Newsblog | 14.03.2020 Die Entwicklungen am Samstag zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt

Die Auswirkungen des Coronavirus sind für jeden einzelnen immer mehr zu spüren. Die Kliniken in Halle haben beschlossen einen Krisenstab zu bilden. Diese und weitere Entwicklungen im Newsblog.

Quarantäne Corona-Virus
Bildrechte: MDR/Colourbox.de

Über die Entwicklungen am Sonntag lesen Sie hier:

18:39 Uhr | Die Zusammenfassung des Tages

Das müssen Sie zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt heute wissen:


Mit dieser Zusammenfassung beenden wir für heute den Newsblog. Morgen können Sie sich aber hier wieder über die aktuellsten Entwicklungen zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt informieren.

18:20 Uhr | Fallzahlen in Sachsen-Anhalt bisher vergleichsweise moderat

Manuel Mohr ist bei MDR SACHSEN-ANHALT Datenjournalist und hat sich die aktuellen Fallzahlen angesehen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern fällt die Zahl an Infizierten mit 44 in Sachsen-Anhalt noch moderat aus. Auch wenn man die Zahlen ins Verhältnis zu 100.000 Einwohnern setzt, liegt Sachsen-Anhalt an viertletzter Stelle. Die ganzen Zahlen inklusive der Altersspanne der Infizierten finden Sie hier:

18:02 Uhr | Hilfe für Kulturschaffende

Die Corona-Krise trifft viele Künstler und Kulturschaffende - auch hier im Land. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass auch sie finanzielle Hilfe bekommen sollen. So soll die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes auch für Kulturschaffende gelten. Wenn geförderte Kulturprojekte vorzeitig abgebrochen werden müssen, will der Staat darauf verzichten, dass Fördermittel zurückgezahlt werden müssen.

17:42 Uhr | Ärzte-Vereinigung: Schutzausrüstung in Praxen wird knapp

In Sachsen-Anhalts Arztpraxen wird die Schutzkleidung gegen das Coronavirus knapp. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Burkhard John, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Pandemie beginne jetzt erst so richtig. Es gebe aber schon in vielen Praxen die Situation, dass die Schutzausrüstung für die Mitarbeiter nicht mehr vorhanden sei. Das sei das größte Problem. Er sprach sich auch dafür aus, dass Tests nur bei Menschen durchgeführt werden sollten, die auch Symptome hätten. Das ganze Interview mit Burkhard John können Sie hier hören:

17:21 Uhr | Diözese Magdeburg: Gottesdienste fallen aus

In der Diözese Magdeburg fallen vorerst Gottesdienste in den Kommunen aus, in denen öffentliche Veranstaltungen untersagt sind. Um ältere, kranke und geschwächte Menschen zu schützen, habe Bischof Gerhard Feige darüber hinaus die Sonntagspflicht bis zum 3. April ausgesetzt. Auch wurde darum gebeten, dass Menschen, die sich in den vergangenen Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, von den Gottesdiensten fernbleiben.

Das Bistum Magdeburg hat sich für den Ausfall eine technische Lösung überlegt: Sie überträgt ihren Gottesdienst aus der Kathedrale St. Sebastian am Sonntag ab 10 Uhr live per Facebook.

17:00 Uhr | Wie Italien mit Zusammenhalt der Pandemie trotzt

Was tun, wenn der Staat einen Hausarrest anordnet? Die Italiener machen es vor und verabreden sich zum Singen von ihren Fenstern und Balkonen aus. Die Menschen folgen Online-Aufrufen, ein Musikinstrument hervorzuholen oder einfach nur gegen die Einsamkeit anzusingen, damit das Land trotz Coronavirus-Ausgangssperre "für ein paar Minuten ein einziges großes Konzert ist". Gänsehaut pur.

16:38 Uhr | Arbeitgeber sollten bei Kinderbetreuung entgegenkommen

Die Kita- und Schulschließungen beschäftigen viele Menschen. Allerdings herrscht vielerorts Unklarheit darüber, wie berufstätige Eltern ihre Kinder betreuen sollen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund appellierte deshalb an die Arbeitgeber, Arbeitnehmern bei der Kinderbetreuung entgegenzukommen. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds Gerd Landsberg sagte, von den Arbeitgebern werde erwartet, dass sie in einer solchen Krisensituation mit ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern flexible Lösungen finden.

