Corona-Daten-Newsletter | Montag, 23. November 2020 Große Schritte gen Corona-Impfung

Julia Heundorf
Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Heute im Newsletter: Bundesgesundheitsminister Spahn erwartet erste Impfungen im Dezember. Das britische Unternehmen Astrazeneca meldet Erfolg bei Tests ihres Impfstoff-Kandidaten. Das Unternehmen IDT Biologika in Dessau wird vom Bund unterstützt und hofft auf Zulassung seines Impfstoffes Ende 2021. Außerdem: Freiwillige können sich als mögliche Testpersonen für Impfstoffe melden.

ein Impfstoff
Ampulle mit Corona-Impfstoff. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Panthermedia

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Ihnen einen angenehmen Start in die Woche. Es geht los mit einer kleinen Vorschau: Am Mittwoch werden sich Bund und Länder zum Corona-Gipfel treffen und sich auf neue Maßnahmen einigen. Die Länder haben dafür Vorschläge vorbereitet.

Es ist abzusehen, dass es keine neuen Lockerungen geben wird. Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht sollen auch im Dezember weiterhin gelten. Für Weihnachten sind Lockerungen der Kontaktbeschränkungen vorgesehen, für Silvester könnte es ein Feuerwerksverbot geben. Unklar ist, wie mit Schulen umgegangen werden soll – infrage stehen Präsenzunterricht, Maskenpflicht im Unterricht und Teststrategien. Bund und Länder werden am Mittwoch außerdem über Finanzhilfen sprechen. 

Heute geht es im Newsletter um neue Entwicklungen zum Thema Impfstoff. Aber zunächst blicken wir auf die aktuellen Zahlen.

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Insgesamt hat das Robert-Koch-Institut (RKI) deutschlandweit 10.864 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das klingt im Vergleich zum Höchstwert von Freitag (23.648 Neuinfektionen) gut. Aber Sie wissen: Montagswerte können Verzögerungen vom Wochenende beinhalten. Wir beobachten gemeinsam die Entwicklungen im Verlauf der Woche.

Jeweils mehr als 2.000 Neuinfizierte wurden in Bayern (+2.188) und Nordrhein-Westfalen (+2.044) gemeldet. In Baden-Württemberg gab es 1.572 Neuinfektionen und in Sachsen 1.370. Sachsen hat zudem laut RKI derzeit den zweithöchsten Inzidenzwert (195,0) nach Berlin (219,8).

So viele Corona-Infizierte gibt es inzwischen in unseren drei Bundesländern:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 18.458 ↗ (+3.373 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 324 (+19), davon 188 invasiv beatmet (+12)
  • Intensivbetten: 1.248 belegt, 401 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 704 (+39) 
  • Genesene Patienten: 25.560 (+2.030)  
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 44.722 (+3.412)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 4.664 ↘ (-193 seit letzter Meldung)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 73 (-15), davon 28 invasiv beatmet (+3)
  • Intensivbetten: 258 belegt, 598 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 318 (+10) 
  • Genesene Patienten: 9.110  (+411) 
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 14.092 (+228)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 3.595 ↗ (+170 zum Vortag)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 55 (+/- 0), davon 25 invasiv beatmet (-1)
  • Intensivbetten: 696 belegt, 292 frei
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 129 (+7)
  • Genesene Patienten: 6.610 (+125)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 10.334 (+302)

Der Landkreis Hildburghausen in Thüringen hat heute den bundesweiten Spitzen-Inzidenzwert erreicht. Am Montagmorgen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 396 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts ist das der bundesweit höchste Wert. Der Landkreis hat damit den sächsischen Kreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge überholt.

Drei Schritte vorwärts Richtung Impfung

Erste Impfzentren noch dieses Jahr

  • Der Bundesgesundheitsminister, Jens Spahn (CDU), hat heute Morgen in Aussicht gestellt, dass es im Dezember bereits erste Impfungen gegen das Coronavirus geben könnte. Das sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Dann könne man sofort loslegen. Er habe die Länder gebeten, dass die Impfzentren Mitte Dezember einsatzbereit seien. Das Mainzer Unternehmen Biontech etwa meldete vor zwei Wochen, dass sein Impfstoff zu 90 Prozent wirksam sei. Vergangene Woche hatten Biontech und sein US-Partner Pfizer in den USA die Notfallzulassung beantragt. Bei einer Genehmigung könnten innerhalb weniger Stunden erste Dosen ausgeliefert werden. Die EU hat eine Liefervereinbarung mit den Unternehmen.

