Corona-Daten-Newsletter | Donnerstag, 17. September 2020 Neue Risikogebiete

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im Corona-Newsletter: Das Robert-Koch-Institut hat die Liste der Risikogebiete aktualisiert und die höchste Zahl von Neuinfektionen seit April gemeldet. Gleichzeitig gibt es einen Rückstau bei Laboren, die Coronatests durchführen.

Nur wenige Personen gehen durch die Mall am Flughafen Leipzig/Halle.
Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss 14 Tage in Quarantäne bleiben. Bildrechte: dpa

Liebe Leserinnen und Leser, 

das Robert-Koch-Institut (RKI) hat heute eine Zahl von Neuinfektionen gemeldet, die so hoch ist wie seit April nicht mehr. Hinzu kommt, dass die Labore nicht mit der großen Zahl von Coronatest hinterherkommen und es einen Rückstau gibt. Die Zahl der Infizierten liegt also womöglich noch höher. 

Außerdem hat das RKI die Liste der Risikogebiete aktualisiert. Es sind zwölf Regionen dazugekommen. Nur zwei wurden hingegen von der Liste entfernt. Was Sie bei der Rückkehr aus einem der Gebiete beachten müssen und wer die Tests für Reiserückkehrer bezahlt, habe ich Ihnen noch mal aufgeschrieben. 

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Auf einen Blick: Die aktuellen Daten

Deutschlandweit wurde ein Höchstwert der Neuinfektionen erreicht, den es sei April nicht mehr gegeben hatte: 2.194. Allein in Bayern hat es 823 Neuinfektionen gegeben. Etwa halb soviele Neuinfektionen meldete Nordrhein-Westfalen mit 410. In Baden-Württemberg wurden 286 neue Fälle gemeldet. So ist die Lage in unseren drei Bundesländern:

Sachsen

  • Aktive Fälle: ↗ 474 (+18 zum Vortag)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 5.890 (+30)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 227 (+0)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 6.591 (+48)

Thüringen

  • Aktive Fälle: ↗ 217 (+12 zum Vortag)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 3496 (+14)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 193 (+0)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 3906 (+26)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: ↗ 124 (+2 zum Vortag)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 2.191 (+10)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 66 (+0)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 2.381 (+12)

Informationen für Reiserückkehrer

Das RKI hat die Liste der Risikogebiete aktualisiert. Zu den neuen Risikogebieten zählen:

  • Frankreich: die Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion
  • Kroatien: die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina
  • Niederlande: die Provinzen Nordholland (Noord-Holland) und Südholland (Zuid-Holland)
  • Österreich: das Bundesland Wien
  • Rumänien: die Kreise Neamt und Caras Severin
  • Schweiz: das Kanton Freiburg (Fribourg)
  • Tschechien: die Region Středočeský (Mittelböhmische Region) um Prag
  • Ungarn: die Hauptstadt Budapest 

Entwarnung gab es nur für zwei Kreise in Rumänien: Arges und Dambovita in Rumänien. Sie gelten nicht mehr als Risikogebiete.
Alle Risikogebiete finden Sie auf der Webseite der RKI.  

Für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt (weiterhin):

Wer von einer Reise aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich 14 Tage in Quarantäne begeben. Das gilt auch, wenn Sie zwischendurch noch in einem Nicht-Risikogebiet waren, aber der Aufenthalt im Risikogebiet nicht länger als 14 Tage zurückliegt. Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich bei den zuständigen Behörden melden

Der Test auf das Coronavirus wird vom Bund übernommen.

Am Dienstag ist eine aktualisierte Verordnung des Bundes in Kraft getreten, die den Anspruch auf Coronatests festlegt.

Demnach haben Personen, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, innerhalb von 10 Tagen nach der Einreise Anspruch auf einen Coronatest auf Kosten des Bundes. Das Gespräch zum Test, der Abstrich, die Labordiagnostik und gegebenenfalls eine Bescheinigung über das positive Testergebnis werden bezahlt.

In der Verordnung heißt es zudem, dass die Tests einmal wiederholt werden können – der Bund übernimmt also die Kosten für zwei Tests für Reiserückkehrer. Die Tests werden beim Hausarzt (vorher anrufen!) oder in einem Testzentrum durchgeführt.

Labore kommen nicht hinterher

Einen Haken hat die Sache: Zwar ist es schön und gut, dass der Bund in vielen Fällen die Testkosten übernimmt, aber es gibt derzeit einen Rückstau in den Laboren. Mehr als 32.400 Proben müssen aktuell noch bearbeitet werden. Grund sind unter anderem Lieferengpässe. Dieser Rückstau hat auch Auswirkungen auf die Infektionszahlen, die durch Nachmeldungen noch steigen könnten.