16:20 Uhr | Salzlandkreis empfiehlt Kinder selbst zu betreuen

Markus Bauer und Sven Wagner sitzen an einem Tisch während einer Pressekonferenz.
Der Landrat Markus Bauer (m.) und Staßfurts Oberbürgermeister Sven Wagner (r.) während der Pressekonferenz am Samstag. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Der Landrat des Salzlandkreises Markus Bauer, bittet alle Eltern, ab Montag die Kinderbetreuung Zuhause abzusichern. Nur wer wirklich keine Möglichkeit habe, seine Kinder selbst zu betreuen oder im Familien- und Bekanntenkreis betreuen zu lassen, könne seine Kinder in eine Kindertagesstätte bringen. Dort werde es eine Notversorgung in Kleinst-Gruppen geben. Auch schulpflichtige Kinder könnten in den Schulen im Notfall betreut werden.

Von den Schulschließungen soll der Schulbusverkehr, der in den Linienbusverkehr integriert ist, nicht betroffen sein.

15:50 Uhr | Was Menschen über die Maßnahmen denken

Die zunehmenden Maßnahmen betreffen immer mehr Menschen. Das ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Einige Passanten finden die Maßnahmen gut, andere halten sie für übertrieben. Insgesamt merkt man: Die Lage wird etwas ernster.

Magdeburg Meinungen von Passanten zum Umgang mit dem Coronavirus in Magdeburg

Überall wird über den Coronavirus berichtet. Das ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Einige Passanten finden die Maßnahmen gut, andere halten sie für übertrieben. Insgesamt merkt man: Die Lage wird etwas ernster.

Kilian Smith, Dozent an der Uni Magdeburg, auf dem Breiten Weg in Magdeburg.
Kilian Smith ist Dozent an der Uni in Magdeburg und ist damit direkt vom verschobenen Vorlesungsbeginn und den Unischließungen betroffen. Er findet es als normaler Bürger schwer einzuschätzen, wie ernst die Situation um den Coronavirus ist. Seiner Meinung nach müsse man abwarten und den Anweisungen der Politik folgen. Sein Leben laufe bisher noch relativ normal weiter, aber er sei vorsichtiger geworden, vermeide etwa Dienstreisen oder Restaurantbesuche. Er vertraue den Medien und der Politik. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Kilian Smith, Dozent an der Uni Magdeburg, auf dem Breiten Weg in Magdeburg.
Kilian Smith ist Dozent an der Uni in Magdeburg und ist damit direkt vom verschobenen Vorlesungsbeginn und den Unischließungen betroffen. Er findet es als normaler Bürger schwer einzuschätzen, wie ernst die Situation um den Coronavirus ist. Seiner Meinung nach müsse man abwarten und den Anweisungen der Politik folgen. Sein Leben laufe bisher noch relativ normal weiter, aber er sei vorsichtiger geworden, vermeide etwa Dienstreisen oder Restaurantbesuche. Er vertraue den Medien und der Politik. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Michaela Hennings. Junge Frau vor der Post auf dem Breiten Weg in Magdeburg.
Michaela Hennings hingegen ist etwas genervt vom Thema Coronavirus: "Mir ist das eigentlich relativ egal, so lange es mich nicht betrifft. Ich merke natürlich schon, dass die Läden leerer sind und Nudeln und Reis und sowas fehlen. Ich selbst hamstere nicht. Ich finde auch, dass ein bisschen zu viel Panik gemacht wird." Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Ein junger Familienvater und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Interview.
Ein junger Familienvater hingegen hält die Maßnahmen für sinnvoll: "Inzwischen wird die Lage schon ernster, ich ergreife auch mehr Maßnahmen. Zum Beispiel verschiebt sich der Semesterstart, das spüre ich natürlich, weil ich an der Uni arbeite. Aber das ist auch sinnvoll aus meiner Sicht. Wir bleiben gerade zu Hause und passen auf unsere Tochter auf, die normalerweise in die Kita geht. Wir haben das Glück, das zu zweit machen zu können." Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Frau Dohms und ihr Sohn vor der Post auf dem Breiten Weg.
Frau Dohms hingegen, die mit ihrem Sohn aus Potsdam zu Besuch in Magdeburg ist, findet die Maßnahmen wegen des Coronavirus übertrieben: "Natürlich ist der Virus schlimm. Aber alles Mögliche wird geschlossen, wahrscheinlich auch alle Schulen. Das finde ich zu viel. Die müssten meiner Meinung nach eigentlich offen bleiben. Ein bisschen mehr als früher passen wir aber schon auf. Wir waschen uns öfter die Hände und versuchen, Menschenmassen zu vermeiden." Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Herr Vogt, Pfleger, auf dem Breiten Weg.
Jemand, der täglich mit kranken Menschen zu tun hat, ist Herr Vogt. Er arbeitet als Pfleger und sieht einige Herausforderungen. Trotzdem warnt er vor Falschinformationen und bemüht sich, ruhig zu bleiben: "Auf der Arbeit hat der Virus großen Einfluss. Wir müssen viele Vorsichtsmaßnahmen treffen. Wir müssen z.B. schauen, ob weiterhin Krankenbesuch kommen kann, oder ob das zu gefährlich ist. Die Gesundheit geht vor. Das bleibt alles abzuwarten, wie sich das entwickelt. Ich habe auch viele Kolleginnen mit Kindern. Es kann natürlich ein Problem werden, wenn jetzt die Kitas schließen. Da werden einige Herausforderungen auf uns zukommen." Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
Hasselbachmanagerin Alena Hertrich auf dem Breiten Weg.
Hasselbachmanagerin Alena Hertrich, die zufällig vorbeiläuft, findet es wichtig, die Menschen zu schützen: "Wir haben entschieden, Veranstaltungen ausfallen zu lassen, zum Beispiel das Hasselfever. Ich finde es wichtig, die Gesundheit der Menschen über die finanziellen Aspekte zu stellen und aufeinander zu achten. Wir müssen jetzt abwarten, wie sich alles entwickelt und besonnen bleiben." Bildrechte: MDR/Leonard Schubert
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15:18 Uhr | Clubs und weitere Einrichtungen schließen in Magdeburg

