Newsblog | 13.03.2020 Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt

Die Auswirkungen des Coronavirus sind für jeden einzelnen immer mehr zu spüren. Nun sollen alle Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt geschlossen werden. Diese Regelung greift ab Montag und gilt vorerst bis nach den Osterferien, also bis zum 13. April. Lesen Sie hier die News des Tages.

Ein leeres Klassenzimmer mit hochgestellten Stühlen und einer Grafik.
Bildrechte: MDR/Colourbox.de

Die Entwicklungen am Samstag lesen Sie hier:

18:20 Uhr | Die Zusammenfassung des Tages

Das müssen Sie zum Coronvirus in Sachsen-Anhalt heute wissen:

Mit dieser Zusammenfassung beenden wir für heute die Berichterstattung im Newsblog. Morgen machen wir mit dem Blog weiter und halten Sie in Sachen Virus auf dem Laufenden.

17:47 Uhr | Zehn Coronafälle in Magdeburg – ab Montag Museen und Theater geschlossen

In Magdeburg gibt es aktuell zehn Coronafälle. Das hat die Stadt bekannt gegeben. Sie geht von rund 200 Kontaktpersonen aus. In der kommenden Woche wird deswegen vom Gesundheitsamt eine neue Hotline geschaltet. Bereits ab Sonnabend sind die kommunalen Bäder in Magdeburg dicht. Ab Montag werden dann auch Museen, Theater und Bibliotheken geschlossen.

17:23 Uhr | Corona-Tests für Schüler nach Rückkehr aus dem Skilager

In Aschersleben kehren heute Schülerinnen und Schülern von einem Skikurs in Österreich zurück. Bei Ankunft werden bei ihnen Proben genommen, um dann im Labor Tests durchzuführen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich nach fünf bis sechs Stunden vorliegen. Sollte ein Test positiv ausfallen, kommen alle Mitreisende in Quarantäne. Die Aktion findet im Kulturzentrum Grauer Hof statt und die Reisegruppe wird dort verpflegt. Laut Amtsärztin Heike Leonhart sind die Tests eine Vorsichtsmaßnahme. Alle Jugendlichen seien wohlauf.

17:01 Uhr | Infizierte in unterschiedlichen Altersgruppen

Die Coronavirus-Infizierten im Land Sachsen-Anhalt sind zwischen 19 und 78 Jahre alt. Die Grafik zeigt die Zahl der Betroffenen nach Altersgruppen, mit Stand Freitag um 00:45 Uhr.

16:15 Uhr | IHK sagt Prüfungen ab

Die Industrie- und Handelskammern haben ab kommender Woche alle Abschlussprüfungen und Prüfungen zur Weiterbildung abgesagt. Nach Angaben der Kammern gilt die Absage vorerst bis zum 24. April. Wann die Prüfungen nachgeholt werden können, sei derzeit noch offen. Neue Termine würden bekanntgegeben, sobald das Infektionsrisiko durch das Coronavirus abnehme.

15:45 Uhr | Sachsen-Anhalt schließt alle Kitas und Schulen

Sachsen-Anhalt schließt ab kommenden Montag bis einschließlich Ostermontag (13. April) alle Schulen und Kitas. Das gab Ministerpräsident Reiner Haseloff auf einer Pressekonferenz zur Corona-Krise bekannt.

Wie es hieß, wird es für Notsituationen unterrichtliche Angebote geben. Eine Notbetreuung in den Grundschulen, den Horten und Kindertageseinrichtungen werde gesichert. Es werde alles dafür getan, dass Schülerinnen und Schülern kein Nachteil durch diese Situation entstehe. Bildungsminister Tullner sagte, dass alle ihre Abschluss-und Abiturprüfungen ablegen können. Entsprechende Maßnahmen wurden eingeleitet, so Tullner.

Ministerpräsident Haseloff bezeichnet die aktuelle Situation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Des Weiteren rief er dazu auf, auch alle weiteren Sozialkontakte auf das Nötigste herunterzufahren.

