Wohin sich besorgte Bürger wenden können Coronavirus-Fieberzentrum, Fieberambulanz, Testzentrum in Sachsen-Anhalt

Um Hausärzte zu entlasten, gibt es in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt Anlaufstellen, wo sich BürgerInnen testen lassen können. Da die Vorortsituationen und die Höhe der Fallzahlen unterschiedlich sind, wird entsprechend unterschiedlich vorgegangen. Eine Auswahl der Testzentren.

Drive in Corona
Per Drive-In zum Corona-Test: Das ist in immer mehr Gemeinden und Städten möglich, etwa in Schönebeck (Bild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In den Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts gibt es zentrale Anlaufstellen, wo Menschen mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion getestet werden können. Bei wem ein Abstrich genommen wird, entscheidet in der Regel das Gesundheitsamt.

Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sein könnten, sollen sich deshalb nicht in eine Notaufnahme oder zum Hausarzt begeben. Sie könnten dort andere Patienten anstecken. Wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt bzw. rufen Sie die Corona-Hotline der Gesundheitsämter an. Außerhalb der Öffnungszeiten gibt es auch bundesweite Beratungs-Hotlines. Bitte wählen Sie bei Fragen, wohin Sie sich wenden können, nicht die allgemeine Notrufnummer 112.

Fieberambulanz in Magdeburg  

Wenn Sie in den letzten 14 Tagen aus einem Risikogebiet nach Definition des RKI zurückgekehrt sind oder Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten und Corona-Symptome wie Husten und Fieber aufweisen, sollen Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt, beim Gesundheitsamt unter der Corona-Hotline 0391 540 2000 oder beim Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117 melden. Besteht ein begründeter Verdacht, wird telefonisch ein Termin für den Besuch in der Ambulanz vereinbart und PatientInnen mitgeteilt.

Fieberambulanz im Harz

Am 21. März eröffnet das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben eine Fieberambulanz in Quedlinburg.

Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier.

In Magdeburg befindet sich die Fieberambulanz in der Innenstadt in der Brandenburger Straße. Sollte der Bedarf an Tests noch größer werden, könnte in der kommenden Zeit eine weitere Sporthalle im Innenstadtbereich zu einer zweiten Fieberambulanz umgebaut werden.

Fiebersprechstunde in Halle

In der Saalestadt werden in der Poli Reil und beim Internisten Frank Ackermann in der Jägergasse Fiebersprechstunden angeboten. Am Freitag geht eine weitere Fieber-Ambulanz vor der Praxis des Allgemeinmediziners Matthias Benecke in der Neustädter Passage 17a in Betrieb. In Absprache mit dem Gesundheitsamt Halle sowie allen Krankenhäusern der Stadt wurden Untersuchungsräume im Eingangsbereich des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) eingerichtet, die eine räumliche Trennung von Verdachtsfällen und PatientInnen mit anderen Beschwerden ermöglichen und so das Infektionsrisiko verringern.  

Die Stadt Halle bittet Bürgerinnen und Bürger, telefonische Fragen nicht direkt an das Fieberzentrum oder die Schwerpunkt-Ambulanz zu richten, sondern telefonisch die Hausärzte zu kontaktieren oder die Bürgertelefonnummer 115. Diese ist sogar 24 Stunden geschaltet.

Zur Fiebersprechstunde in der Poli Reil: Hier wurden die Öffnungszeiten erweitert, freitags jetzt auch bis 16 Uhr (statt 13 Uhr) sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr.

Drive-In in Halle

In Halle kann sich ab 27. März jeder Bürger der Stadt auf das Coronavirus testen lassen. Auf dem Parkplatz der Agentur für Arbeit in der Schopenhauerstraße 2 eröffnet ein Drive-In. Dort werden Abstriche aus dem Auto heraus genommen. Testen lassen kann sich jeder – allerdings nicht für alle kostenlos. Die Krankenkassen übernehmen den Abstrich nur bei jenen Patienten, die Symptome zeigen. Wer nur auf Nummer sicher gehen will, muss den Abstrich selbst zahlen.

An einer Drive-in-Station in Halle können sich Personen aus dem Auto heraus auf das Coronavirus testen lassen.
Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Drive-In in Landsberg

In Landsberg im Saalekreis haben Menschen seit 30. März die Gelegenheit, sich in einem Drive-In auf das Coronavirus testen zu lassen. Er ist täglich zwischen 9 Uhr und 12 Uhr auf dem Schulgelände in der Bergstraße geöffnet. Testen lassen darf sich nur, wer in Landsberg lebt und Symptome aufweist.

