Corona-Daten-Newsletter | Montag, 22. Februar 2021 Hin und her, auf und zu und die dritte Welle

Ein großer Mann mit Locken und Brille steht vor einer Betonwand.
Bildrechte: MDR/Viktoria Schackow

Heute im multimedialen Corona-Daten-Update: In Sachsen sind Grundschulen offen, in einigen Landkreisen in Thüringen auch, Sachsen-Anhalt plant das ab kommender Woche. Dabei warnen Virologen vor der dritten Welle und der britischen Mutation RKI-Chef Wieler warnt sogar davor, dass es in ein paar Wochen auch Ausbrüche unter Kinder und Jugendlichen geben wird.

Eine Schülerin einer 12. Klasse schreibt während einer Unterrichtsstunde an der Max-Planck-Schule auf ihrem Tablet.
Bildrechte: dpa

Einen schönen guten Abend!

In Sachsen können die Grundschüler seit einer Woche in getrennten Gruppen wieder zur Schule gehen. In Thüringen sollte es heute wieder losgehen – bis die Landesregierung die Öffnung von den Inzidenzzahlen in den Landkreisen abhängig machte. Die Regelung kam am vergangenen Freitag. In Sachsen-Anhalt sind Öffnungen in der nächsten Woche geplant.

Wenn ich das richtig sehe, ist die Präsenzpflicht an den Schulen aber ausgesetzt und die Eltern können entscheiden, die Kinder in die Schule zu schicken. Oder nicht. Es soll also heute um Schulen, Schülerinnen und Schüler, Väter und Mütter, Lehrerinnen und Lehrer gehen.

Zur Einstimmung: Spannende 15 Minuten von MDR WISSEN – Schule und Unterrichten gehen auch von Zuhause aus.

Wissen

Stilisiertes Mauerwerk mit einem Videochat-Icon. Schrift: Herr Radtke allein zu Haus - Lehrer im Lockdown. Logo: MDR WISSEN 15 min
Lehrer im Lockdown Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Schulen und Lehrer zwischen Digitalisierung, Lockdown und neuem Unterrichten. Ein Lehrer aus Sachsen-Anhalt zeigt, wie er das beste aus der Situation macht.

Fr 29.01.2021 14:17Uhr 15:18 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/corona-lehrer-im-lockdown-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Welche Erfahrungen machen Sie denn mit Lernen und Schule gerade? Sind Ihre Kinder beschäftigt und konzentriert? Werden alle digitalen Möglichkeiten wirklich genutzt? Kümmern sich Lehrerinnen und Lehrer ausreichend um Schülerinnen und Schüler? Gibt es Frontalunterricht vor der Kamera? 

Schreiben Sei mir gern eine E-Mail: corona-newsletter@mdr.de oder antworten Sie auf diese E-Mail.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind heute bundesweit 4.369 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:30 Uhr). Im Vergleich zum Montag vor einer Woche (4.426) ist die Zahl nur geringfügig um 57 gesunken. Wie Sie wissen, sind wir hier im Newsletter-Team keine allzu großen Fans von den Zahlen, die wir Ihnen montags schicken, weil nach wie vor nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende Zahlen melden.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Bayern (+732), Nordrhein-Westfalen (+918) und Niedersachsen (+599). Die niedrigsten Werte wurden aus Bremen (+60) und Berlin (+73) gemeldet.

Die höchsten 7-Tage-Inzidenzen laut RKI verzeichnen Thüringen (126) und Sachsen-Anhalt (90).

Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland 67.903 Menschen gestorben.

Corona-Zahlenvom 22. Februrar 2021 1 min
Bildrechte: MDR um 11

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen vom 22. Febraur 2021.

Mo 22.02.2021 13:31Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/video-corona-zahlen-zweiundzwanzigster-februar-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Und das sind die Zahlen aus Sachsen, Sachsen-Anahlt und Thüringen, wie sie uns die jeweiligen Sozialministerien melden und wie sie das DIVI-Intensivregister angibt. (Die Werte weichen in der Regel von denen des RKI ab, da sie etwas aktueller sind.)

Sachsen

  • Aktive Fälle: 7.117 ↗ (+93 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 226 (+11), davon 121 beatmet
  • Intensivbetten: 1.177 belegt, 447 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 7.559 (+45)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 176.800 (+250)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 191.476 (+388)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 5.418 ↘ (-291 zum Vortag) 
  • COVID-19-Intensivpatienten: 135 (+9), davon 75 beatmet
  • Intensivbetten: 644 belegt, 123 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.809 (+11)
  • Genesene Patienten: 65.989 (+483)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 74.216 (+203)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.580 ↘ (-124 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 106 (+11), davon 63 beatmet
  • Intensivbetten: 785 belegt, 151 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 2.334 (+14)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 53.036 (+253) 
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 58.950 (+143)

Zum ersten Mal ist mir heute im Intensivregister aufgefallen, dass es dort eine neue Spalte gibt: die für aktuell freie COVID-spezifische Intensivbetten. Die Zahl dieser Intensivbetten ist etwa halb so groß wie die, die ich oben angegeben habe.

