Corona-Daten-Newsletter | Donnerstag, 3. Dezember 2020 Es geht weiter

Luca Deutschländer
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Heute im Newsletter: Die Corona-Beschränkungen werden noch einmal verlängert – und zwar bis 10. Januar 2021. Außerdem: Mitteldeutschland schwimmt bei den Inzidenz-Zahlen gegen den Strom. Und: Ihre Tipps gegen die Corona-Müdigkeit.

auf einer Mund-Nasen-Maske liegt glitzernder Weihnachtsschmuck
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Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

schön, dass Sie hier sind! Bevor wir loslegen ein Lob an Sie: Ich bin angetan von Ihrer Kreativität, mit diesen blöden Corona-Wochen umzugehen. Und ich möchte Ihnen auch erklären, warum: Gestern hatte mein Kollege Fabian Frenzel Sie im Newsletter ja nach Ihren Mitteln gefragt, nicht Corona-müde zu werden. Und ich muss sagen: Da sind richtig schöne Ideen dabei! Darauf schauen wir später in diesem Newsletter.

Außerdem wird es um den sogenannten Teil-Lockdown gehen. Der ist gestern Abend ja noch einmal bis in den Januar hinein verlängert worden. Details dazu später. Und: Ich möchte Ihnen heute erklären, warum unsere mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beim Blick auf die Corona-Zahlen gegen den Strom schwimmen – und das leider keine gute Nachricht ist.  

Das wäre unser Programm für heute. Los geht es aber wie immer mit den aktuellen Corona-Fallzahlen.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Bundesweit wurden dem Robert Koch-Institut in den vergangenen 24 Stunden 22.046  Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 5.000 mehr als gestern – allerdings rund 200 weniger als vor einer Woche. Das RKI verzeichnet heute 479 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die meisten neuen Infektionen wurden aus Nordrhein-Westfalen (+4.957), Bayern (+4.641) und Baden-Württemberg (+3.159) gemeldet. Und hier der Überblick über die positiv Getesteten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 22.323 ↗ (+601 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 423 (+14), davon 242 beatmet (+/-0)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 1.153 (+49)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 39.830 (+1.620)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 63.306 (+2.270)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 6.544 ↗ (+433 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 89 (+1), davon 36 beatmet (+1)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 411 (+18)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 12.011 (+302)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 18.966 (+753)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 4.754  ↗ (+177 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 48 (-9), davon 24 beatmet (+/-0)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 194 (+/-0)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 8.896 (+302)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 13.844  (+486)

Ein Klicktipp von mir: In der interaktiven Karte von MDR WISSEN können Sie – täglich aktuell – sehen, wie ausgelastet die Intensivstationen in Ihrem Landkreis aktuell sind.

Die Corona-Beschränkungen werden verlängert

Gestern war es also mal wieder soweit: Die Bundeskanzlerin und die 16 Regierungschefinnenund -chefs der Bundesländer saßen, verbunden per Videoschalte, beieinander, um über die Pandemie und ihre Folgen zu beraten. Ergebnis: Der sogenannte Teil-Lockdown wird verlängert – und zwar bis einschließlich 10. Januar 2021. "Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist", sagte gestern Abend die Kanzlerin.

Und warum? Weil Deutschland noch "sehr weit entfernt" von den Zielwerten in der Pandemie ist, wie die Kanzlerin sagte. Und Sie ahnen schon: Dieser Zielwert hat zu tun mit der viel zitierten 7-Tage-Inzidenz – der Zahl also, die die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen beschreibt. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten wollen, dass dieser Wert wieder unter 50 gedrückt wird. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die 7-Tage-Inzidenz laut RKI heute bei 134.

Bei den Kolleginnen und Kollegen der Tagesschau können Sie nachlesen, was die Kanzlerin gestern Abend außerdem gesagt hat – und warum die Maßnahmen möglicherweise noch verschärft werden könnten (Darin lesen Sie auch, warum die Opposition den neuen Alleingang von Kanzlerin und Ministerpräsidenten kritisiert).

Kretschmer schließt neuen Total-Lockdown nicht aus

Und das bringt uns zu Michael Kretschmer (CDU): Der sächsische Ministerpräsident war heute Morgen bei meinen Kolleginnen und Kollegen von MDR SACHSEN zum Interview – und hat darin einen erneuten Total-Lockdown auf Nachfrage nicht ausgeschlossen. Kretschmer betonte aber auch:

Das wollen wir nicht. Davon sind wir, wie ich finde, noch weit entfernt.

Michael Kretschmer, CDU Ministerpräsident von Sachsen

Kretschmer sagte, in den vergangenen Tagen seien schon weniger Menschen auf den Straßen gewesen. Er hoffe nun, dass die Zahlen in den kommenden zehn bis 14 Tagen heruntergehen. "Wir müssen aber vorausdenken, was man tun kann, wenn das nicht passiert." Kretschmer hat – für diesen Fall – auch eine mögliche Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften ins Gespräch gebracht. Ziel bleibe aber, die Schulen im Regelbetrieb geöffnet zu halten.

Warum Mitteldeutschland gegen den Strom schwimmt

Gegend den Strom schwimmen – vor allem Sachsen-Anhalt hat das in den ersten Monaten der Pandemie immer wieder getan. Die Zahlen hier waren niedriger als in anderen Bundesländern, die Lage entspannter. Auch jetzt schwimmen unsere drei mitteldeutschen Länder quasi gegen den Strom – allerdings ist es dieses Mal nicht mit guten Nachrichten verbunden.