15:15 Uhr | Nach Krisensitzung: Pressekonferenz im Livestream

Nach der Krisensitzung der Landesregierung will sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zur aktuellen Lage und dem weiteren Vorgehen in Sachen Corona-Ausbreitung äußern. Die Pressekonferenz ist für 15:30 Uhr geplant und kann hier im Livestream mitverfolgt werden:

14:58 Uhr | Übersetzungsangebot von LAMSA

In sozialen Netzwerken kursieren viele Falschmeldungen zum Coronavirus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Ministerien und Gesundheitsämter informieren die Bevölkerung. Doch viele der Informationen kommen bei Migrant*innen nicht richtig an. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) bietet als Kriseninterventionsmaßnahme den Kommunen an, wichtige Informationen in verschiedenen Sprachen zu übersetzen und zur Verfügung zu stellen. Die Behörden und öffentlichen Einrichtungen in Sachsen-Anhalt mit  Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund können sich ab sofort beim LAMSA unter der zentralen Telefonnummer: 0345 213 893 90 melden.

14:47 Uhr | Bislang 33 Corona-Infektionen in Sachsen-Anhalt

Die Anzahl der Personen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, nimmt auch in Sachsen-Anhalt zu. Die meisten Infektionen gibt es in der Stadt Halle (neun). Ohne bestätigte Corona-Infektion sind bislang der Landkreis Stendal im Norden des Landes und die Stadt Dessau-Roßlau. Hier die Übersicht:

14:36 Uhr | Hotline des Gesundheitsamts Salzlandkreis länger erreichbar

Aufgrund der aktuellen Lage und der unzähligen Nachfragen der Bürger bietet der Salzlandkreis eine längere Erreichbarkeit für seine Corona-Hotline an. Am Sonnabend und Sonntag können besorgte Bürger in der Zeit von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 03471 684 2684 anrufen. Zudem können Bürger die Hotline ab Montag von 8 bis 20 Uhr telefonisch erreichen. Danach sollten Bürger die Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung wählen, an die sich alle Bürger mit Fragen wenden können. Die Leitstelle des Salzlandkreises sollte nur in Notfällen angerufen werden.

14:28 Uhr | Anwältin für Arbeitsrecht: Lohnfortzahlung nur unter bestimmten Voraussetzungen

Bekomme ich Geld vom Arbeitgeber, wenn die Kita oder Schule schließt? MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE hat mit der Fachanwältin für Arbeitsrecht und Familienrecht Simona Rössing gesprochen. Sie sagt: Das ist nicht geregelt. Im Falle einer Quarantäne müssten Arbeitnehmer den normalen Lohn weiter gezahlt bekommen. Das sei der Fall, wenn eine Schule oder Kita wegen eines Infizierungsfalls von der Gesundheitsbehörde unter Quarantäne gestellt werde.

Für den Fall in Halle – wo die Schließungen als Vorsichtsmaßnahme vom Oberbürgermeister angeordnet sind, gilt diese Regelung nicht.

14:21 Uhr | Viele Kommunen schließen öffentliche Einrichtungen

Als Vorsichtsmaßnahmen schließen immer mehr Kommunen städtische Einrichtungen. So hat zum Beispiel die Stadt Zerbst im Kreis Anhalt-Bitterfeld angekündigt, bis auf Widerruf ihre öffentlichen Einrichtungen dicht zu machen. Darunter das Museum, die Stadthalle, Stadtbibliothek und auch ihre stadteigenen Sportstätten. Der Landkreis Stendal verfügte, dass alle Veranstaltungen zwischen 50 und 1.000 Teilnehmern melde-  und genehmigungspflichtig sind. Das Theater der Altmark in der Stadt Stendal sagt alle Vorstellungen ab. Schwimmhallen und Museen werden geschlossen. Bürgerinnen und Bürger werden außerdem gebeten, auf vermeidbare Behördengänge zu verzichten. Ähnliche Weisungen gibt es auch in Dessau-Roßlau und Halle.

