Corona-Daten-Newsletter | Donnerstag, 6. August 2020 Mehr als 1.000 Neuinfektionen an einem Tag

Maria Hendrischke
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Am Mittwoch sind in Deutschland mehr als 1.000 neue Coronavirus-Infektionen registriert worden. Außerdem werden Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten Pflicht. Lesen Sie hier den ganzen Corona-Daten-Newsletter.

Collage mit Newsletter-Logo: Reiserückkehrer gehen zum Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf.
Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten müssen sich ab Samstag nach der Einreise in Deutschland testen lassen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zur heutigen Newsletter-Ausgabe. Leider haben die Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland innerhalb eines Tages die Tausender-Marke geknackt. Bundesweit sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gestern 1.045 neue Infektionen gemeldet worden.

Wenn wir auf die vergangenen sieben Tage zurückblicken, sind im Schnitt etwas mehr als 750 Neuinfektionen pro Tag festgestellt worden. So hoch lag dieser Wert zuletzt Mitte Mai, in der Zwischenzeit war er stets niedriger. 

In diesem Newsletter lesen Sie, in welchen Bundesländern die Zahl der Neuinfektionen besonders stark zugenommen hat. Spoiler: Unsere drei mitteldeutschen Bundesländer sind zum Glück weiterhin vergleichsweise wenig betroffen. Außerdem erfahren Sie von einer wichtigen Neuerung für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Wie immer erhalten Sie hier eine Übersicht zum Infektionsgeschehen. Dabei möchte ich wie schon gestern wieder auf die Bundesländer eingehen, in denen am Mittwoch besonders viele neue Fälle festgestellt worden sind. Ich habe mir dazu die Daten des RKI angesehen.

Von den etwa 1.000 Corona-Neuinfektionen entfallen demnach 425 auf Nordrhein-Westfalen. Am Vortag, von Dienstag auf Mittwoch, sind bereits 341 Fälle gemeldet worden. 205 neue Infektionen verzeichnet Bayern. Am Vortag waren dort 98 Neuinfektionen festgestellt worden. 

Alle Bundesländer haben am Mittwoch neue Fälle gemeldet, aber in keinem weiteren Land ist der Anstieg im dreistelligen Bereich. Berlin liegt mit 91 Neuinfektionen allerdings nur knapp darunter. 

Nun die Daten zum Infektionsgeschehen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:

Sachsen

  • Schätzung der aktiven Fälle: 115 ↗ (+40 zum Vortag)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 226 (+0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 5.280 (+5)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 5.621 (+45)

Sachsen-Anhalt

  • Schätzung der aktiven Fälle: 81 ↗ (+3 zum Vortag)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 64 (+0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 1.905 (+3)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 2.050 (+6)

Thüringen

  • Schätzung der aktiven Fälle: 76 ↗ (+7 zum Vortag)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 189 (+0)
  • Zahl der genesenen Patienten: 3.151 (+4)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 3.416 (+11)

Eine Erklärung, die bisweilen bei einem Anstieg der Coronafälle angeführt wird (zum Beispiel vom US-Präsidenten Trump): Weil mehr getestet wird, steigt auch die Zahl der positiven Testergebnisse. Warum diese Erklärung bei der aktuellen Zunahme der neuen Fälle in Deutschland nicht stichhaltig ist, erklärt mein Kollege Fabian Held in diesem Video:

Was der Anstieg der Neuinfektionen für Reisende bedeutet

Worum geht es?

Zuletzt gab es immer wieder Berichte über Reiserückkehrer, die sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert haben, so beispielsweise in Thüringen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat heute in einer Pressekonferenz gesagt, dass der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowohl auf Ansteckungen innerhalb Deutschlands als auch auf Reiserückkehrer zurückzuführen sei.

Ab Samstag seien Reiserückkehrer aus bestimmten Ländern daher verpflichtet, sich auf Corona testen zu lassen, so Spahn. An Flughäfen solle es Teststationen geben und auch für Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto einreisen, sollen Möglichkeiten geschaffen werden. Jede so entdeckte Infektion mache einen Unterschied, sagte Spahn.

Werde der Corona-Test nicht gemacht, drohten Bußgelder, sagte Spahn. Bisher ist der Test für Zurückkehrende freiwillig. 

