Wirtschaft Corona-Krise: Kurzarbeit für ein Viertel der Beschäftigten beantragt

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft hart getroffen. Von Beginn an schnellten die Anträge auf Kurzarbeitergeld in die Höhe. Jetzt gibt es eine Zwischenbilanz: In Sachsen-Anhalt wurde für rund ein Viertel aller Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt. Doch nicht allen Branchen geht es schlecht.

ILLUSTRATION - Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.
Die Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt haben in der Corona-Krise für mehr als 200.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt haben in der Corona-Krise für rund Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Wie die Regionaldirektion in Halle mitteilte, wurde zwischen März und Mai Kurzarbeit für etwa 215.600 Menschen angemeldet. Besonders betroffen waren demnach Künstler, Diestleistungsbranchen wie Friseure oder Beschäftigte in der Automobilindustrie. In einigen Branchen sei Kurzarbeit für rund 90 Prozent aller Mitarbeiter angezeigt worden.

Gastronomie und Hotellerie besonders betroffen

Hart von der Pandemie getroffen wurde den Zahlen zufolge auch die Hotel-, Pensions- und Gaststättenbranche. Von den 6.888 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Sachsen-Anhaltern in der Branche wurde für 6.182 Kurzarbeit angemeldet. Es habe allerdings auch Branchen gegeben, in denen kaum Kurzarbeit angezeigt worden sei, darunter bei den Post- und Kurierdiensten. Dort hätten Arbeitgeber lediglich für rund drei Prozent ihrer Beschäftigten – knapp 280 Mitarbeiter – Kurzarbeit angemeldet.

Das Kurzarbeitergeld trage aktuell dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern und einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern, sagte der Geschäftsführer der halleschen Regionaldirektion, Markus Behrens.

Fakt ist aber, dass der Shutdown viele Bereiche der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt betroffen hat, die von früheren Krisen verschont geblieben sind.

Markus Behrens Bundesagentur für Arbeit

Im Mai waren in Sachsen-Anhalt rund 91.600 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,2 Prozent.

Ob die Arbeitgeber die angemeldete Zahlung von Kurzarbeitergeld allerdings wirklich nutzen, ist noch unklar. Das werde sich in den kommenden Monaten zeigen, hieß es.

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Beschäftigte erhalten laut Arbeitsagentur bislang in Deutschland 60 Prozent des Netto-Entgelts als Kurzarbeitergeld, Beschäftigte mit mindestens einem Kind 67 Prozent. Die Arbeitgeber zahlen sowohl das Arbeitsentgelt für geleistete Arbeitsstunden als auch das Kurzarbeitergeld an ihre Beschäftigten im Voraus aus. Sie bekommen es dann von der Arbeitsagentur zurück. Bundesweit wurde laut Agentur für Arbeit für mehr als zehn Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Juni 2020 | 07:00 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 7 Wochen

Ganz so black würde ich da mal nicht sehen. Da sind schon noch ein paar Arbeitgeber dabei, die die großzügigst gelockerten Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld einfach mal mitgenommen haben. Es mussten ja nicht mal mehr Überstunden abgebaut werden.

jackblack vor 7 Wochen

Das sind ( leider ) die kommenden Arbeitslosen.

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