Bürgerinnen und Bürger sollten sich vorab informieren, ob Veranstaltungen planmäßig stattfinden. Weitere Informationen zu den einzelnen Maßnahmen der Landkreise, finden sie auf deren Webseiten.

14:02 Uhr | Stadt Halle: zwei weitere Neuinfektionen

Bernd Wiegand
Halles OB Wiegand: "Jeder kann seinen Beitrag in dieser Situation leisten." Bildrechte: imago/VIADATA

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hat am Mittag über die aktuelle Lage in der Stadt informiert. Demnach sind dort jetzt elf Personen registriert, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Deshalb würden die Öffnungszeiten der Fiebersprechstunde erweitert, auch am Wochenende. Zudem öffne ab Montag eine Schwerpunktambulanz, und Einwohner können sich rund um die Uhr am Bürgertelefon unter der Telefonnummer 115 Rat holen.

Personen, die sich in Quarantäne befinden, sollten diese auch einhalten, ermahnt Wiegand. Bei Kontrollen der Quarantäne seien bereits zahlreiche Verstöße festgestellt worden. Er wies darauf hin, dass die Nichteinhaltung einer verfügten Quarantäne eine Straftat ist und zur Anzeige gebracht werde.

Der OB sagte, dass nun Eigenverantwortung erforderlich sei und der Wille, die Situation gemeinsam zu überstehen. Dazu könne jeder seinen Beitrag leisten. Gleichzeitig halte er es für wichtig, überregionale Regelungen zu treffen. Das werde gerade abgestimmt. Er sei froh, dass die Entscheidung für Halle schon getroffen wurde, denn jeder Tag zähle, um die Infektionsketten zu unterbrechen, so Wiegand.

13:35 Uhr | Immer mehr Nachfragen nach Home-Office

Unterdessen wird die Möglichkeit, von Zuhause zu arbeiten, in den Zeiten des Coronavirus immer stärker nachgefragt. Marco Langhof von Teleport, einer Firma, die solche Home-Office-Lösungen organisiert, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir verzeichnen eine Nachfrage nach technischen Lösungen, um mit der Krisensituation fertig zu werden. Ein Beispiel ist eine Stadtverwaltung, die gerade konkrete Pläne dafür ausgearbeitet hat, welche Mitarbeiter unter welchen Umständen von Zuhause aus arbeiten können." Für eine solche Umstellung brauche es aber Zeit.

Hinzu komme, dass die schleppende Digitalisierung mancherorts ein Hemmschuh ist. Langhof, auch Chef des Landes-IT-Verbandes, sagte, es sei oft ein Glücksspiel, ob die Internetverbindung Zuhause gut genug sei. "Meistens ist es nicht die Frage, ob man es sich leisten möchte, sondern, ob die Verbindung da ist."

13:12 Uhr | Bildungsausschüsse fordern Schulschließungen in Magdeburg

Bildungsausschüsse in Magdeburg fordern die Schließung aller Kitas und Schulen bis mindestens zu den Osterferien. In einem Brief an die Stadt erklären die Vorsitzenden des Ausschusses Bildung, Schule und Sport sowie des Jugendhilfeausschuss, Prävention sei keine Hysterie. Kinder und Jugendliche können das Virus ohne Krankheitszeichen weitergeben, das heißt sie können sich selber als auch andere anstecken. Eltern fragten sich zu Recht, wie es in den nächsten Tagen weitergeht. Sie brauchen Informationen, um die nächsten Tage zu planen.

12:55 Uhr | Schüler werden nach Ferienfahrt auf Corona getestet

In Aschersleben im Salzlandkreis kommen am Freitag 58 Schüler und ihre Betreuer aus einem Skilager in Österreich nach Hause. Wie der Kreis mitteilte, sollen alle auf das Coronavirus getestet werden. Landrat Markus Bauer sagte, die Tests seien eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Skilager sei nicht in einem Risikogebiet gewesen. Bisher gehe es allen gut.

12:40 Uhr | Hotline für Unternehmer

Das Wirtschaftsministerium hat für Unternehmer in Sachsen-Anhalt, die von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, eine Telefonhotline geschaltet. Unter 0391 5674750 können sie sich über Regelungen zur Kurzarbeit und finanzielle Unterstützungen informieren.

