Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 25. November 2020 Strengere Regeln

Heute im Newsletter: Am Mittwoch haben Bund und Länder über neue Corona-Maßnahmen beraten. Sichtbar wurde bereits vor Ende der Sitzung: Die Regeln werden strenger, etwa im Hinblick auf Maskenpflicht und Anzahl der erlaubten Kontakte.

Eine Maske als Grafitti auf einer Hauswand
In Geschäften sind Masken nun schon lange Pflicht. In Zukunft sollen sie auch vor Geschäften und auf Parkplätzen getragen werden. Bildrechte: MDR/Unsplash/Adam Nieścioruk

Gestern ging es im Newsletter um Antworten auf Fragen rund um Masken und deren Zertifizierung. Dabei gab es auch Hinweise von Virologe Alexander Kekulé von der Uniklinik Halle. In einem Interview mit der Rheinischen Post (€) hat Kekulé nun kritisiert, dass es in den Ländern unterschiedliche Regelungen bei der Maskenpflicht gibt. Er hat sich für eine bundeseinheitliche Maskenpflicht ausgesprochen.

Er sei zudem für eine schärfere Maskenpflicht in Geschäften. Es komme noch immer vor, dass Verkäufer ohne Maske hinter Acrylglasscheiben stünden. Aerosole verbreiteten sich aber im ganzen Raum.

Neuigkeiten zur Maskenpflicht gibt es heute vom Bund-Länder-Treffen zu den Corona-Maßnahmen aus Berlin. Dazu mehr nach dem Blick auf die aktuellen Zahlen.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat einen neuen Höchstwert der bundesweiten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet: 410. Zudem hat es bundesweit 18.633 Neuinfektionen gegeben. Nordrhein-Westfalen hat erneut die meisten neuen Infizierten (4.156). Baden-Württemberg meldet 3.203 Neuinfektionen, Bayern 3.006. Die höchste 7-Tage-Inzidenz hat Berlin (195,3), die zweithöchste Sachsen (186,9).

So viele Corona-Infizierte gibt es inzwischen in unseren drei Bundesländern:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 17.268 ↗ (+404 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 345 (+16), davon 194 beatmet (+7)
  • Intensivbetten: 1.277 belegt, 354 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 773 (+45)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 29.950 (+1.130)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 47.991 (+1.579)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 5.056  ↗ (+519 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 75 (+3), davon 31 beatmet (+2)
  • Intensivbetten: 645 belegt, 201 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 334 (+8)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 9.648 (+240)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 15.038 (+519)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.731 ↗ (+84 zum Vortag)
  • Intensivpatienten: 55 (+/-0), davon 26 beatmet (-1)
  • Intensivbetten: 706 belegt, 261 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 145 (+8)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 7.056 (+254)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 10.932 (+346)

Sachsen-Anhalt hat laut RKI von allen Bundesländern den einzigen Wert im zweistelligen Bereich gemeldet. Bitte beachten Sie, dass die Werte, die das RKI angibt, eine Verzögerung wegen des Meldewegs beinhalten. Kommunen zählen ihre Neuinfektionen und die entsprechenden Zahlen werden zum Kreis, zum Land und am Ende zum RKI weitergegeben. Das RKI aktualisiert seine Angaben erst, wenn alle Länder neue Zahlen gemeldet haben.

Bund-Länder-Beratung über neue Regeln

Die Beratungen zwischen Bund und Ländern ziehen sich in die Abendstunden. Am Ende der Sitzungen sollen alle Regelungen für den kommenden Monat beschlossen sein. Die Maßnahmen werden mit besonderer Spannung erwartet, weil es um das Weihnachtsfest geht. Einigkeit hat es in einigen Punkten schon gegeben.

Fest steht: Es wir ab Anfang Dezember strengere Auflagen geben. Ab 20. Dezember soll es Lockerungen für die Weihnachtszeit geben.

Kontaktbeschränkungen vor Weihnachten:

Die angeordneten Schließungen werden bis 20. Dezember weiter gelten, etwa für Hotels, Restaurants und Fitnessstudios.
Kontakte sollen weiter eingeschränkt werden, auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten.

Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten:

Bis zu zehn Personen sollen sich zur Weihnachtszeit, voraussichtlich ab 20. Dezember, treffen dürfen. Die Zahl der Haushalte spielt in diesem Zeitraum keine Rolle und Kinder unter 14 Jahren zählen nicht. Sie dürfen quasi zusätzlich zu den zehn Leuten dabei sein.

Einige Regeln gelten gleichermaßen vor und nach dem 20. Dezember: Die Maskenpflicht gilt weiterhin und wird auf Parkplätze und Bereiche vor Einkaufsläden ausgeweitet. Sie gilt weiterhin in öffentlichen Verkehrsmitteln und überall dort vor der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Außerdem soll in Geschäften mit einer Ladenfläche von über 800 Quadratmeter zukünftig nur eine Person pro 20 Quadratmeter erlaubt sein, in kleineren Geschäften eine Person pro 10 Quadratmetern.

Darüber herrscht zum Redaktionsschluss des Newsletters Uneinigkeit 

Diskutiert wurde am Mittwochabend noch darüber, wie man mit "Hot Spots" umgehen soll und wie es in den Schulen weitergeht.

Über weitere Entwicklungen halte ich Sie auf dem Laufenden.

