Corona-Krise Erlass: Ab Mittwoch neue Regeln für Kita-Notbetreuung

In den Notbetreuungen der Kitas in Sachsen-Anhalt wird es immer voller – weil immer mehr Berufstätige ihren Nachwuchs trotz Corona-Krise in die Kita bringen dürfen. Ab Mittwoch gibt es deshalb neue Regeln im Kita-Alltag. In einem nächsten Schritt sollen auch landesweit Alleinerziehende ihre Kinder in die Notbetreuung bringen dürfen. Ein Überblick.

Spielzeug liegt in einem Sandkasten in einer Kindertagesstätte.
Landesweit wurden nach Zahlen des Sozialministeriums vergangene Woche etwa 11 Prozent der Kita-Kinder notbetreut. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Weil immer mehr Kinder in Sachsen-Anhalt zur Notbetreuung in die Kita gebracht werden, gelten ab Mittwoch landesweit neue Regeln. Das legt ein neuer Erlass fest, den das Sozialministerium am Montagabend veröffentlicht hat. Danach dürfen ab 29. April jeweils zwölf Kinder in einem Raum betreut werden. Bislang waren es fünf. Wie das Sozialministerium schreibt, muss gewährleistet sein, dass es sich dabei immer um dieselben Kinder und dieselben Betreuer handelt. Man orientere sich dabei an Beschlüssen der Kinder- und Jugendministerkonferenz, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Nachmittag in einer Pressekonferenz.

Kita-Personal soll Abstand zueinander halten

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kitas werden in dem Erlass aufgerufen, Abstand untereinander und zu den Eltern zu halten. Grundsätzlich haben Eltern dem Papier zufolge das Recht, ihr Kind so lange wie im Betreuungsvertrag vereinbart in die Kita zu bringen. "Soweit es ihnen möglich ist", sollten Eltern aber freiwillig auf Betreuungszeit verzichten, heißt es in dem Erlass des Ministeriums weiter. Ziel sei, die "Betreuungsinfrastruktur der Notbetreuung gut aufrecht zu erhalten".

Kinder, die erkältet sind, dürfen dem Erlass zufolge nicht in die Notbetreuung kommen. Wenn sie an Heuschnupfen oder Allergien leiden, müssen die Eltern das mit einer Bescheinigung vom Arzt nachweisen.

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Der Erlass legt auch konkret fest, wie es um die Eingewöhnung von Kindern in der Kita steht. Sie soll trotz der Corona-Krise möglich sein, heißt es in Paragraph 4. Wichtig sei dabei die Absprache von Eltern und Kita-Leitung – zum Beispiel über die Frage, wann am Tag eine Eingewöhnung möglich ist. Die Eingewöhnung soll demnach so kurz wie möglich gehalten werden. Um Kindern keine Angst zu machen, soll das Kita-Personal keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch für die Kinder ist solch ein Schutz nicht verpflichtend.

Gesundheitsministerin Grimm-Benne kündigte am Dienstagnachmittag an, dass in einem nächsten Schritt landesweit auch Alleinerziehende ihre Kinder in die Notbetreuung geben dürfen. Darüber soll am kommenden Sonnabend das Kabinett entscheiden. Die Gesundheitsministerin sprach von einer "erweiterten Notbetreuung".

In Magdeburg dürfen bereits seit Montag alle Alleinerziehenden ihre Kinder in die Notbetreuung der Kita bringen. Die nötige Allgemeinverfügung hatte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) nach eigenen Worten bereits vorigen Freitag unterzeichnet. In welchem Beruf die Alleinerziehenden arbeiten, ist demnach unwichtig. Eine solche Regelung gilt auch in Halle.

In Magdeburg waren nach Trümpers Angaben bislang gut 2.000 Kinder in der Notbetreuung. Die Zahl werde in dieser Woche steigen, sagte der Rathauschef. Insgesamt gibt es in der Landeshauptstadt rund 18.000 Plätze in Kitas und Horten. Landesweit waren zuletzt rund elf Prozent aller Kinder in der Kita notbetreut worden. Das sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums vergangene Woche MDR SACHSEN-ANHALT.

Friseursalons sollen nächsten Montag öffnen

Ab kommender Woche dürften wohl noch mehr Kinder zurück in die Kita kommen. Dann sollen auch in Sachsen-Anhalt Friseursalons wieder geöffnet werden. Gesundheitsministerin Grimm-Benne hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, dass Friseurinnen ihre Kinder dann ebenfalls in die Notbetreuung bringen dürfen.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. April 2020 | 10:00 Uhr

2 Kommentare

Ricwei11 vor 30 Wochen

Da schließe ich mich meinem Vorredner an. Auch wir haben im Ort sehr viele, die plötzlich systemrelevant sind. Ich habe Verständnis für Situationen, wo es wirklich nicht mehr geht.
Oder auch, wo gar kein Home Office möglich ist. Aber wenn man weiß, dass beide zu Hause arbeiten und es nicht schaffen ihre 5 jährige Tochter zu betreuen, dann ist das nicht nur traurig, sondern auch egoistisch den Erzieherinnen gegenüber unde danderen Kindern. Gibt viele Fälle hier bei uns, da muss das Amt mal nachprüfen!
Schön, dass wenigstens die Alleinerziehenden jetzt Vorrang haben und als nächster Schritt bitte die Vorschulkinder! Die stehen wie die Viertklässler und Abschlussklassen vor der nächsten Stufe!

Tabori vor 30 Wochen

Lieber sollte geprüft werden wer sich da mittlerweile alles unter dem Deckmantel der Systemrelevanz mit rein geschummelt hat. Ich selbst habe mehrere Fälle im Bekanntenkreis, wo selbst die Eltern schmunzeln müssen.

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