Wegen der Ausbreitung des Virus werden immer mehr Veranstaltungen abgesagt, Einrichtungen schließen. Auch viele Clubs und Diskotheken in Magdeburg haben eigenverantwortlich beschlossen wegen des Ansteckungsrisikos zu schließen. Das Magdeburger Stadtmagazin Dates hat eine Übersicht mit den Clubs erstellt.

Auch Schwimmbäder und Bibliotheken schließen in Magdeburg ab heute die Türen.

14:57 Uhr | Museen und Kulturstiftung schließen

Auch alle neun Museen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt werden ab sofort wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis zum Ostermontag zu bleiben. Wie die Stiftung mitteilte, soll dadurch die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher geschützt werden. Zu den Museen der Kulturstiftung gehören unter anderem das Kunstmuseum Moritzburg Halle, die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, der Domschatz Halberstadt und das Dommuseum Ottonianum Magdeburg.

14:35 Uhr | Eltern organisieren sich über Facebook-Gruppe

Da die Kitas und Schulen ab Montag schließen, suchen arbeitstätige Eltern nach Lösungen für die Betreuung ihrer Kinder. Eine Facebook-Gruppe soll Eltern in Magdeburg helfen. So sollen Eltern mit Betreuungsschwierigkeiten mit Menschen mit zeitlichen Kapazitäten zusammengebracht werden. Vielleicht ja auch eine Idee für andere Orte in Sachsen-Anhalt.

14:10 Uhr | Mindestens 44 Corona-Infizierte in Sachsen-Anhalt

Wie das Sozialministerium mitteilt gibt es in Sachsen-Anhalt inzwischen 44 Menschen, die positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet wurden. Halle hat nach wie vor die meisten bestätigten Fälle. Laut dem Sozialministerium sind es aktuell zwölf, Oberbürgermeister Bernd Wiegand sprach in einer Pressekonferenz am Mittag von 13 Fällen.