Allgemeinverfügungen: Gesundheitsamt darf in die Wohnung

Gestern habe ich am Ende des Newsletters die Nachricht einer Leserin geteilt, die auf einen Passus in der aktuellen Allgemeinverfügung des Burgenlandkreises aufmerksam machte. Demnach müsse man diverse Untersuchungen durch das Gesundheitsamt des Burgenlandkreises dulden und ihm zum "Zwecke der Befragung oder der Untersuchung der Zutritt zur Wohnung […] gestatten." Meine Kollegin Johanna Daher hat sich das genauer angeschaut uns stellt fest: Der Passus schränkt die Grundrechte ein, ist aber trotzdem erlaubt.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Die Tagesschau berichtet, dass während der Pandemie die Zahl frauenfeindlicher Übergriffe europaweit zugenommen hat. Gewalt gegen Frauen geht vor allem von Personen aus, die die Frauen kennen, sagt Carlien Schelle, Direktorin des Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen. Betreiber von Notunterkünften seien im Frühjahr häufig überfordert gewesen, weil der Bedarf wuchs und gleichzeitig die Gefahr des Infektionsrisikos bestand. In Deutschland ist das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen erreichbar unter 08000 116 016.

Was heute außerdem los war

  • In Thüringen hat die Staatsanwaltschaft Erfurt beantragt, dass die Immunität von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) aufgehoben wird. Im Juli soll er dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller im Landtag den Mittelfinger gezeigt und ihn beschimpft haben. Ob die Immunität aufgehoben wird, muss der Justizausschuss beschließen, dem Stefan Möller selbst vorsitzt. 
  • In Berlin hat am Vormittag ein Auto das Tor des Kanzleramts gerammt. Der Bereich vor dem Tor ist eigentlich abgesperrt. Auf das Auto waren Parolen geschrieben, darunter "Stop der Globalisierungs-Politik". Der 54-jährige Fahrer wurde festgenommen.
  • Soldaten, die bis ins Jahr 2000 wegen ihrer Homosexualität institutionell diskriminiert wurden, sollen rehabilitiert und mit einer symbolischen Summe finanziell entschädigt werden. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat das Bundeskabinett beschlossen. Die Regelung soll auch für NVA-Soldaten gelten. 

Als erstes Land der Welt hat Schottland beschlossen, dass Hygieneartikel, wie Tampons, in Schulen und Universitäten kostenlos bereitgestellt werden müssen. Auch andere öffentliche Einrichtungen können von der Regierung in Zukunft dazu veranlasst werden.

Danke sagen

Wir freuen uns, wenn Sie uns auf unseren Newsletter antworten, Feedback und Anregungen geben oder Ihre persönlichen Erfahrungen und Meinungen mit uns teilen. Diese Woche habe ich zwei E-Mails bekommen, aus denen ich gern zum Abschluss dieses Newsletters zitieren möchte.

So hat etwa Andreas F. uns geschrieben:
"Mein Dank gilt auch den Ärzten und Mitarbeitern im Gesundheitswesen, die sich täglich den Erfordernissen gegen Corona stellen. DANKE!!!"

Eine Leserin, die anonym bleiben möchte, teilte ihre Geschichte mit uns und begann Ihre E-Mail mit den Worten:

"Liebes Team des Newsletters, heute ist es mir eine Herzensbedürfnis den Ärzten und Schwestern der Intensiv-Station des Glauchauer Krankenhauses auch über diesen Weg Danke zu sagen." Die Leserin hat Ihren Vater verloren. Er gehörte zur Risikogruppe, hat sich mit Corona infiziert und ist vier Wochen später verstorben. Sie schreibt: "Die Fürsorge und die Umsicht der Intensivstation war für uns ein wichtiger Pfeiler in dieser schweren Zeit. Immer wurden wir informiert und es wurde Zeit gefunden, auf unsere Fragen zu antworten. Vielen Dank."

Ein gutes Schlusswort. 
Mit freundlichen Grüßen
Julia Heundorf

Ihr Feedback an uns: Sie haben eine Frage, wollen uns loben oder Feedback geben? Schreiben Sie uns an corona-newsletter@mdr.de

Sie wollen wissen, worum es in den vorherigen Newslettern ging? Kein Problem. Öffnen Sie einfach aus der nachfolgenden Übersicht den gewünschten Newsletter.

Quelle: MDR/jh

2 Kommentare

Nelke vor 8 Wochen

Zur Erinnerung: Bis Ende März durften wir in überfüllten Zügen, Bussen, Straßenbahnen zur Arbeit fahren. Masken gab es nicht mal für medizinisches Personal. Dann kamen der "shutdown" und die zunehmende Zahl an tatsächlich Erkrankten hatten wir in erheblichem Maße dem Verzicht auf ein befristetes Reiseverbot zu verdanken. Als es nur noch begrenzt nötig war, wurde "vorüber-gehend" die Maskenpflicht eingeführt. Was der Maskenball in erneut überfüllten öffentl. Verkehrsmitteln bringt ist klar: recht wenig. Die Bediensteten der Monopole haben kaum etwas Sinnvolles organisiert (verkürzten, zeitversetzten Unterricht, Entzerrung Berufsverkehr, Taktverdichtung usw.). Ich habe gar kein Vertrauen in die amtierenden apokalyptischen Reiter und den Schwachsinn, die Menschen ständig mit neuen "Ideen" zu bombardieren.

Paul Johannes vor 8 Wochen

Aber da frage ich mich..wieso darf dann medizinisches Personal,Ärzte und Pflegekräfte trotz nachgewiesener C-Infektion (positives Testergebnis) und normalerweise Quarantäneanordnung weiter ihren Dienst am Patienten verrichten?Oftmals arbeiten diese ja gerade an und mit der Risikogruppe Ü65 zusammen. Wieso genau da Ausnahmen ?

Mehr aus Sachsen-Anhalt