12:15 Uhr | Neuer Enkeltrick: Mit Corona im Krankenhaus

Die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau warnt vor einem neuen Enkeltrick: Unbekannte rufen bei älteren Menschen an und geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Coronavirus infiziert hätten. Sie würden nun im Krankenhaus liegen und seien auf teure Medikamente angewiesen. Bargeld werde benötigt und ein Bekannter würde es persönlich abholen kommen. Ralf Moritz von der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau rät Senioren, auf keinen Fall Bargeld oder Wertgegenstände an Fremde zu übergeben. Der Enkeltrick sei aus Berlin bekannt, habe nun aber auch Sachsen-Anhalt erreicht.

12:05 Uhr | Kettenbriefe auf WhatsApp und Facebook

Vielleicht haben Sie in den vergangenen Tagen auch schon einen Kettenbrief zum Thema Coronavirus auf Whatsapp oder Facebook bekommen. Darin enthalten sind auch vermeintliche Tipps wie man sich von der Infektion schützen kann. Die Kollegen von MDR Jump haben sich das angesehen und von Experten einschätzen lassen.

11:50 Uhr | Corona-Fall im Schulamt und Bildungsministerium

Inzwischen wurden Mitarbeiter des Landesschulamtes und des Bildungsministeriums positiv getestet. Wie ein Sprecher des Ministeriums bestätigte, waren die beiden Mitarbeiter in Israel unterwegs. Sie seien in Quarantäne und ebenso die Mitarbeiter und Kontaktpersonen aus dem Umfeld. Wie viele Personen das betrifft, konnte der Sprecher nicht sagen.

11:40 Uhr | Landrat: Ruhe bewahren und Vertrauen haben

Bürgermeister der Einheits- und Verbandsgemeinden und Mitglieder des Landkreises Börde
Die Führungsspitzen des Landkreises Börde beraten am Freitag in Eilsleben. Bildrechte: Landkreis Börde

Auch im Landkreis Börde dreht sich alles um das Thema Corona. Bei einem Treffen heute ging es um aktuelle Entwicklungen. Demnach gibt es im Landkreis derzeit drei positive Cornabefunde. Laut Landrat Martin Stichnoth ist das Gesundheitsamt trotz der geringen Anzahl an Erkrankten durch den Eingang zahlreicher telefonischer Anfragen und personeller Engpässe sehr stark belastet. Deshalb sein Apell: "Ich rufe unsere Menschen dazu auf, Ruhe zu bewahren und Vertrauen in die Arbeit des Gesundheitsamtes zu haben."

Amtsärztin Dr. Eugenie Kontzog erklärte, durch das gesetzliche Meldewesen (Arztpraxen und Labore) wisse man über jeden positiv bestätigten Fall umgehend Bescheid und nehme sofort selbst Kontakt zu den betroffenen Kontaktpersonen des Erkrankten auf. Das Gesundheitsamt schätzte die Lage mehrmals täglich neu ein und stehe in einem engen Austausch mit den zuständigen Landesbehörden.

11:25 Uhr | Erörterungstermin zur A14 in Osterburg abgesagt

Wegen der aktuellen Entwicklungen in Sachen Coronavirus muss auch ein geplanter Erörterungstermin zur Autobahn 14 – Abschnitt Osterburg-Seehausen – abgesagt werden. Wie das Landesverwaltungsamt mitteilt, geht es dabei um ein Treffen am 26. und 27. März in Osterburg. Dazu waren 350 private Einwender geladen.

11:13 Uhr | Krankschreibung per Telefon möglich

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können sich ab sofort nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt maximal sieben Tage krankschreiben lassen, ohne die Arztpraxis persönlich aufzusuchen. Der Erlass kommt von Kassenärztlichen Bundesvereinigung und soll die Hausarztpraxen entlasten. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hält diese Regelung, die zunächst für vier Wochen gelten soll, für "sehr vernünftig".

