Corona-Daten-Newsletter | Montag, 30. November 2020 Was im Dezember zu beachten ist

Fabian Frenzel
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Heute im Newsletter: Ab Dienstag gelten neue Corona-Auflagen. Wo weichen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vom bundesweiten Weg ab? Außerdem: Warum die richtige Bezeichnung der Zahlen so wichtig ist.

Eine Frau mit Mund-Nasenschutz-Maske schaut sehnsüchtig aus dem Wohnzimmerfenster, innen brennen die Kerzen des Weihnachstbaumes.
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Liebe Leserinnen und Leser,

morgen ist der 1. Dezember. Und das heißt, das erste Türchen am Adventskalender kann geöffnet werden. Ich freue mich da schon drauf. Stehen hier doch gleich drei davon in meiner Wohnung rum. Getreu dem Motto "Schokolade löst keine Probleme, ein Apfel aber auch nicht", freue ich mich dann auf etwas kleines Süßes an jedem Morgen. 

Aber am 1. Dezember passiert noch etwas anderes. Die neuen Corona-Auflagen treten in Kraft. Ich fasse Ihnen heute die wichtigsten Neuerungen und Besonderheiten zusammen und zeige Ihnen, was Sie ab morgen beachten müssen.

Doch als erstes, der Blick auf die Zahlen:

Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 11.169 neue positiv auf das Coronavirus getestete Fälle im Vergleich zu Sonntag gemeldet. Die meisten Fälle gab es in Bayern (3.801) und Nordrhein-Westfalen (3.435). Die wenigsten meldete Mecklenburg-Vorpommern (61)

Und so sieht es in unseren drei Bundesländern aus:

Sachsen

  • Aktive Fälle: 20.686 ↗ (+1.824 seit letzter Meldung)
  • Intensivpatienten: 376 (+28), davon 223 beatmet (+14)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 993 (+59)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 35.390 (+2.750)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 57.069 (+2.680)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 6.055 ↘ (-55 seit letzter Meldung)
  • Intensivpatienten: 82 (+4), davon 39 beatmet (+2)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 365 (+11)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 10.917 (+367)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 17.337 (+327)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 4.369 ↗ (+31 seit letzter Meldung)
  • Intensivpatienten: 53 (-2), davon 23 beatmet (-2)
  • Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19: 176 (+11)
  • Schätzung der genesenen Patienten: 8.023 (+147)
  • Gesamtzahl aller positiv Getesteten: 12.568 (+189)

Warum die richtige Bezeichnung der Zahlen so wichtig ist

Knapp über 11.000 neu positiv auf das Coronavirus getestet Menschen: Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zum Newsletter vom Freitag fast halbiert. Aber es ist natürlich – wie immer an einem Montag – der Meldeverzug zu berücksichtigen. Wie sehr die Zahlen tatsächlich zurückgegangen sind, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen, wenn die Landkreise die Werte vom Wochenende nachgemeldet haben.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum diese Zahlen immer auch eingeordnet bzw. richtig bezeichnet werden müssen. Die Zahlen sind nicht die tatsächlichen Infektionszahlen, die Dunkelziffer kennt niemand. "Denn die Zahlen, die täglich gemeldet werden, sind […] Meldezahlen", schreibt der Journalist Hinnerk Feldwisch-Drentrup schon im Sommer in einem Artikel bei Übermedien. "Das RKI meldet gerade nicht die echte Zahl der Infektionen, sondern die Zahl der durch Tests bestätigten Fälle", so Feldwisch-Drentrup weiter. 

Deswegen sprechen wir von "positiv auf Corona Getesteten" oder "aktiven Fällen". Damit versuchen wir die Zahlen direkt richtig für Sie zu bezeichnen. Aber natürlich sind uns da auch Fehler und Ungenauigkeiten passiert. Wir haben aber beinahe täglich darüber diskutiert. Was ist die richtige Bezeichnung? Welche Zahlen sind die wichtigen? Welche Zahlen helfen Ihnen am besten, die Situation einzuordnen? Und wenn Sie sich einen unserer ersten Newsletter ansehen, werden Sie feststellen, damals haben wir einige Zahlen noch anders bezeichnet oder auch andere Werte für Sie angegeben. So hatten wir beispielsweise anfangs noch nicht die "aktiven Fälle" genannt oder die Anzahl der beatmeten Patienten angegeben. Das hat sich alles im Laufe des Jahres entwickelt.

Es ist also wichtig, wenn Sie sich Zahlen ansehen, dass Sie sich die Begrifflichkeiten genau ansehen bzw. dass wir, so klar wie möglich in der Bezeichnung und Einordung sind.

Der Kollege Feldwisch-Drentrup hat sich in seinem Artikel noch mit weiteren Ungenauigkeiten und Fehlern beschäftigt, die bei den Zahlen passieren können. Zum Beispiel damit, warum es so schwer ist, die Zahlen unterschiedlicher Länder zu vergleichen.

Was gilt ab 1. Dezember

Aber nun zu den neuen Regelungen und Auflagen in unseren drei Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Fangen wir damit an, was überall gleich ist:

Ab dem 1. Dezember dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder unter 14 Jahren brauchen Sie dabei nicht miteinrechnen. Das ganze soll dann ab dem 23. Dezember gelockert werden. Dann können sich bis zu zehn Personen Treffen – auch aus mehr als zwei Haushalten.

Was ist in Sachsen-Anhalt zu beachten?

Sachsen-Anhalt hat beschlossen, dass sich hier zwar auch nur noch maximal fünf Personen treffen dürfen. Aber das Land beschränkt das nicht auf zwei Haushalte.

