OB appelliert, Kontakte zu verringern Schwellenwert 50 überschritten: Auch Halle nun sogenannter Corona-Hotspot

In Halle ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz von 50 überschritten. Oberbürgermeister Wiegand appelliert an die Menschen in der Stadt, ihre sozialen Kontakte zu verringern. Bei Kontrollen der Maskenpflicht in der Altstadt wurden gestern mehrere Verstöße festgestellt.

Kostenloser Corona-Test an einer Rastanlage
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Die Stadt Halle gilt nun offiziell als sogenannter innerdeutscher Corona-Hotspot. Das teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Sonnabend auf der täglichen Pressekonferenz der Stadt mit. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner lag in den vergangenen sieben Tagen demnach bei 54,05. Damit hat die Saalestadt am Sonnabend zum ersten Mal die sogenannte 7-Tage-Inzidenz überschritten. Wiegand sprach von Warnstufe "rot".

Ordnungsamt verwarnt Menschen ohne Maske

Der OB sagte weiter, das komme nach den Entwicklungen der vergangenen Woche nicht überraschend. Halle habe deshalb schon vor geraumer Zeit festgelegt, erste Warnungen ab einem Inzidenzwert von 35 einzuleiten. Private Feiern mit mehr als 15 Menschen sind seitdem verboten, in Teilen der Stadt gilt deshalb bereits seit Donnerstag eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Oberbürgermeister Wiegand sagte am Sonnabend, das Ordnungsamt habe am Freitag 442 mündliche Verwarnungen ausgesprochen, weil Hallenserinnen und Hallenser keinen Mund-Nasen-Schutz getragen hätten. Fast alle hätten daraufhin eine Maske aufgesetzt, in vier Fällen sei ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Wiegand lobte, dass ein großer Teil der Menschen in Halle sich an die Pflicht gehalten hätten.

Oberbürgermeister Wiegand appellierte an die Menschen in der Stadt, ihre sozialen Kontakte zu verringern. "Machen Sie nur Reisen, wenn diese zwingend notwendig sind", sagte er. Der Oberbürgermeister verwies auf das Bürgertelefon der Stadt, das an sieben Tagen in der Woche erreichbar ist.

Wiegand erklärte zudem, dass es acht positive Corona-Infektionen an der Gemeinschaftsschule "Kastanienallee" gibt. Das betreffe eine Lehrkraft und sieben Schülerinnen und Schüler. Der Oberbürgermeister kündigte an, dort werde ab Montag für mehrere Klassen kein regulärer Unterricht möglich sein. Die Stadt werde am Sonntag eine Checkliste für den Schulstart vorstellen und online veröffentlichen.

Zahl der Toten überschreitet 10.000, viele Intensivbetten sind frei

Für ganz Deutschland hat das Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 14.714 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das geht aus Zahlen hervor, die am Sonnabendmorgen veröffentlicht wurden. Freitag waren es zur gleichen Zeit etwa 11.000 gewesen. In die neuen Zahlen sind aber auch die Infektionen eingerechnet, die wegen einer Daten-Panne am Donnerstag noch nicht erfasst worden waren. Was die Zahlen außerdem zeigen: Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland mehr als 10.000 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Unterdessen sehen die Kliniken und Krankenhäuser in Deutschland sich für eine zweite Corona-Welle gut gerüstet. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft sind die Krankenhäuser hoch alarmiert, aber nicht hektisch. Hauptgeschäftsführer Baum sagte der Zeitung "Mannheimer Morgen", die Kapazitäten würden noch lange reichen, ehe es bedenklich werde. Es gebe in Deutschland momentan mehr als 8.000 freie Intensivbetten, weitere 10.000 könnten kurzfristig frei gemacht werden. Laut Baum werden derzeit etwa 1.000 Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, intensivmedizinisch behandelt.

Unterdessen steht auch Magdeburg kurz unter einer Inzidenz von 50. Nach Zahlen von Freitag liegt der Wert bei 48,83. Aktuelle Zahlen für Sonnabend veröffentlichte die Stadtverwaltung bislang nicht. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hatte bereits am Freitag an die Menschen appelliert, keine Feiern im Privaten zu feiern.

Im Laufe dieser Woche hatten bereits die Landkreise Jerichower Land und Burgenlandkreis die 7-Tage-Inzidenz von 50 überschritten. Auch dort gelten seit dieser Woche strengere Regeln, vor allem für Feiern im privaten Raum.

Was ist die 7-Tage-Inzidenz?

Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele neue Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner es in den jeweils vergangenen sieben Tagen gab. So lässt sich nachvollziehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt hat. Für die Sieben-Tages-Inzidenz gibt es zwei Schwellenwerte: Der erste liegt bei 35, der zweite bei 50. Was passiert, wenn eine Region die Werte erreicht, entscheiden das Robert Koch-Institut und Politikerinnen und Politiker. Während der Schwellenwert von 35 eher eine Art Warnwert ist, können ab dem Wert von 50 Politikerinnen und Politiker Maßnahmen ergreifen.

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Anhalter vor 4 Wochen

Wenn Sie schon Zahlen veröffentlichen, dann doch bitte aktuelle und nicht die vom 23.10.2020 am 26.10.2020.

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