11:02 Uhr | Kirchen bereiten sich auf Coronavirus vor

Die Ansteckungsgefahr endet nicht vor der Kirchentür. Vorsichtsmaßnahmen können aber dazu beitragen, das Risiko zu verringern. Auch die Kirchen im Sendegebiet geben dazu Empfehlungen.

10:45 Uhr | Muslime sollen Freitagsgebet aussetzen

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, empfiehlt der Zentralrat der Muslime das Freitagsgebet in den Moscheen bis mindestens Ende März auszusetzen.

10:25 Uhr | Kein Handball-Länderspiel in Magdeburg

Das Corona-Virus bringt den Veranstaltungskalender in Sachsen-Anhalt immer mehr durcheinander. So ist das Debüt von Handball-Bundestrainer Gislason in Magdeburg geplatzt. Das für heute Abend geplante Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden wurde abgesagt. Der Grund: Die Regierung im Nachbarland hat die Teilnahme an Sportveranstaltungen verboten. Das gilt auch für die niederländische Nationalmannschaft.

In der Dritten Fußballliga wurden zudem die beiden kommenden Spieltage verlegt. Außerdem sind die Telemann-Festtage in der Landeshauptstadt gestrichen worden, und in Dessau fällt das Kurt-Weill-Fest aus.

09:45 Uhr | Klinikum Dessau wartet auf Ergebnisse von Corona-Test

Am Klinikum in Dessau werden heute die Testergebnisse von rund 50 Patienten und Mitarbeitern erwartet. Sie sind auf das Coronavirus getestet worden, weil das Virus zuvor bei einer jungen Pflegefachkraft auf Station nachgewiesen worden war.

09:30 Uhr | Krisentreffen der Regierung

Mehrere Menschen auf einer Pressekonferenz
Nach einer Sondersitzung am Nachmittag wird Ministerpräsident Haseloff über die aktuelle Maßnahmen im Land informieren (Archivbild). Bildrechte: MDR/Marko Litzenberg

Sachsen-Anhalts Landesregierung will heute bei einem Krisentreffen über die Folgen der Epidemie beraten. Dabei soll es auch um mögliche Schulschließungen gehen. Bildungsminister Tullner bereite in einem Brief alle Lehrer vorsorglich auf Schließungen vor. Nach der Sitzung wird es 15:30 Uhr eine Pressekonferenz geben, die wir Ihnen per Livestream anbieten.

Unterdessen wollen immer mehr Bundesländer ihre Schulen und Kitas schließen. Nach dem Saarland, Berlin und Schleswig-Holstein kündigte nun auch Niedersachsen diesen Schritt an. Medienberichten zufolge plant das auch Bayern.

In ganz Europa machen immer mehr Staaten ihre Schulen und Kindereinrichtungen dicht. Neben Österreich, Polen, der Ukraine und Dänemark ziehen nun Belgien, Frankreich und Portugal nach.

08:50 Uhr | Mindestens 27 Corona-Infizierte in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist das Coronavirus aktuell nach Angaben des Landesamtes für Verbraucherschutz bei 27 Menschen nachgewiesen worden. Halle vermeldet die meisten Infektionen mit neun Fällen.

Weltweit sind mehr als 132.567 Menschen offiziell gemeldet, die mit dem Virus infiziert wurden. In Deutschland sind es aktuell 2.369 Fälle.

07:57 Uhr | "Absolut alternativlos": Virologe verlangt bundesweite Schließung von Schulen und Kitas

Porträt eines Mannes für eine Talkshow; mit kürzeren dunkelgrauen Haaren, ohne Bart und ohne Brille, mit Hemd und Sakko vor buntem, unscharfem Hintergrund
Der hallesche Virologe Kekulé warnt vor einer "Infektionslawine". Bildrechte: imago images/Future Image

Der hallesche Virologe Alexander Kekulé fordert angesichts der Ausbreitung des Coronavirus eine bundesweite Schließung von Schulen und Kitas. Kekulé sagte am Morgen im ZDF-Morgenmagazin, dass es keine andere Möglichkeit gibt. "Wir können das heute machen, in einer Woche oder in zwei Wochen. Nur: Jedes infizierte Kind, das nicht erkannt wird, infiziert statistisch pro Woche zwei bis drei weitere Kinder, die dann ihre Eltern anstecken." Kekulé sprach von einer "Infektionslawine", die sich nicht mehr bremsen lasse. Der Politik warf der Virologe vor, seit Wochen hinterher zu laufen.