In unserer neuen Ausgabe des Corona-Daten-Updates (in dieser Woche ausnahmsweise schon am Donnerstag) erklärt mein Kollege und Daten-Spezialist Manuel Mohr, dass die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steigt – während sie anderswo zuletzt nach unten gegangen ist. Schauen wir uns das näher an: In Bremen etwa ist der Kennwert in den vergangenen beiden Wochen um 46 Prozent zurückgegangen, in Berlin um 28 Prozent. Anders bei uns: In Sachsen-Anhalt ist der Inzidenzwert im selben Zeitraum um 37 Prozent nach oben gegangen (dazu trägt vor allem der Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachthof in Weißenfels bei), in Thüringen um 26 Prozent – und in Sachsen um 33 Prozent.

Mein Kollege sagt: "Beim reinen Blick auf die Daten ist die Verlängerung der Corona-Beschränkungen bis in den Januar sehr nachvollziehbar." Das neue Daten-Update gibt es hier für Sie.

Was außerdem los war

Hier weitere Meldungen vom Tag, von denen Sie heute gehört haben sollten:

  • Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat im Pressebriefing seines Instituts betont, dass die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus noch immer zu hoch ist. "Wir sind auf einem Plateau angekommen, aber die Zahlen sinken nicht spürbar", sagte Wieler. Der RKI-Chef betonte erneut, wir seien dem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Covid-19 sei eine vermeidbare Erkrankung. Wieler hat uns alle erneut aufgerufen, die uns allen bekannten Regeln einzuhalten. Also: Abstand, Mund-Nasen-Schutz, Händewaschen – und, wenn möglich, zu Hause bleiben. Sorge bereitet dem Robert Koch-Institut insbesondere die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Dort gelinge es weniger gut als in Krankenhäusern, Ausbrüche zu reduzieren und klein zu halten, sagte Wieler.

  • Menschen in Italien dürfen über Weihnachten und Silvester nicht verreisen – auch nicht innerhalb des Landes. Das hat die Regierung in der Nacht beschlossen. Die 60 Millionen Italiener sollen so daran gehindert werden, in großer Zahl in den Weihnachtsurlaub zu fahren oder entfernte Verwandte zu besuchen. In Italien hat es seit Ausbruch der Pandemie 1,6 Millionen bestätigte Infektionen gegeben – zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 1,1 Millionen.

Ihre Tipps gegen die Corona-Müdigkeit

Das waren die Nachrichten des Tages - und nun kommen Sie ins Spiel. Zu Beginn dieses Newsletters hatte ich ja schon angedeutet, dass mir Ihre Tipps gegen Corona-Müdigkeit wirklich gut gefallen haben. Falls Sie den Newsletter gestern nicht gelesen haben: Mein Kollege Fabian Frenzel hatte darin von Ideen des Forschers Hannes Zacher von der Uni Leipzig gegen diese Corona-Müdigkeit berichtet – und uns eine Strategie an die Hand gegeben, wie wir diese Müdigkeit erst gar nicht aufkommen lassen.

Solche Strategien haben offenbar auch Sie, liebe Leserinnen und Leser. Und, noch besser, Sie lassen uns alle daran teilhaben:  Unsere Leserin Irmela Werner beispielsweise geht normalerweise gern ins Theater oder in Museen – weil das aktuell nicht geht, schaut sie im Internet Konzerte und trägt dabei festlich die Kleidung, die sie sonst beim Konzertbesuch getragen hätte. Und: Frau Werner hat begonnen, Blockflöte zu spielen – und zwar per Online-Kurs bei der Musikschule. Toll!

Unser Leser Carsten Iwan aus Leipzig sagt, dass auch er den geplanten Urlaub für Februar schon gestrichen hat – und in der Zeit Dinge erledigen will, die zu Hause liegen geblieben sind. Und unserem Leser Gerhard Groneberg wird erst recht nicht langweilig: Er sei 77 Jahre, hat er uns geschrieben – und täglich in seinem riesigen Garten oder in seinem Jagdrevier unterwegs. Dazu kommen Arbeit auf dem Hof, Zahnarztbesuche, Einkäufe – keine Spur von Langeweile.

Newsletter-Leserin Janine hat uns geschrieben, dass sie schon einige Postkarten mit Adventskalendern an Freunde und Bekannte verschickt hat. So will sie jeden Tag im Advent kleine Freuden bringen und zeigen, dass sie an ihre Freunde und Bekannten denkt. Eine tolle Idee! Danke für all Ihre Rückmeldungen!

Mit diesen vielen schönen Ideen und Gedanken gegen die Corona-Müdigkeit möchte ich Sie nun in den Abend entlassen. Erholen Sie sich gut und machen sich ein paar schöne freie Stunden. Ich werde das auch tun: Weil unsere für heute geplante Weihnachtsfeier der Redaktion wegen Corona ausfällt, treffen wir uns nachher virtuell mit ein paar Kolleginnen und Kollegen. Darauf freue ich mich.

Wenn Sie mögen, lesen wir uns hier morgen wieder.

Bis dahin, mit besten Grüßen,
Luca Deutschländer

PS: Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie genau der Impfstoff von Biontech und Phiser gegen das Coronavirus eigentlich funktioniert? Falls ja, empfehle ich Ihnen einen Klick auf diesen Link. Biontech-Chef Ugur Sahin erklärt in einfachen Worten, wie der Impfstoff seines Unternehmens funktioniert.

PPS: In Deutschland werden wegen der Corona-Krise weniger Schokoladen-Nikoläuse hergestellt. Grund sind laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie die verhalteneren Bestellungen des Einzelhandels. Ich habe übrigens erst heute Morgen einen Schoko-Nikolaus gekauft – da kannte ich diese Meldung noch gar nicht. Sie ja vielleicht auch?

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Quelle: MDR/ld

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