Britischer Impfstoff meldet 70-prozentige Wirkung

  • Das britische Unternehmen Astrazeneca meldete heute, dass die Tests seines Impfstoffes 70-prozentige Wirkung zeigten. Aber: Es sei möglich, die Wirksamkeit zu erhöhen in dem zunächst nur eine halbe Dosis gespritzt würde, einen Monat später eine volle. So könne die Effektivität auf 90 Prozent erhöht werden. Und: Mit 70 Prozent wäre der Impfstoff bereits wirksamer als eine typische Grippeimpfung.
  • Der Impfstoff soll außerdem besser verträglich für ältere Menschen sein als für jüngere. Die Studiengruppe der über 70-Jährigen zeigte wohl seltener Nebenwirkungen als die der 18- bis 55-Jährigen. Generell soll es häufig milde Nebenwirkungen geben, etwa Kopfschmerzen, Empfindlichkeit oder Fiebrigkeit. 

Dessauer Impfstoff ab Ende 2021

Aller guten Dinge sind drei: Am Vormittag war Spahn in Dessau beim Unternehmen IDT Biologika zu Besuch. IDT Biologika arbeitet ebenfalls an einem Impfstoff. Spahn kündigte an, dass der Bund mindestens fünf Millionen Impf-Dosen von dem Dessauer Unternehmen kaufen will. Für den Wirkstoff aus Sachsen-Anhalt laufen seit Oktober Tests. Unternehmenschef Jürgen Betzing sagte: "Der Impfstoff wurde bisher sehr gut vertragen, und die Nachuntersuchungen sind im Gange." Wenn alle Tests erfolgreich verliefen, könne es den Zulassungsantrag Ende 2021 geben.

Beim Besuch von Gesundheitsminister Jens Spahn in Dessau war auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dabei. Spahn erklärte, dass zeitgleich mit den Zulassungsprozessen die Produktionskapazitäten aufgebaut würden. Deswegen zahle der Bund 30 Millionen Euro vorab auf den Kaufpreis, um Investitionen möglich zu machen.

Übrigens: Bekommt Biontech die Zulassung, wird der Impfstoff auch in Mitteldeutschland produziert, nämlich bei einem Hersteller in Brehna in Sachsen-Anhalt.

Freiwillige vor für Corona-Impfstoff-Test

Um die Impfstoffe zu testen, braucht es Freiwillige. Dafür kann man sich nun anmelden: Deutsche Forscher haben dafür eine Datenbank eingerichtet und jeder und jede kann sich freiwillig als Teilnehmerin oder Teilnehmer anmelden. Wer sich in die Datenbank eintragen lässt, bekundet zunächst einmal Interesse. Eine Verpflichtung, dann wirklich an einer Studie teilzunehmen, gebe es nicht, sagen die Organisatoren. Die Datenbank soll nur der ersten Vermittlung dienen. Wie genau die Vermittlung über die Datenbank abläuft, wird vor der Anmeldung erklärt. Gesucht werden zum Beispiel auch Testpersonen für die zweite Phase der Impfstoffentwicklung in Dessau.

Was außerdem los war

Die Figur des Sandmanns sitzt auf einem Berg Geschenke, hält einen Strauß Blumen und winkt.
"Unser Sandmännchen" ist 61 Jahre alt geworden. Bildrechte: rbb

In der (Vor-)Weihnachtsbäckerei

Mein Kollege Marcel Roth hat am Freitag gefragt, was Sie mit ihren Kindern erleben. Daraufhin schrieb uns Leserin Reinhild S. aus Magdeburg am Samstag eine sehr schöne E-Mail: Der Plan für den Sonntag lautete im Haus S. Weihnachtsplätzchen mit dem 7-jährigen Enkel zu backen – "natürlich mit gerechter Arbeitsteilung", fügte sie hinzu:

"Ich bin für den Teig, das Backen und Vorbereiten von Zuckerguss und Garnitur zuständig, mein Enkel kann sich dann komplett auf die künstlerische Gestaltung der Plätzchen konzentrieren.

Dazu werden wir, so laut es erlaubt ist, 'Weihnachten in Familie, Teil 1 und Teil 2' hören und natürlich mitsingen. Eine kleine Tradition, die ich bereits mit meinen Kindern eingeführt habe und die mir – gerade in diesem Jahr – sehr wichtig ist."

Vielen Dank für diesen schönen Einblick in Ihre Vorweihnachtsbäckerei. 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern gute Gesundheit und verabschiede mich bis morgen. 

Ihre Julia Heundorf

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Quelle: MDR/mr

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