Ende August hatte es bereits Berichte über überlastete Labore gegeben. In den Laboren in Mitteldeutschland war die Lage zu dem Zeitpunkt verhältnismäßig entspannt

Coronatests in Zahlen

  • 14.6 Millionen Tests in Deutschland bisher
  • rund 300.000 Tests positiv
  • 252 Labore

Was heute außerdem los war

Eine Meldung, die mich heute besonders zum Nachdenken gebracht hat: In Düsseldorf haben Hacker das System des Uniklinikums lahmgelegt. Sie wollten Geld erpressen – eigentlich von der Universität, nicht vom Klinikum. Die Folge des Hacks: Eine Notfallpatientin konnte nicht aufgenommen werden und sollte in ein anderes Krankenhaus gebracht werden. Die Frau ist gestorben.

Mundschutz in Bus und Bahn

Es ging heute um Reiserückkehrer und Risikogebiete. Aber wie heißt es so schön: Warum in die Ferne schweifen? Auf regionaler Ebene häufen sich allerdings die Meldungen über Strafen wegen fehlender Mund-und-Nasenbedeckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

  • Innerhalb von fünf Tagen hat die Bundespolizei 15.000 Reisende an Bahnhöfen oder in Zügen ermahnt, weil sie keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben. In 221 Fällen sei das zuständige Gesundheitsamt informiert, um Bußgelder zu verhängen.
  • In Berlin wurden bisher 470 Strafen verhängt, weil gegen die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln verstoßen wurde. 
  • Maskenverweigerer in Zügen zahlen ein Bußgeld von 50 Euro. Die Regelung gilt bundesweit, außer in Sachsen-Anhalt. 

Mundschutz in Bus und Bahn: Tragen Sie konsequent Ihre Maske im öffentlichen Nahverkehr?

Ich habe es sicher schonmal erwähnt: Ich persönlichfinde die Maske nicht schlimm. Als Teilzeit-Brillenträgerin ist mein Leben allerdings leichter, seit ich diesen Trick kenne: Zuerst die Maske auf, dann die Brille drüber und falls nötig, ein bisschen runterschieben, sodass die Brille auf der Maske sitzt. Ergebnis: Kein Beschlagen mehr.

Damit verabschiede ich mich mit freundlichen Grüßen
Julia Heundorf

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Quelle: MDR/jh

2 Kommentare

Ernst678 vor 4 Wochen

Zum Thema Mund-Nasebedeckung möchte ich auch einen Beitrag leisten. Neulich mußte ich in einen westsächsischen SATURN-Elektromarkt einen üblen Zwischenfall miterleben. Der dortige Sicherheitsdienst hat Kunden aus dem Laden geworfen weil sie seiner Meinung nach, man höre und staune, nicht etwa ohne Maske waren, sondern seiner Meinung nach die Maske nicht vorschriftsmäßig war. Auf Nachfrage was vorschriftsmäßige Masken sind (Bauvorschriften, welche Art von Tuch oder Schal usw.) hatte er KEINE Antwort sonder forderte er auf unverzüglich den Laden zu verlassen. Solche Auswüchse gibt es inzwischen! Auf Grund dessen werde ich NIE wieder bei SATURN einkaufen noch einen SATURN-LADEN betreten. Wer über solche Vorkommnisse empört ist sollte das auch tun. Leute kauft doch lieber im Internet, da müßt ihr garkein Maske tragen, es geht schneller und spart außerdem Geld, schon weil ihr solches "übereifriges" Sicherheitspersonal nicht mitbezahlen müßt!!! Dieser Vorgang gehört an die Öffentlichkeit!!!

Grosser Klaus vor 5 Wochen

Es wäre sehr hilfreich, wenn die einzelnen Bundesländer zeitnah einen umfassenden Lagebericht zu den Ereignissen, Entscheidungen und Fakten der letzten Monate veröffentlichten würde. Also nicht nur Zahlen und Verordnungen, sondern mal eine gründliche Aufarbeitung, was, wann zu welchen Entscheidungen geführt hat. Etwas wo man auch nachvollziehen kann, warum es ist wie es ist. Ähnlich wie die AGES in Österreich regelmäßig einen sehr ausführlichen Situationsbericht herausgibt.
In Österreich wurden bereits mehrfach COVID-19 Studie durchgeführt.
Und in Deutschland?
Wo aber finde ich denn entsprechende konkrete Zahlen, dass Social Distancing und vielleicht auch die Maskenpflicht effektiv ist?
Wie viele Neuinfektionen, wurden durch diese Corona-Maßnahmen konkret verhindert?
Gibt es etwa zur Effektivität der Corona-Maßnahmen keine konkreten Zahlen?

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