Für welche Urlauber gilt die Testpflicht?

Für Urlauber, die aus sogenannten Corona-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. Als Risikogebiete gelten derzeit fast alle Staaten außerhalb der EU. Innerhalb der EU zählen momentan außerdem eine Region in Belgien und drei Gebiete in Spanien dazu. Eine Übersicht vom RKI über alle Risikogebiete finden Sie hier.

Was kostet der Corona-Test für Rückkehrer?

Spahn sagte, dass sich Rückkehrer aus Risikogebieten kostenlos auf Corona testen lassen könnten. Er halte nichts von der Debatte "Wer sich einen Urlaub leisten kann, soll gefälligst auch den Test selbst bezahlen", erklärte er. Von der Gesellschaft dürfe das Testen nicht zu einer sozialen Frage gemacht werden.

Was heute außerdem los war

Angesichts der wieder steigenden Fallzahlen erstaunt es nicht, dass mehr als 80 Prozent der Deutschen davon ausgehen, dass die Corona-Schutzmaßnahmen bis Jahresende noch einmal verschärft werden. Viele rechnen sogar mit härteren Maßnahmen als im Frühjahr. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des "Spiegels" hervor, deren Ergebnis heute veröffentlicht wurde.

Virologen dagegen gehen davon aus, dass ein zweiter Lockdown vermeidbar wäre. Darum geht es in der heutigen Folge des Podcasts "Kekulés Corona-Kompass"

Mehr zu den verpflichtenden Corona-Tests und was in Deutschland und der Welt in Sachen Coronavirus heute noch wichtig war, können Sie im Ticker nachlesen. 

Lesetipp: Corona und der Arbeitsmarkt

Dieser Newsletter heißt bekanntlich "Corona-Daten-Update". Darum möchte ich Ihnen abschließend noch einen Artikel empfehlen, bei dem es viel um wirtschaftliche Daten geht – aber natürlich auch um das Coronavirus.

Meine Kollegen Martin Paul und Manuel Mohr haben sich umfassend mit dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt auseinandergesetzt. Hier können Sie den ersten Teil ihrer Auswertung lesen:

Das war es für heute von mir. Ich hoffe, Sie können heute Nacht trotz der Hitze gut schlafen. Morgen lesen Sie alles Wichtige zum Coronavirus-Geschehen von meinem Kollegen Luca Deutschländer.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!
Maria Hendrischke

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Quelle: MDR/mh

2 Kommentare

MDR-Team vor 23 Wochen

Wir können Ihnen dazu eine Reihe an Artikeln empfehlen.
Zu der Zuverlässigkeit der Tests: https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/wie-zuverlaessig-ist-der-coronatest-100.html

Wie man die Ergebnisse richtig interpretiert: https://www.aerzteblatt.de/archiv/214370/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Ergebnisse-richtig-interpretieren

Und das Verhältnis der Anzahl der Tests zu Neuinfektionen veröffentlicht das RKI immer mittwochs in einem Situationsbericht. (Seite 11): https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-08-05-de.pdf?__blob=publicationFile

Felix vor 23 Wochen

@MDR: Können Sie herausbekommen, welche der PCR-Tests und wie oft momentan verwendet werden? Interessant wäre dazu, welche Spezifität und Sensität die Tests haben. Und wie hat sich das Verhältnis der Tests innerhalb der letzten Wochen/Monaten geändert? All dies wäre wichtig, um die täglichen Zahlen der "Neuinfizierten" einordnen zu können. Genauso wäre eine Angabe, wie viele der positiv Getesteten wirklich Symptome zeigen, sinnvoll. Die Anzahl der positiven PCR-Tests ist nicht nur abhängig von der Anzahl der Tests, sondern auch von der Art und der Durchführung der Tests - vor allem, wenn die positiven Ergebnisse alle in so einem niedrigen Bereich liegen, dass sie im Fehlerbereich der PCR-Tests liegen. Der Fehlerbereich der PCR-Tests ist das Minimum (das Grundrauschen) - weniger positive Ergebnisse kann man nicht bekommen und die Gefahr ist, dass dies dann auch alles Falschpositive sind. Um die Lage in Dtl. realistisch einschätzen zu können, braucht es also zwingend Infos zu den Tests.

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