14:02 Uhr | Notbetreuung In Halle

Bernd Wiegand
Halles Obewrbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) Bildrechte: imago/VIADATA

In Halle wird ab Montag eine Notbetreuung für Kinder eingerichtet. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte heute auf einer Pressekonferenz, dafür stehe die "jeweilige Schule, der jeweilige Hort oder die jeweilige Kita zur Verfügung." Die Stadt empfehle jedoch ausdrücklich, die Kinder zuhause zu betreuen, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen. Derzeit gebe es in der Stadt 13 Fälle von Corona-Infektionen, sagte Wiegand. Rund 300 Menschen befänden sich derzeit in Quarantäne.

Magdeburg Oberbürgermeister Lutz Trümper hat bereits am Freitag bei einer Stadtratssitzung die Kinder-Notbetreuung für Eltern bestimmter Berufsgruppen zugesichert.

13:40 Uhr | Ernährungsministerin: Kein Anlass für Hamsterkäufe

Und eine weitere beruhigende Nachricht für Sie. Die Bundesernährungsministerin Klöckner hat an die Bürger appelliert, Hamsterkäufe zu vermeiden. Die CDU-Politikerin sagte, in Deutschland gebe es aktuell keine Versorgungsengpässe. Die Verbraucher sollten daher ihre Vorräte mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufstocken, dann sei genügend für alle verfügbar.

Klöckner rief auch dazu auf, nur das zu lagern, was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht werde, um nicht Lebensmittel und wichtige Ressourcen zu verschwenden. Unnötige Hamsterkäufe führten häufig dazu, dass Lebensmittel letztlich in der Tonne landeten.

13:15 Uhr | Achtung Fake News

Das Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten und Panikmache. "Achtung Fake News", schreibt das Ministerium am Samstag auf Twitter: "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

12:50 Uhr | Fake-Nachricht kursiert bei Whatsapp

Sie haben sie vielleicht auch schon erhalten. Im Augenblick kursiert eine Nachricht in Text- und Sprachform bei dem Messanger-Dienst Whatsapp mit dem Inhalt, dass an der Medizinischen Universität Wien ein Zusammenhang mit der Einnahme von Ibuprofen und der Anfälligkeit für das Coronavirus festgestellt worden sei. Wie der Sprecher des Universitätsklinikum Johannes Angerer MDR SACHSEN-ANHALT in einem Telefongespräch mitteilte, stimmt diese Information nicht.

12:33 Uhr | Virologe empfiehlt Spaziergänge

Trotz der steigenden Zahl der Infektionen in Deutschland, sagt der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité, die Menschen in Deutschland nicht müssten sich nicht Zuhause einschließen. Man könne normal einkaufen. Nur von Besuchen in Restaurants und Kneipen solle jeder überlegen, ob er dies nicht in die eigenen vier Wände verlegen könne.

Der Tipp vom Wissenschaftler: Spaziergänge. Denn ein Aufenthalt im Freien ist für die Virus-Tröpfchen nicht gut. Sie seien nur eine kurze Zeit in der Luft und fielen dann zu Boden. Beim Spazierengehen könne man sich deshalb nicht infizieren. Sicherlich eine schöne Idee bei dem sonnigen Wetter heute.

12:06 Uhr | Schulklasse aus Aschersleben negativ getestet

Gute Nachrichten gibt es für eine Schulklasse aus Aschersleben. Die Rückkehrer aus einem Skilager in Österreich sind negativ auf das Coronavirus getestet worden. Wäre der Test positiv ausgefallen, hätten alle alle Mitreisende in Quarantäne gemusst. Die Jugendlichen und ihre Betreuer sind losgefahren, als die Situation noch nicht absehbar war.

Ein Rettungssanitäter steht vor einem Schulbus mit Kindern.
Die Schüler wurden bei ihrer Ankunft von Sanitätern in Empfang genommen. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

11:28 Uhr | Spahn: Urlauber in freiwillige Quarantäne

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat wegen der Coronavirus-Pandemie Urlauber aufgefordert, sich selbst unter Quarantäne zu stellen. Bei Twitter nannte er konkret die Reiseländer Italien, Österreich und die Schweiz. Wer zuletzt dort gewesen sei, solle zwei Wochen zu Hause bleiben. Die Empfehlung gelte auch für Urlauber, die keine Symptome zeigten.