Fieberzentrum in Dessau-Roßlau

Das Fieberzentrum befindet sich auf dem Gelände des Städtischen Klinikums Dessau. Dort werden Tests vorgenommen, inwieweit eine Infizierung mit dem Corona-Virus vorliegt. Um getestet werden zu können, bedarf es jedoch einer Überweisung durch das Gesundheitsamt. Dieses ist unter der Hotline 0340 204 2222 täglich in der Zeit von 8 bis 18 Uhr zu erreichen. Insbesondere Rückkehrer aus Risikogebieten und Personen, die Kontakte mit anderen positiv getesteten Personen hatten sowie Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen werden dann entsprechend überwiesen, nachdem sie durch das Gesundheitsamt einen identifizierbaren Code für den Test erhalten haben.

Die neue Abstrichstelle funktioniert dabei im Drive-In-Verfahren. Mit dem eigenen Pkw nehmen Patienten die Einfahrt zum Westparkplatz des Klinikums und werden von dort zu einem der Eingänge geleitet.

Das Fieberzentrum der Stadt ist wochentags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Am Wochenende ist es geschlossen.

Testzentrum in Bitterfeld

Abstriche können auch in Bitterfeld gemacht werden. Um den steigenden Bedarf an Tests zu bewältigen, sollen Anfang kommender Woche weitere Teststationen in Köthen und Zerbst öffnen. Zudem ist im Kreis ein Abstrichmobil unterwegs.
Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld stehen aktuell knapp 500 Menschen vorsorglich unter Quarantäne.

Testzentren in Köthen und Zerbst

Um den steigenden Bedarf an Tests zu bewältigen, können seit 30. März auch Abstriche an den Berufsbildenden Schulen in Köthen und in der Sporthalle des Gymnasiums Francisceum in Zerbst gemacht. Die beiden Stellen sollen die Fieberambulanz in Bitterfeld ergänzen, kündigte Vize-Landrat Böddeker an. In Anhalt-Bitterfeld werden täglich etwa 50 Menschen auf das Coronavirus getestet.

Fieberzentrum in Stendal

Das Fieberzentrum für den Landkreis Stendal befindet sich in der Ladenzeile am Roland Ärztehaus in der Albrecht-Dürer-Straße – gegenüber vom Finanzamt. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 14 bis 16:30 Uhr. Bei begründeten Verdachtsfällen kann hier nach Aufforderung des Gesundheitsamtes oder des eigenen Hausarztes ein Testabstrich vorgenommen werden. Ein Testergebnis liegt in der Regel nach 24 Stunden vor und wird per Telefon mitgeteilt.

Testzentren im Salzlandkreis

Im Salzlandkreis sind neben Schönebeck Corona-Tests auch in Egeln und Bernburg möglich. Neben dem Drive-In-Testzentrum in Schönebeck hat in Egeln das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Börde ein Corona-Testzentrum eingerichtet.

Ein Corona-Virus-Test kommt in Frage für Personen, die die bekannten Symptome haben, aus einem vom Robert-Koch-Institut eingestuften Risikogebiet kommen oder Kontakt mit einem Erkrankten hatten. Der Test ist für sie kostenfrei und wird mit der Versichertenkarte über die Krankenversicherung abgerechnet. Deshalb ist es wichtig, die Chipkarte zum Test mitzubringen.

In Schönebeck befindet sich das Testzentrum in einem umfunktionierten Wohnmobil auf dem Parkplatz Boeltzigstraße. Eine Überweisung vom Arzt ist erforderlich. Geöffnet ist es Montag, Dienstag und Donnerstag: 10 bis 12:30 Uhr und von 14 bis 15:30 Uhr, am Mittwoch und Freitag: 10 bis 12:30 Uhr.

In Egeln befindet sich das Testzentrum auf dem Parkplatz Barfüßerstraße 1, gegenüber der Arztpraxis des MVZ Börde. Hier ist keine ärztliche Zuweisung notwendig. Geöffnet ist von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr

In Bernburg müssen die BürgerInnen zur Kreisverwaltung, Gesundheitsamt, Thomas-Müntzer-Straße 41. Es wird auch hier keine ärztliche Zuweisung benötigt. Geöffnet ist das Testzentrum von 15 bis 18 Uhr.

Auch wenn in Engeln und Bernburg keine ärztliche Zuweisung nötig ist: Es gilt auch hier die gleiche Maßgabe, wie bei anderen Testzentren: Getestet werden Menschen, die in Risikogebieten waren, Kontakt zu infizierten Personen hatten und über entsprechende Beschwerden wie Husten und/oder Fieber klagen.

