Zusätzliche Fahrzeuge Corona-Regeln sorgen für Engpässe bei Schulbussen

Derzeit heißt es Abstand halten – erst recht in Bus und Bahn. Das führt dazu, dass in Sachsen-Anhalt hier und da die Schulbusse knapp werden. Grund: Die Busse können teilweise nur noch wenige Schülerinnen und Schüler transportieren, damit die Abstände eingehalten werden können. Das führt zu Engpässen – und dazu, dass improvisiert werden muss.

Busse für den Schülerfahrverkehr werden am auf dem Betriebsgelände der Firma "Stendal-Bus" in Stendal (Sachsen-Anhalt) von der Polizei auf ihre Verkehrssicherheit überprüft.
Die Corona-Beschränkungen setzen die Landkreise und Busunternehmen in Sachsen-Anhalt unter Druck. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In einigen Teilen in Sachsen-Anhalt sind zu wenige Schulbusse unterwegs. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Vor allem im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und im Landkreis Wittenberg gebe es morgens und abends Engpässe. Nach Angaben des zuständigen Busunternehmens geraten zwischen 6 und 8 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr – in den Zeiten also, in denen viele Schülerinnen und Schüler unterwegs sind – sogar Gelenkbusse an ihre Kapazitätsgrenzen. Geschäftsführer Maik Janak sagte MDR SACHSEN-ANHALT, zwar könnten zehn Reisebusse kurzfristig für den Schulverkehr eingesetzt werden. Allerdings seien die Landkreise und das Land für eine neue Finanzierung gefragt.

In Dessau-Roßlau sind derzeit sechs Verstärkerbusse im Einsatz. Sie fahren direkt von den Wohngebieten zu den Schulstandorten. Allerdings gebe es zu den Stoßzeiten auch hier Engpässe, sagte der Geschäftsführer der Dessauer Verkehrs-AG, Torsten Ceglarek, MDR SACHSEN-ANHALT. Zusätzliche Busse könnten nicht so schnell bereitgestellt werden, da kaum ein Bus im Depot zur Reserve stehe. Außerdem brauche es Zeit, neue Busse und neue Fahrer anzuschaffen.

Im Süden Sachsen-Anhalts haben einige Unternehmen bereits auf die verstärkte Nachfrage reagiert. Der Burgenlandkreis hat vier zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz, damit die 6.000 Schülerinnen und Schüler im Landkreis befördert werden können. Auch Reisebusunternehmen würden mit eingebunden, die auf den Strecken im Raum Zeitz, Droyßig, Nebra und Eckhardtsberga unterwegs sind. Überfüllt sind die Busse nach Angaben des Nahverkehrsbetreibers PVG Burgenlandkreis nicht.

Alte Tatra-Straßenbahn reaktiviert

Die Stadt Halle hat nach eigenen Angaben die Fahrpläne während des Schulverkehrs angepasst. Das städtische Nahverkehrsunternehmen HAVAG habe dafür wieder eine alte Tatra-Straßenbahn im Einsatz. Eigentlich war die letzte dieser Art im Frühjahr aus dem Verkehr genommen worden, um sie für historische Stadtfahrten einzusetzen.

Die Frontpartie einer Tatrabahn
In Halle werden alte Tatrabahnen, die eigentlich schon im "Ruhestand" waren, wieder reaktiviert. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Stefan Hellem

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Ausreichend ist die Anzahl der Busse dagegen Landkreis Stendal und auch im Altmarkkreis Salzwedel. Wie das zuständige Busunternehmen im Altmarkkreis MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, wird ohnehin nicht mit vollbesetzten Bussen geplant. Deshalb reichten die Busse derzeit aus.

Die Harzer Verkehrsbetriebe haben sich zwei gebrauchte Gelenkbusse angeschafft. Diese sollten bereits Montag in den Linienbetrieb gehen. Die Gelenkbusse sollen kleinere Busse ersetzen, um gerade im Schülerverkehr mehr Abstand zwischen den Fahrgästen zu ermöglichen, hieß es.

Quelle: MDR/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. November 2020 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

ElBuffo vor 2 Wochen

Müssten doch noch die ganzen Reisebusse, Flixbusse usw. derzeit inklusive Fahrer sinnlos rumstehen? Könnte man doch sicher recht schnell aktivieren und ein paar Jobs sind auch noch gerettet. Aber ne, es werden die Vermieter von Renditeimmobilien an der Ostsee und sonstwo gepampert, weil gerade keiner Urlaub macht. Total krank und zeigt, wo hier nach wie vor die Prioritäten gesetzt werden.

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