Die Corona-Krise sorgt auch dafür, dass zunehmend Kreuzfahrten abgesagt werden. Die Anbieter Tui Cruises, Aida Cruises und Princess Cruises stellen ihren Betrieb nach eigenen Angaben komplett ein.

11:11 Uhr | Blutspenden gehen zurück

Junge Frau spendet Blut
Wer gesund ist, kann helfen, Blutreserven wieder aufzufüllen. Bildrechte: imago images / Panthermedia / Lightpoet

Nicht nur die Lebensmittelspenden, auch die Blutspenden gehen zurück. Das melden die Blutspendedienste in Sachsen-Anhalt. "An der Uni-Blutbank in Magdeburg ist das Blutaufkommen um circa 30 Prozent gefallen", sagte der Leiter der Uni-Blutbank, Hans-Gert Heuft. Auch das Deutsche Rote Kreuz vermeldet nach Angaben des DRK-Blutspendedienst-Sprechers Markus Baulke, täglich drei Prozent weniger Spender – Tendenz steigend. Die Dienste appellierten an gesunde Spendenwillige, weiter ihr Blut abzugeben, umso die Versorgung für Patienten trotz Coronaausbreitung zu sichern.

10:59 Uhr | Erste Tafeln schließen

Lebensmittel werden in der Ausgabestelle der Essener Tafel einsortiert.
Mehrere Tafeln im Harz schließen für die kommenden vier Wochen. Bildrechte: dpa

Die ersten Tafeln stellen wegen der Corona-Krise ihre Arbeit ein. In Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode werden vier Wochen lang keine Lebensmittel ausgegeben. Mit der Maßnahme sollen Helfer und Kunden, die überwiegend wegen ihres Alters zur Risikogruppe gehören, geschützt werden, begründete Andreas Steppuhn, Landesvorsitzender der Tafeln in Sachsen Anhalt. Außerdem werden weniger Lebensmittel gespendet.

Nicht betroffen von dieser Entscheidung ist die von der Caritas in Halberstadt betriebene Tafel Wärmestube.

10:37 Uhr | Hausärzte für 14-Tage-Krankschreibungen per Telefon

Wer sich krank fühlt, kann sich dieser Tage nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen. Der Deutsche Hausärzteverband fordert die Krankschreibe-Regelung weiter zu lockern. Verbandspräsident Weigeldt sagte, besser wäre es, diese Möglichkeit auf 14 Tage auszudehnen. Dann könnten Patienten so lange zu Hause bleiben, bis sie keine Ansteckungsgefahr mehr darstellten.

 10:20 Uhr | Fieberambulanz in Magdeburg

In Magdeburg entsteht eine neue Fieberambulanz. Wie der Amtsarzt Eike Hennig mitteilte, sollen dort drei Ärzte und Schwestern arbeiten. Dort können Menschen sich auf das Virus testen lassen. Getestet werden aber nur diejenigen, die begründete Verdachtsfälle sind weil sie etwa in einem Risikogebiet waren.

Wie der Amtsarzt Eike Hennig versicherte, ist die gesundheitliche Lage in Magdeburg stabil, "es gibt keine Grund für Unruhe". Aktuell seien in der Stadt zehn Fälle bestätigt. Es gehe darum, die Infektionszahlen in die Länge zu ziehen, damit möglichst wenig Intensivpatientengleichzeitig zu behandeln sind.

09:51 Uhr | Einschränkungen für Besucher in Kliniken

In Halle gilt in allen Krankenhäusern ein Besuchsverbot. Das ist die erste abgestimmte Maßnahme des neu gebildeten Krisenstabs. Damit sollen Patienten und Mitarbeiter vor dem Virus geschützt werden.

In Magdeburg werden die Besuchszeiten in den Kliniken und Altenheimen deutlich verkürzt. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Hennig, sagte, er rechne in der Stadt mit steigenden Infektionszahlen. Er mache sich Sorgen, weil Magdeburg mit 50 nur so wenige Intensivbetten habe. Im Notfall müssten die Landkreise aushelfen.

