Verhältnis bei den Infektionsfällen ist zwischen Männern und Frauen fast ausgeglichen. Bei den Verstorbenen hingegen sind die Mehrheit Männer – und das, obwohl je älter die Menschen in Deutschland werden, der Anteil der Frauen umso höher ist. Männer im hohen Alter sind also – obwohl es sie seltener gibt – häufiger unter den Verstorbenen.

Warum ist bei Corona-Fällen auch immer die Einwohnerzahl wichtig?

Einwohnerzahlen sind wichtig, weil sie reine, absolute Fallzahlen in Bezug zur Bevölkerung setzen und Daten damit besser vergleichbar machen. Ein Beispiel dazu aus der Kriminologie: 2018 wurden in Berlin etwa 30.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet. In Halle waren es hingegen nur rund 3.600. In absoluten Zahlen waren Berliner also weitaus stärker betroffen. Berücksichtigt man nun aber die verschiedenen Einwohnerzahlen – relativiert also die Fallzahlen – ergibt sich ein anderes Bild: Auf 100.000 Einwohner kommen demnach rund 1.500 Fälle in Halle und etwa 830 in Berlin.

Mithilfe dieser sogenannten Häufigkeitszahl ist es uns möglich, die Corona-Fallzahlen aus verschiedenen großen Städten, Landkreisen und Bundesländern besser miteinander vergleichen und Rückschlüsse auf die Lage vor Ort ziehen zu können. Deshalb sind Fallzahlen bezogen auf 100.000 Einwohner auch immer Bestandteil unserer Daten-Updates.

Wie stark sind Krankenhäuser mit Corona-Patienten ausgelastet?

Alle Maßnahmen – wie etwa Kita- und Schulschließungen oder Kontaktbeschränkungen – haben zum Ziel, dass sich möglichst wenige Menschen zeitgleich mit dem neuartigen Coronavirus anstecken und folglich nicht zu viele Infizierte gleichzeitig auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Momentan wird deshalb ein bundesweites Intensivregister aufgebaut, in das Kliniken ihre intensivmedizinischen Kapazitäten und die intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle eintragen.

Auch wenn gegenwärtig noch nicht alle Krankenhäuser an der Datenerhebung mitwirken, zeigen die Zahlen unserer Meinung nach ein aktuelles und realistisches Bild über die Lage in den Kliniken. Und bislang sind glücklicherweise die Kliniken noch nicht an ihre Grenzen gestoßen und können alle Covid-19-Patienten ausreichend versorgen.

Was wir anhand von Corona-Daten nicht wissen

Wie viele Menschen sind wirklich infiziert?

Menschen sind wirklich infiziert?

Aus unseren Daten-Quellen wird ersichtlich, in wie vielen Fällen ein Corona-Test positiv ausgefallen ist – sei es pro Landkreis, Bundesland oder bundesweit. Was sich daraus nicht ablesen lässt, ist die tatsächliche Anzahl der Infizierten. Warum?

Weil im Gegensatz zur Infektion eine Genesung nicht meldepflichtig ist. Zu welchem Zeitpunkt ein Infizierter wieder vollständig gesund ist, wird also nicht exakt erhoben. Zwar gibt es Schätzungen, in die verschiedene Krankheitsverläufe eingerechnet sind, aber es sind und bleiben Schätzungen.
Nicht jeder Infizierte wird auch getestet. Bei vielen Betroffenen treten nach der Infektion keine oder nur sehr milde Symptome auf. Wie hoch die sogenannte Dunkelziffer der Nicht-Getesteten ist, i

Wie entwickelt sich die Epidmie weiter?

Anhand der bisherigen Entwicklung ist es für uns nicht möglich, basierend auf den öffentlichen Daten den weiteren Verlauf der Corona-Epidemie vorherzusagen. Was wir können, ist die bisherige Entwicklung und den aktuellen Stand zu beschreiben.

Woran sind Covid-19-Patienten wirklich gestorben?

Mit zunehmendem Alter und der Zahl der Vorerkrankungen steigt für Covid-19-Patienten das Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe. Dabei wird aus den öffentlich zugänglichen Daten nicht ersichtlich, inwieweit eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus die alleinige Todesursache war oder nicht.


Generelle Einschätzung der Daten

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

Newsletter: Das Corona-Daten-Update

Grafik: Der Corona-Daten-Update Newsletter
Bildrechte: MDR | Grafik Florian Leue/Martin Paul

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. Mai 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

nie wieder cdu vor 12 Wochen

Was ist mit der Dunkelziffer, ich habe Angst das da was verschwiegen wird.

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