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Schulen öffnen – Lehrer impfen – Testen

Bundes- und Landespolitiker haben heute darüber diskutiert, dass Lehrer und Erzieher früher als geplant geimpft werden können. In Baden-Württemberg sollten Lehrerinnen und Lehrer schon ab heute Impftermine machen können. In Sachsen war die Terminvergabe am Freitag versehentlich freigeschaltet worden

(Nur am Rande: Nach wie vor verstehe ich nicht, warum Menschen, die impfberechtigt sind, nicht einfach einen Termin buchen können. Klar: Der Impfstoff ist noch knapp, aber nicht die Termine. Das ist eine Frage der Organisation, finde ich. Derzeit werden aber immer nur Termine für die folgenden zwei Wochen freigeschaltet. Das sorgt immer wieder für Frust. Das lesen wir auch in Ihren E-Mails.) 

Die Kollegen von "ZDF heute" haben hier einen guten Überblick, wie die einzelnen Bundesländer gerade mit Schulen und Unterricht umgehen. Zehn weitere Bundesländer haben heute schrittweise die Schulen geöffnet.

Ich bin unsicher, ob die Zahlen diese Öffnungen wirklich hergeben. Ich bin auch unsicher, ob dieses mitunter kurzfristige Hin und Her nicht viel anstrengender für alle Beteiligten ist. 

Lehrerinnen und Lehrer müssen jetzt doch quasi zwei Mal planen: Für die Kinder Zuhause und für die in der Schule. Und dass das Unterrichten der Schülerinnen und Schüler Zuhause eine völlig neue und anfangs anstrengendere Arbeit ist, haben wir alle in den vergangenen Monaten gemerkt. 

Fernunterricht fordert ein ganz neues Herangehen an das System Schule. Sachsen Kultusministerium hat zum Beispiel erst in der vergangen Woche eine Anweisung an die Lehrer herausgegegen, hat MDR AKTUELL berichtet. Zitat: "Häusliche Lernzeit ist Unterrichtszeit. Dazu gehören Umfang und Fristsetzung inklusive angemessenem Feedback, Absprachen zur Festlegung relevanter Kommunikationswege sowie das Angebot von Präsenz-Sprechzeiten. Für Fälle ohne verlässlichen Internetzugang sind regelmäßige Absprachen auf anderen Kommunikationswegen zu sichern. Ein völliger Verzicht auf Online-Angebote ist nicht angemessen."

Sollen Lehrer auch deshalb bevorzugt geimpft werden, weil das digitale Lernen nicht optimal klappt?

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat heute gesagt: Wenn Bildung erste Priorität hat, muss der Gesundheitsschutz der Lehrerinnen und Lehrer ebenso Priorität haben. Haben Sie das auch schon einmal von einem Supermarkt-Chef gehört?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe ich jedenfalls gestern Abend im "Bericht aus Berlin" im ERSTEN mit folgendem Satz gehört: "Es ist wichtig, dass wir schrittweise schauen, welche Veränderung bringt die Öffnung von Kitas und Schulen beim Infektionsgeschehen?"

Die dritte Welle

Einige Virologen halten sie mittlerweile für gesichert. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zum Beispiel. Er hat die dritte Welle sogar schon eine neue Pandemie genannt. Und RKI-Chef Wieler erwartet in den kommenden Wochen mehr Ausbrüche bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 

Die britische Mutante B.1.1.7 ist im Vereinigten Königreich für etwa 90 Prozent aller Infektionen verantwortlich und auch in Deutschland auf dem Vormarsch: Ihr Anteil in untersuchten positiven Covid-19-Proben hat sich hierzulande regelmäßig von Woche zu Woche verdoppelt. Schon bald wird sie die herkömmliche Variante verdrängt haben, berichten die Kollegen von MDR WISSEN.

Also immer noch: Abstand, Mundschutz, Hände waschen, lüften. Und vor allem nicht zermürben lassen.

Ich empfehlen Ihnen, den Live-Stream zu schauen. Denn nur so können Sie nämlich eine MDR-Dokumentation im ERSTEN sehen. Ich werde dort auf jeden Fall reinschauen, weil ich nämlich heute schon einen kurzen Radiobeitrag und das lange Audio dazu gehört habe über:

Nach dem Mauerfall hat die Mafia Ostdeutschland als lohnendes Ziel zum Drogen-Geldwaschen gesehen und kräftig investiert, in Restaurants und Eisdielen. Was nach einem finsteren Krimi klingt, haben vier Journalisten zwei Jahre lang recherchiert.

Und das Ganze medienübergreifend und vorbildlich multimedial veröffentlicht: Ein Film im Ersten heute um 23:05 Uhr (hier die Vorschau), Fernsehberichte bei MDR um 11 und im MDR Thüringen Journal und einen weiteren Radiobericht bei MDR AKTUELL darüber, wie die Thüringer Polizei einen verdeckten Ermittler bei der Mafia eingeschleust hat. Und: Eine tolle Reportage in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Das soll es für heute gewesen sein.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Schreiben Sie mir gern, wie es Ihnen gerade geht. (Ich versuche gerade zum Beispiel, bei allem etwas zurückzuschalten.) 
corona-newsletter@mdr.de

Alles Gute
Marcel Roth

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 19. Februar 2021 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

Micky Maus vor 6 Tagen

"RKI-Chef Wieler warnt sogar davor, dass es in ein paar Wochen auch Ausbrüche unter Kinder und Jugendlichen geben wird."

Natürlich wird es auch Ausbrüche unter Kindern und Jugendlichen geben, das Virus passt sich an und sucht sich seinen passenden Wirt. ☝️

Was will Wieler mit dieser Aussage bezwecken? 🤔

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