07:30 Uhr | Coronavirus: Schulen und Kitas in Halle ab heute geschlossen

In Halle bleiben Schulen und Kitas ab heute geschlossen. Eine Anordnung der Stadt von gestern tritt heute in Kraft. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Geschlossen sind nach Angaben der Stadtwerke auch die kommunalen Schwimmbäder in der Saalestadt. Straßenbahnen und Busse sollen aber weiterfahren: Die Hallesche Verkehrs-AG (Havag) bittet ihre Fahrgäste aber darum, in Bussen ab heute nur durch die hinteren Türen einzusteigen. Die vordere Tür bleibt dicht, um das Fahrpersonal zu schützen. Diese Regel gilt ab heute auch in Magdeburg.

Übrigens: Auch die Kita "Entdeckerland Lindstedt" im Altmarkkreis Salzwedel bleibt erst einmal geschlossen. Ein Kita-Kind war in Kontakt mit einem Mann, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: DR SACHSEN-ANHALT HEUTE – Das Radio wie wir | 13. März 2020 | 17:00 Uhr

7 Kommentare

MDR-Team vor 17 Wochen

Auf viele Fragen gibt es ja bereits antworten:
1. Man soll auf Reisen in Risikogebiete bestenfalls freiwillig verzichten.
2. Sie sollen für 2 Wochen in Quarantäne.
3. Dies ist ein Abwägungssache. Für systemrelevante Berufe und Notfälle gibt es eine Notfallbetreuung.
4. Das können wir nicht beantworten.
5. Das ist bewusst und wurde auch so kommuniziert.
7. Natürlich sind damit nur persönliche ("Face to Face") soziale Kontakte gemeint.
8. Weil uns China, einfach gesprochen, knapp 3 Monate voraus ist. Somit verlagert es sich in Deutschland in den Sommer.

James vor 17 Wochen

Viele Fragen bleiben offen.
1.Warum dürfen Leute in Skigebiete fahren, wo bereits ein Infektionsherd besteht?
2. Warum wurde bei Rückkehrern aus bekannten Infektionsgebieten nicht eher gehandelt?
3. Wer denkt bei den Schul- und Kitaschließungen an die arbeitenden Eltern und Arbeitgeber?
4. Warum erfolgt die Entscheidung am Freitag um 15:45 Uhr zum Montag, wo niemand mehr von den Arbeitnehmern und Arbeitgebern etwas regeln kann?
5. Ist überhaupt bewusst, dass eine Betreuung der Kinder durch die Großeltern (angeblich sind ältere Menschen besonders gefährdet) vermieden werden soll, weil die Kinder Überträger ohne Symtome sein können?
6. Wurde das Problem durch die Schul- und Kita-Schließungen nicht nur verlagert?
7. Warum wird geschrieben sozialen Kontakt zu vermeiden, wenn man per Internet (Videotelefonie, Email, Messenger) in Kontakt bleiben kann bis sich die Lage beruhigt hat?
8. Warum soll sich lt. Hochrechnung die Lage erst im Sommer beruhigen, wenn es in China zurückgeht?

Nordharzer vor 17 Wochen

Es ist nicht nur traurig, dass Menschen grundlegende Hygieneanforderungen nicht leisten können, sondern, dass auch unter Quarantäne stehende Personen nicht verantwortungsbewusst handeln. Ein Schüler des Gymnasiums Ballenstedt, sagte mir, dass Schüler und Lehrer einer Klasse, die in Südtirol waren und unter häuslicher Quarantäne stehen, trotzdem in der Stadt unterwegs sind.

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