09:35 Uhr | Notbetreuung für Kinder in Magdeburg

Die Stadt Magdeburg hat angekündigt, eine Notbetreuung für Kinder von Eltern aus "systemrelevanten" Berufsgruppen einzurichten. Dazu zählt medizinisches Personal, Pflege- und Rettungskräfte sowie Mitarbeitende von Polizei und Feuerwehr, wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht. Das Angebot gelte auch für Alleinerziehende. Auch Apotheken, Energieunternehmen und die Verkehrsbetriebe müssten arbeitsfähig bleiben, heißt es von Seiten der Stadt Magdeburg.

Allerdings werden nicht alle Eltern die Notbetreuung für Kinder in Sachsen-Anhalt ab Montag nutzen können. Bei zahlreichen Kommunen gibt es Einschränkungen. So teilt die Stadt Zerbst mit, dass das Angebot nur von den Eltern oder Alleinerziehenden in Anspruch genommen werden kann, die in Bereichen arbeiten, die für die wichtige Infrastruktur notwendig sind. Gemeint sind der Gesundheitsbereich, Polizei, Feuerwehr und Teile des Öffentlichen Dienstes. Ähnliche Regelungen gibt es unter anderem auch in Haldensleben, Aken, Stendal und dem Salzlandkreis. In Zerbst müssen Eltern dafür bis Mittwoch einen Antrag ausfüllen. Hintergrund sind landesweite Schul- und Kitaschließungen, die ab Montag gelten sollen.

09:14 Uhr | Mindestens 42 Infizierte in Sachsen-Anhalt

Die Anzahl der Personen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, ist erneut gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind inzwischen 42 Menschen (Stand: 13.03 | 18:45 Uhr) mit dem Virus infiziert worden. Deutschlandweit seien es 3.062 laborbestätigte Fälle.

09:00 Uhr | Kliniken in Halle bilden Krisenstab

Alle Krankenhäuser der Stadt Halle wollen sich beim Vorgehen in der Corona-Krise besser abstimmen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, haben die fünf Klinken der Stadt einen gemeinsamen Krisenstab gebildet. Sie würden den Austausch von Material absprechen, Dienstpläne beispielsweise für das Fieberzentrum aufeinander abstimmen und einheitliche Maßnahmen zum Schutz der Patienten und der Mitarbeiter vereinbaren. Der Krisenstab stehe in engem Kontakt zum Krisenstab der Stadt Halle

Ab der kommenden Woche würden alle planbaren Operationen auf die nötigsten Eingriffe beschränkt. Um 13 Uhr will Halles Oberbürgermeister Wiegand in einer Pressekonferenz über die neuesten Entwicklungen informieren.

08:58 Uhr | Die Entwicklungen bisher

Wie sich die Lage am Freitag entwicklet hat, können Sie in unserem Newsblog nachlesen:

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: DR SACHSEN-ANHALT HEUTE – Das Radio wie wir | 14. März 2020 | 17:00 Uhr

3 Kommentare

think vor 26 Wochen

Um wegen seiner Meinung diffamiert zu werden muss man nicht erst in die USA oder nach China reisen !
Jemandem der anderer Meinung ist nahezulegen seine Heimat zu verlassen zeugt nicht gerade von einer demokratischen Einstellung.

imel vor 26 Wochen

Corona! Eine einzigartige, noch nie dagewesene Situation und Herausforderung wird von der Führung und der Gemeinschaft der Deutschen ausgezeichnet gemeistert.

Wer das anders sieht sollte sich überlegen ob nicht vielleicht die USA oder China seine neue Heimat werden könnten.

Er/Sie lebt dann unter dem Schutz eines starken Herrschers. Und er/sie darf aber nichts gegen seine Entscheidungen sagen oder ihn gar kritisieren. Ich wünsche viel Spass im ‘Land of the free‘ ...

Steffen 1978 vor 26 Wochen

Nun wird zu spätes Handeln bestraft anstatt sich auf solche Ereignisse vorzubereiten wird nur abgewartet und diskutiert Wochen um zu handeln wurden von dem Herrn Jens Spahn genutzt um die Bevölkerung zu beruhigen und nun wird die gesamte öffentliche Ordnung außer Kraft gesetzt mein dank geht an diese unfähige Regierung

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