Corona-Daten-Update 16.03.2020 Corona-Fallzahlen in Sachsen deutlich höher als in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Manuel Mohr
Bildrechte: BR/Philipp Kimmelzwinger

Wie sich die Coronavirus-Infektionen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt entwickelt haben und wie viele Menschen weltweit aktuell betroffen sind, das und mehr im täglichen Corona-Daten-Update.

Zwei Hände halten ein analoges Fieberthermometer.
Typische Symptome bei einer Coronavirus-Infektion: Trockener Husten und Fieber. Bildrechte: MDR/Unsplash/Matteo Fusco

Letztes Update: 19.57 Uhr

Sachsen-Anhalt | Sachsen | Thüringen: Das sind die aktuellen Corona-Fallzahlen

Im Laufe des Tages haben die Gesundheits- und Sozialministerien in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen die Fallzahlen mehrfach aktualisiert. Mit Stand um 18.30 Uhr ergibt sich im MDR-Gebiet folgendes Bild:

Allerdings ist bei den veröffentlichten Fallzahlen dies zu beachten: Vom Bekanntwerden der Fälle vor Ort und der Übermittlung an die Landesbehörden – und von da wiederum an das für ganz Deutschland zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) – können mehrere Stunden bis hin zu zwei Tagen Verzug liegen. So kommt es seit Ausbruch des neuartigen Coronavirus im MDR-Gebiet zu fortwährenden Abweichungen zwischen Zahlen einzelner Kommunen und der Landesbehörden und dem RKI.

Um einzelne Bundesländer jedoch belastbar miteinander vergleichen zu können, sind nur die Zahlen des RKI verwendbar. Diese werden einmal pro Tag veröffentlicht und beinhalten alle COVID-19-Fälle, die auf dem offiziellen, elektronischen Weg an das RKI gemeldet wurden. Demnach hat sich seit dem ersten bestätigten Corona-Fall im MDR-Gebiet bis zum heutigen Tag (Stand 15.00 Uhr) die Coronavirus-Pandemie wie folgt entwickelt:

Deutschland: Infektionen erneut stark gestiegen

Bis zum Nachmittag stieg die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland nach Angaben des RKI auf 6.012, davon wurden aber erst 5.433 Fälle elektronisch übermittelt. Im Vergleich zum Vortag stieg die Gesamtzahl der Infektionen um über 1.100, das ist der bislang höchste Anstieg innerhalb von 24 Stunden. Die mit Abstand meisten Fälle wurden aus Nordrhein-Westfalen sowie Baden-Württemberg und Bayern gemeldet, die wenigsten aus Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern:

Weltweit: Über 90.000 Menschen momentan mit COVID–19 infiziert

Zwar veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation WHO Corona-Fallzahlen aus der ganzen Welt, doch auch hier gibt es zum Teil erhebliche zeitliche Verzögerungen. Mit einer etwas anderen – und vor allem schnelleren – Methode visualisiert die John Hopkins University (JHU) aus Baltimore (USA) die Coronavirus-Pandemie. Forscher tragen dabei aus einer Vielzahl von regionalen und internationalen Quellen Daten zu weltweiten Infektionen, Todesfällen und genesenen Patienten zusammen.

Basierend auf dieser Erhebung sind seit Bekanntwerden der ersten Erkrankung weltweit über 174.000 Fälle mit dem neuartigen Coronavirus registriert wurden. Aktuell von einer Infektion betroffen sind mehr als 93.000 Menschen, die meisten davon in Italien:

Stand 19 Uhr meldete die JHU zudem rund 78.000 genesene Corona-Patienten weltweit, etwa 7.000 Menschen sind bislang an der neuartigen Erkrankung gestorben.

Generelle Einschätzung der Daten: Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommune, Landesbhörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Datenübersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. März 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

DER Beobachter vor 26 Wochen

Lieber MDR, vllt ist es einmal ganz ützlich, dieseabsoluten Fallzahlen sowohl international als auch der deutschen Länder in die Relation zur Bevölkerung zu setzen? Können Sie erklären oder einmal erkunden, warum die Fallzahlen in Sa. so deutlich über denen S-A und Th. stehen und immer noch anders dort zwar mittlerweile sanft, aber dennoch steigen?

DER Beobachter vor 26 Wochen

Naja, sw. ich sehe, sind direkte Einreisen aus Iran kaum mehr möglich und man darf davon ausgehen, dass man mit den wenigen noch bestehenden Transitländern in Verbindung ist. Geht v.a. um Rückreise von Deutsch-Iranern. Auf Wendt von der DPolGew würde ich nicht so viel geben, produziert gern viel heiße Luft. Richtig ist Kritik der GdP an mangelnder Schutz-Ausstattung, aber Produktion kommt ohnehin kaum hinterher. Auch sonst haben eine ganze Reihe westlicher Staaten sich auch noch nicht völlig abgeschttet, was im übrigen für diese als auch Wirtschaftsdrehscheibe schwierig ist. Schauen Sie sich doch oben nur die Fallzahlen der (bei weniger EW) schwerer gebeutelten Länder wie GB, I und F an. Ansonste sind wir nun mal ein föderaler Staat. Möglich, dass aus der Erfahrung für solche Fälle die Befugnisse für den Bund mal im GG ausgeweitet werden... Ich weiß, ist in diesen Tagen kein wirklicher Trost, aber zuweilen muss man die Dinge eben doch mal etwas gelassener und in relationen sehen...

Leipzscher vor 26 Wochen

Ich denke, dass die Regierungen des Bundes und Länder trotz der gebotenen Eile vieles richtig machen. Dafür mein Lob. Gerade mit Blick auf den Arbeitsplatz lassen sich wohl gangbare Wege finden.
Was allerdings extrem nervt, ist die teilweise uneinsichtige Vorgehensweise von Teilen der Bevölkerung, die sich natürlich mal wieder selbst der Nächste ist. Da sah ich Hamstern (warum man Klopapier so dringend braucht, erschließt sich mir nicht) und unterlassene Nachbarschaftshilfe. Ja, so manche Charakterzüge treten jetzt offen in Erscheinung! Schämt Euch!
Hochkriminell ist aber das Verfassen von Falschmeldungen, wie sie immer wieder im Netz kursieren. Der Zweck solcher Meldungen können nur Katastrophenfantasien und eine perverse Freude am Panik machen sein. Solche Leute gehören schnell vor Gericht und zu saftigen Strafen verurteilt. Dass das mal wieder besonders aus der blaunen Ecke kommt, wundert mich nicht.

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