Corona-Daten-Newsletter | Freitag, 18. September 2020 Corona und Bahnfahren

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im Corona-Newsletter: Die Bahn hat mit Mitarbeitern eine Studie zum Corona-Infektionsgeschehen durchgeführt. In der Studie vergleicht der Konzern etwa, wie häufig sich Zugbegleiter, Lokführer oder Instandhalter mit dem Virus infizierten. Und: Wie eine rumänische Journalistin über Corona aufklären will.

Zugbegleiter der Deutschen Bahn tragen Gesichtsmasken am Bahnsteig kurz vor der Abfahrt eines ICE Zugs
Die Bahn hat das Infektionsgeschehen im Unternehmen untersucht. Bildrechte: imago images / Jochen Eckel

 Liebe Leserinnen und Leser,

sind Sie während der Pandemie schon mit dem Zug unterwegs gewesen? 

Ich war in den vergangenen Monaten mit dem IC und auch mit dem Regionalexpress unterwegs. Dass die Bahn auf die Maskenpflicht hinweist oder sie durchsetzt, habe ich nicht erlebt. 

Aber die Bahn sagt: Lehnen Sie sich zurück. Laut einer Studie, die die Bahn selbst, gemeinsam mit der Charité Berlin durchgeführt hat, gibt es keinen Grund zur Sorge. Mehr darüber erfahren Sie nach den aktuellen Zahlen.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Daten

Deutschlandweit wurden heute 1.916 neue Infektionen gemeldet, die meisten in Nordrhein-Westfalen mit 519. In Baden-Württemberg wurden 387 Neuinfektionen gemeldet, in Bayern 286. So viele Corona-Infizierte gibt es inzwischen in unseren drei Bundesländern:

Sachsen

  • Aktive Fälle: ↗ 516 (+42 zum Vortag)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 5.920 (+30)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 227 (+0)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 6.663 (+72)

Thüringen

  • Aktive Fälle: ↗ 219 (+2 zum Vortag)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 3515 (+19)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 193 (+0)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 3927 (+21)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: ↗ 152 (+35 zum Vortag)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 2.205 (+5)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 66 (+0)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 2.423 (+40).

Bahnfahren ist sicher, sagt die Bahn

Worum es geht

  • Die Bahn führt eine Studie mit Mitarbeitern durch, um mehr über das Infektionsegeschehen in der Bahn herauszufinden und kooperiert mit der Charité Research Organisation. Dafür seien stichprobenartig Abstriche von freiwilligen Mitarbeitern genommen worden, die laut Bahn repräsentativ für die unterschiedlichen Mitarbeitergruppen sind. Getestet worden seien 600 zufällig ausgewählte Zugbegleiter, mehr als 200 Lokführer und mehr als 200 Instandhaltungstechniker. 
  • Die Bahn wollte herausfinden, ob sich Zugbegleiter, die auf jeder Fahrt mit zahlreichen Kunden in Kontakt treten, öfter infizieren als andere Mitarbeiter.  
  • Die Bahn ließ 1.072 Proben auf eine aktuelle Infektion testen. Sie führte aber auch serologische Tests durch, die gegebenenfalls Antikörper anzeigen und damit auf eine bereits überstandene Infektion hinweisen. 1.064 Proben wurden auf diese Art getestet.
  • Die Proben waren zwischen dem 29. Juni bis 3. Juli eingesammelt worden.

Das kam dabei heraus

  • Von 1.072 getesteten Mitarbeitern ist laut Bahn in diesem Zeitraum ein Coronatest positiv ausgefallen. 
  • Positiv auf Antikörper getestet wurden 1,3 Prozent der Zugbegleiter. 2,5 Prozent der Proben von Lokführern wiesen Antikörper auf und 2,99 Prozent derer von Instandhaltern. 
  • Der DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte der Tagesschau, Bahnmitarbeiter würden viel weniger Zeit mit einzelnen Fahrgästen verbringen als 16 Minuten. Das Risiko sei "anders", wenn man stundenlang neben einer Person säße. 
  • Ein Mitarbeiter der Bahn erklärte, die Lüftung in der Bahn, würde die Luft alle sieben Minuten komplett austauschen.

Gut zu wissen

  • Die Mitarbeiter wurden auch zum Mund-Nasen-Schutz befragt: Zugbegleiter tragen demnach am häufigsten einen Mundschutz, während knapp 80 Prozent der Instandhalter angaben, während der Arbeit keinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Die Bahn will die Untersuchungen wiederholen, zunächst im Oktober, dann noch einmal im neuen Jahr.

Magdeburg: Fließband für Impfstoffe

Derzeit sind etwa 180 verschiedene Impfstoffe in der Mache. In Magdeburg arbeiten Forscher nun schon an einer Technologie, mit der sich diese Impfstoffe schnell und kostengünstig herstellen lassen sollen. Etwa die Hälfte der derzeit von der Weltgesundheitsorganisation gelisteten Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 könnten mit dem System hergestellt und gereinigt werden, teilte einer der Forscher, Dr. Julian Lopez, mit.

Reality-TV auf der Corona-Station

Weil zahlreiche Menschen in Rumänien nicht an Corona glauben oder die Hygienemaßnahmen nicht beachten, berichtet eine Fernsehjournalistin einmal pro Woche aus dem Krankenhaus. Ihren Recherchen zufolge spielt Religion eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung, etwa weil sich bei Gottesdiensten und Wallfahrten viele Menschen treffen. Aber auch Korruption und Intransparenz der Regierung führten dazu, dass die Menschen in Rumänien nicht für Anordnungen von Hygienemaßnahmen empfänglich seien.

Das wöchentliche Corona-Daten-Update

In Thüringen war die Corona-Lage zuletzt besonders in Weimar angespannt. In Sachsen-Anhalt gab es in Halle und in Dessau-Roßlau mehr Fälle als in anderen Gegenden. In Sachsen sind der Erzgebirgs- und der Vogtlandkreis momentan besonders betroffen. Alle Informationen finden Sie im Corona-Daten-Update von heute:

Was heute außerdem los war

  • Der Bundesrat hat heute unter anderem beschlossen, dass das Fotografieren von Unfall- und Katastrophenopfern, sowie das Fotografieren unter Röcke strafbar werden. 

  • Hatten Sie vielleicht auch Tickets für die Tour von "Die Ärzte"? Die selbsternannte "beste Band der Welt" wollte auf der aktuellen Tour unter anderem Konzerte in Leipzig, Erfurt und Chemnitz spielen. Die Tour wurde verschoben. Ein Album wird voraussichtlich trotzdem im Oktober erscheinen.

Schönes Wochenende!

Das Wochenende soll sonnig werden bei Temperaturen um die 20 Grad. Das MDR-Meinungsbarometer hat kürzlich gefragt: Was macht uns glücklich? Sonne gehörte nicht zu den Antworten, aber Gesundheit, Familie, ein eigenes Zuhause, Liebe und Partnerschaft und Geld.

Aber Sonne kann sicher auch nicht schaden. Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende. 

Nächste Woche haben Sie hier wieder mit meinem Kollegen Marcel Roth das Vergnügen.

Mit freundlichen Grüßen

Julia Heundorf

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Quelle: MDR/jh

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