Impfung gegen Corona Corona-Impfzentren in Sachsen-Anhalt: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Sachsen-Anhalt bereitet sich darauf vor, Corona-Impfzentren in jedem Landkreis aufzubauen. Warum diese Zentren benötigt werden, woher der Impfstoff kommt und wer zuerst geimpft werden soll: MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen.

Corona-Impfstoff
Impfzentren in Sachsen-Anhalt ab 2021: Bis Dezember soll feststehen, wo genau die Zentren öffnen werden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Ab 2021 soll gegen das Coronavirus geimpft werden. Das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt plant, dafür in jedem Landkreis bzw. jeder kreisfreien Stadt mindestens ein Impfzentrum einzurichten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums hervor.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagt: "Ziel ist es, die organisatorische Vorbereitung im Dezember dieses Jahres abzuschließen." Dann werde auch feststehen, wo genau die Impfzentren öffnen werden. Geprüft werde außerdem, mobile Impf-Teams einzusetzen. Grimm-Benne sagt, es sei wichtig, alle Risikogruppen, die keine längeren Wege mehr zurücklegen können, mit Impfstoff zu versorgen.

Wer soll zuerst gegen Corona geimpft werden?

Gesundheitsministerin Grimm-Benne erklärte, es sei zu erwarten, dass zumindest am Anfang nicht für alle impfbereiten Personen genügend Impfstoffdosen bereitstünden. Die Verteilung des Impfstoffs solle anhand klarer und transparenter Kriterien priorisiert werden.

Impfempfehlungen als Grundlage für Bund und Länder kommen von der Ständigen Impfkommission, der halleschen Wissenschaftsakademie Leopoldina und des Deutschen Ethikrats. So sollen etwa Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen zuerst geimpft werden. Das Positionspapier der ständigen Impfkommission, des deutschen Ethikrats und der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina nennt als zweite Gruppe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gesundheitssystem. Dazu zählen Klinikpersonal oder Altenpfleger und Altenpflegerinnen. Danach sollen Impfungen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Gesundheitsämtern, Sicherheitsbehörden, der Polizei, Feuerwehrleute, Lehrkräfte und Erzieher und Erzieherinnen folgen.

Ethikrat, Impfkommission und Leopoldina wollen ihre Empfehlungen aber noch verfeinern. Die Priorisierung müsse von den Verantwortungsträgern der Politik erst festgesetzt werden, so der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens.

Wie sieht die Impfbereitschaft in Deutschland aus?

Nach dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend ist die Impfbereitschaft der Deutschen leicht zurückgegangen (Stand: November 2020).

  • 37 Prozent der Befragten erklärten, sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen. Im August waren es noch 44 Prozent.
  • 34 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass sie sich impfen lassen.
  • 29 Prozent lehnen eine Impfung ab.

Woher kommt der Impfstoff?

Entwickelt wird der Impfstoff von der Mainzer Firma Biontech zusammen mit dem US-Unternehmen Pfizer. Der Impfstoff wird zum Teil auch in Sachsen-Anhalt produziert. Die Dermapharm AG aus München produziert den von Biontech und Pfizer entwickelten Impfstoff aktuell an ihrem Hauptstandort in Brehna in Anhalt-Bitterfeld. Das berichtete die Mitteldeutsche Zeitung.

Biontech und Pfizer wollen noch in diesem Monat die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragen. Mittlerweile ist der Impfstoff in seiner dritten Prüfphase, heißt es auf SPIEGEL ONLINE. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hält den Coronavirus-Impfstoff von Biontech und Pfizer für unbedenklich. Mertens sagte dem MDR, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Wirkstoff die DNA der Menschen verändere. Auch müsse man nach allem, was man jetzt wisse, nicht mit Langzeitfolgen rechnen.

Nachrichten

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 46 min
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MDR AKTUELL Di 10.11.2020 15:45Uhr 46:28 min

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Warum soll Sachsen-Anhalt Impfzentren bekommen?

Das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt geht davon aus, dass die Impfungen nur in Impfzentren kontrolliert und effizient durchgeführt werden können. Denn das Verteilen und Lagern der Impfstoffe sowie die Organisation der Impfung sei komplex.

Auf tagesschau.de heißt es, der Umgang mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer sei eine logistische Herausforderung. Die Fläschchen mit dem Impfstoff müssen bei rund minus 70 Grad gefroren bis zum Impfzentrum transportiert werden. Laut Pfizer sei für die Lagerung der Impfdosen ein sogenannter "Thermo-Koffer" entwickelt worden. Darin können die Impfdosen mit Trockeneis bis zu zehn Tage bei etwa minus 75 Grad Celsius gelagert werden.

Sollten es die Rahmenbedingungen zulassen, können zu einem späteren Zeitpunkt Impfstoffe über die Ärzteschaft und Apotheken verteilt werden, so das Gesundheitsministerium.

Wer trägt die Kosten für die Impfzentren?

Nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom vergangenen Freitag ist vorgesehen, dass der Bund die Impfstoffe beschafft, finanziert und gemäß Bevölkerungsanteil in die Länder verteilt. Die Länder sind an der Einrichtung von Impfzentren finanziell beteiligt und für die Beschaffung von Impfzubehör zuständig. Dazu zählen bislang rund 1,3 Millionen Spritzen sowie 1,55 Millionen Kanülen. Das kostet rund 43.500 Euro.

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Quelle: MDR/mf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. November 2020 | 12:02 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 1 Wochen

Ich bin ja mal gespannt, wer sich da freiwillig impfen lässt. Mit Zeugs, wo die Nebenwirkungen noch gar nicht alle feststehen.

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