Wo bekommt man Unterstützung? Dezemberhilfen, Überbrückungshilfen, Kredite – diese Möglichkeiten gibt es in Sachsen-Anhalt

Die Corona-Dezemberhilfen können noch beantragt werden, außerdem Überbrückungshilfen. Ganz ohne Probleme laufen die Wirtschaftshilfen nicht. Abseits der großangelegten Wirtschaftshilfen von Bund und Ländern gibt es aber auch speziellere Programme, etwa für Betriebe und für Kinos.

Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss.
Während des ersten Lockdowns war das Stichwort Soforthilfe. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Für Unternehmen, Einrichtungen und Selbstständige gibt es zahlreiche Corona-Hilfen von Bund und Ländern. MDR SACHSEN-ANHALT gibt einen Überblick zu Programmen, die noch laufen und wo Hilfe möglich ist.

Die November- und Dezemberhilfen

Für wen? Unternehmen und Betriebe, Selbstständige, Vereine, die wegen Corona geschlossen bleiben müssen, können die Hilfen beantragen.

Wann? Die Novemberhilfe kann man bis zum 31.01.2021 beantragen, die Dezemberhilfe bis zum 31.03.2021.

Wie viel? Die November- und Dezemberhilfen betragen je 75 Prozent des Umsatzes, die im gleichen Monat des Vorjahres, also 2019 gemacht wurden. Sie werden tageweise berechnet, je nach dem wie lange ein Unternehmen geschlossen bleiben musste.

Probleme gab es bei Anträgen und bei der Auszahlung von November- und Dezemberhilfen nach MDR-Recherchen unter anderem wegen einer fehlerhaften Software. Der Fehler wurde Anfang Dezember behoben. Zudem wurden zahlreiche Bescheide in Dollar statt Euro ausgestellt. Ab Montag sollen die Länder die Hilfen bearbeiten und auszahlen.

Überbrückungshilfen

Die Überbrückungshilfe ist ein Hilfsprogramm, das bereits zweimal fortgesetzt wurde. Derzeit sind noch Anträge möglich. Berechtigt sind Unternehmen und Soloselbstständige, aber auch Vereine und Einrichtungen, öffentliche Einrichtungen, Kommunen und Gründende. Der Anspruch ergibt sich auch aus der Höhe der Umsatzeinbrüche beziehungsweise -rückgänge.

Überbrückungshilfe II

Für wen? Alle Unternehmen und Einrichtungen, deren Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Monaten im Sommer (April bis August) mindestens 50 Prozent weniger Umsatz gemacht haben als im Vergleichszeitraum im Jahr 2019 oder die im Durchschnitt von April bis August 2020 mindestens 30 Prozent weniger Umsatz gemacht haben.

Wann? Die Überbrückungshilfe II kann noch bis 31. Januar beantragt werden.

Wie viel? Bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten. Der Zuschuss berechnet sich aus der Höhe der Umsatzeinbußen.

Überbrückungshilfe III

Die Anspruchsvoraussetzungen der Überbrückungshilfe II gelten weiterhin. Für den dritten Aufschlag des Hilfsprogramms können sich außerdem diejenigen bewerben, deren Umsatz entweder um 30 oder um 40 Prozent in einem Monat eingebrochen sind, abhängig davon, ob sie direkt oder indirekt von den Schließungen betroffen waren oder nicht.

Auch bei Anträgen auf Überbrückungshilfen kam es zu Schwierigkeiten, etwa weil es nötig ist den sogenannten "Unternehmerlohn" zu berechnen, um Verluste nachzuweisen. Wie diese Größe berechnet wird, ist aber nicht definiert. Wir der "Unternehmerlohn" zu hoch angesetzt könnte das als Betrug gewertet werden.

Neustarthilfe

Im Überbrückungsprogramm III ist die "Neustarthilfe" für Soloselbstständige wie Künstlerinnen und Künstler enthalten. Weil sie nur wenig Fixkosten haben, fallen sie bei den anderen Programmen durch. Wer mindestens die Hälfte seines Einkommens im Vergleichszeitraum, also 2019, mit selbstständiger Arbeit verdient hat, kann einmal 25 Prozent des Einkommens aus sieben Monaten Tätigkeit beantragen, maximal 5.000 Euro.

Die Neustarthilfe ist ein Vorschuss. Wer dann doch mehr verdient als erwartet, muss die Neustarthilfe anteilig zurückzahlen.

Darlehen und Kredite

Kleine und Kleinstunternehmen in Sachsen-Anhalt bekommen von der Investitionsbank Darlehen, wenn sie wegen der Corona-Pandemie unverschuldet nicht mehr zahlungsfähig sind. Die Kredite sind zwei Jahre lang zins- und tilgungsfrei. Für ein ähnliches Darlehen für kleine und mittelständische Unternehmen sind keine Anträge mehr möglich.

Für Ausbildungsbetriebe

Unternehmen und Betriebe, die während der Pandemie Azubis aufnehmen, deren Ausbildungsbetrieb pandemiebedingt schließen muss, können einen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro beantragen. Die Förderung kommt vom Bildungsministerium, der Antrag läuft über die "Deutsche Rentenversicherung Bund".

Kurzarbeit

Unternehmen können weiterhin Kurzarbeitergeld beantragen. Wer etwa wegen einer angeordneten Quarantäne nicht arbeiten kann, kann außerdem eine Verdienstausfallentschädigung beantragen.

Kinos, Kindereinrichtungen und mehr

Die Filmförderungsanstalt unterstützt mit einem "Zukunftsprogramm" die Kinos, die während der Pandemie nicht öffnen können.

Einrichtungen für Kinder- und Jugendarbeit können unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss vom Bundesfamilienministerium erhalten.

In der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums sind weitere Hilfsprogramme und Förderungsmöglichkeiten erfasst.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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