Darüber hinaus gibt es folgende Besonderheiten:

  • Im Kinder- und Jugendsport wird Training in Gruppen mit bis zu fünf Personen einschließlich Betreuer oder Trainer möglich sein.
  • Besuch in Pflegeeinrichtungen ist möglich. Bei Infektionen in einer Einrichtung kann aber ein befristetes Besuchsverbot ausgesprochen werden.

Was ist in Sachsen zu beachten?

In Sachsen hat man sich auf Sonderregellungen bei bestimmten Inzidenzwerten geeinigt. 

Bei einem Inzidenzwert über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sollen Einrichtungen der Erwachsenenbildung (also z.B. Volkshochschulen) schließen müssen. Bei Beerdigungen dürfen dann nur noch 25 Personen dabei sein.

Bei einem Inzidenzwert über 200 Neuinfektionen sollen Landkreise und Kreisfreie Städte zeitlich befristete Ausgangsbeschränkungen anordnen. Dann dürften Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen. Triftige Gründe wären z.B. der Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zur Schule sowie Einkaufen oder Sport im Freien im Umkreis von 15 Kilometern des Wohnbereichs.

Außerdem wurde heute bekannt, dass in Sachsen für Familienbesuche Übernachtungen in Hotels und Pensionen über Weihnachten erlaubt werden.

Was ist in Thüringen zu beachten?

In Thüringen sind die Abweichungen von den bundesweiten Regelungen schnell erzählt. Bundesweit sollen ab 19. Dezember Weihnachtsferien sein. Sie werden etwas vorgezogen, damit die Treffen an den Weihnachtstagen mit der älteren Generation sicherer werden. Denn sind die Kinder zuhause, stecken sie sich sehr wahrscheinlich weniger an und sollten sie es doch vorab in der Schule getan haben, ist genug Zeit, Symptome zu entwickeln. In Thüringen werden die Schulen allerdings bis 23. Dezember geöffnet bleiben.

Im Landkreis Hildburghausen gilt bereits ein strengerer Lockdown. Der Landkreis hatte in der letzten Woche die höchste Inzidenz in ganz Deutschland und deswegen eine eigene Verfügung erlassen. Was genau dort gilt, lesen Sie hier.

Was außerdem los war

  • So ganz überraschend kam es für mich nicht, dass das Wort des Jahres etwas mit Covid-19 zu tun hat. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat sich für das Wort "Corona-Pandemie" entschieden. Begründet wurde das damit, dass die Wortzusammensetzung das beherrschende Thema des Jahres bezeichne. Dem kann man eigentlich nur zustimmen.

  • Der Burgendlandkreis hat derzeit den höchsten Inzidenzwert in Sachsen-Anhalt. Am Sonntag waren dort 201,29 Neuninfektionen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet worden. Deswegen sollen die Schulen dort ab Mittwoch auf Wechselunterricht (die Hälfte der Klasse vor Ort, die andere Zuhause) setzen.

  • Noch einmal Hildburghausen in Thüringen: Dort sind Gottesdienste derzeit verboten. Das findet die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland "unverhältnismäßig". Jetzt soll es ein Gespräch zwischen Landkreis und Kirchen geben.

Bild des Tages

Brief an Boris Johnson
Bildrechte: Boris Johnson

Diesen Brief hat der kleine Monti an Groß-Britanniens Premierminister Boris Johnson geschrieben. Monti möchte wissen, ob der Weihnachtsmann dieses Jahr kommen kann? Und Boris Johnson hat geantwortet und kann beruhigen. Er habe am Nordpol angerufen und sich erkundigt: Der Weihnachtsmann kommt trotz Corona zu den Kindern. Montis Idee, dem Weihnachtsmann Händedesinfektion zu den Plätzchen dazu zu stellen, findet Johnson darüber hinaus eine sehr gute Idee. 

Ich musste ziemlich Schmunzeln, als ich das auf Twitter las. Hätte ich Boris Johnson so ehrlich gesagt nicht zugetraut.

Bis morgen

Ich verabschiede mich von Ihnen und drücke Ihnen für Ihr erstes Türchen morgen die Daumen. Wir lesen uns dann morgen Abend wieder.

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Quelle: MDR/jh

3 Kommentare

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Es ist schon schlimm genug, dass ein Test mit maschinell erstellter Diagnose (die auch noch ziemlich fehleranfällig ist) über infiziert, ansteckend, automatischer Quarantäne und damit Freiheitsentzug entscheidet!
Bei sämtlichen anderen Krankheiten muss immer ein Arzt die Diagnose stellen, hier nicht.
Das ist mit Verlaub, schwer fahrlässiges Verhalten!

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Also wieder Vorankündigungen und Gerüchte vor der Verkündung von unklaren Maßnahmen bei der nächsten PK.
Die Spannung steigert die Einschaltquote und dann braucht es auch vermutlich eine PK nach der PK um die Unklarheiten endgültig unklar zu machen.
Mit dem Werbebudget kann man diese Soap-Opera auf Kosten des Steuerzahlers so lange treiben bis auch der dümmste Wähler kapiert hat, das die Truppe inkompetent ist.

kleinerfrontkaempfer vor 6 Wochen

Da bin ich heilfroh das der Impfstoff vor dem flächendeckenden digitalen Unterricht in den Schulen kommt.
Und das Homoffice wird jetzt auch gefördert. Klasse. Da braucht es die (angedachten) Gutscheine für das Volk zum Einkaufen auch nicht mehr.

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