Fieberambulanz in Wernigerode

In Wernigerode hat auch eine Fieberambulanz geöffnet. Im ehemaligen Lehrlingswohnheim im Wernigeröder Kohlgarten werden Patienten mit Corona-Verdacht untersucht.

Überall im Land entstehen derzeit solche Fieberambulanzen, um die Infizierten auszumachen und die weitere Verbreitung des Virus' so weit wie möglich einzudämmen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) arbeite mit allen Kräften daran, diese Stellen so schnell wie möglich aus dem Boden zu stampfen, sagt Mathias Tronnier, Geschäftsführender Vorstand der KV. Es gehe darum, auf die Schnelle Personal zu finden – vom Arzt bis zur Helferin – außerdem fehlen Räume und Material. Auch Ruheständler würden derzeit aktiviert. Es seien unkonventionelle Lösungen gefragt.

Testzentrum Haldensleben

Auch in Haldensleben hat seit Donnerstag ein Covid-19-Testzentrum geöffnet. Amtliche Termine dafür werden laut der Kreisverwaltung ausschließlich durch das Gesundheitsamt des Landkreises Börde vergeben. Ein Direktkontakt durch Betroffene ohne Termin ist nicht möglich. Amtliche Termine können nur über die Rufnummer der Hotline (+49 3904 7240-1660 / täglich 8 bis 18 Uhr) vereinbart werden.

Die Verwaltung appelliert an die Bevölkerung, nur mit diesem Termin in das Testzentrum zu kommen und den Kontakt ansonsten unbedingt zu vermeiden. Im Testzentrum würden unter Beachtung aller hygienischen und rechtlichen Vorschriften Verdachtspersonen zu den jeweiligen Einzelterminen auf das Coronavirus getestet. Es müssten insbesondere im Testzentrum alle Kontakte zwischen einer Verdachtsperson mit anderen Menschen ausgeschlossen werden.

Fieberzentrum Oschersleben

Das Fieberzentrum in Oschersleben, in der Holzgasse 2A, ist laut Stadtverwaltung für die Städte Oschersleben, Wanzleben-Börde und die Verbandsgemeinde Westliche Börde zuständig. Auch dorthin sollten sich Patienten nur wenden, wenn sie die Aufforderung dazu von ihrem Hausarzt bekommen haben. Verdachstfälle sollten sich auf die Parkfläche rechts neben der Arztpraxis begeben, dort würden sie vom medizinischen Personal in Empfang genommen, hieß es. Patienten sollten nicht die Praxis betreten.

Fieberzentrum Burg

In Burg hat am Montag eine Fieberambulanz der Kassenärztlichen Vereinigung eröffnet. Das Fieberzentrum wird in einem abgetrennten Bereich des Burger Krankenhauses arbeiten. Zwei Mitarbeiter aus dem Gesundheitsamt des Kreises, Polizei und Ordnungsamt unterstützen das Zentrum.

Fieberzentrum in Salzwedel

In Salzwedel ist seit 25. März ein Fieberzentrum geöffnet. Wie der Altmarkkreis mitteilte, wurde das Zentrum gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung nahe der früheren Asylbewerberunterkunft auf dem Fuchsberg eingerichtet. Landrat Ziche betonte, es dürfe sich nicht jeder testen lassen. Getestet werde nur, wer vorher telefonisch mit seinem Hausarzt ein Termin für die Ambulanz vereinbart habe. Ziche sagte, mit der Ambulanz sollten die Hausärzte im Landkreis entlastet werden.

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19. März 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Udo Israel vor 10 Wochen

Lieber Herr Oelge, es ist natürlich legitim die Anzahl der Tests als zu gering zu empfinden. Allerdings ist ein flächendeckender Test von 80 Millionen Deutschen weder vom Material her noch personaltechnisch durchführbar - zumal er ja regelmäßig wiederholt werden müsste.

Weiterhin wünsche ich mir ein wenig mehr Seriosität beim Zitieren von Fakten. "Gerade habe ich gelesen" scheint mir sehr unspezifisch. Ich lese zu Covid19 und Corona auch eine Menge - leider auch eine ganze Menge an Unsinn. Wir sollten bei Meldungen durchaus auch kritisch bleiben.

Was die Preise angeht: Ja - knapp 200 EUR (das ist der Preis, der in Halle verlangt wird, woher kommt die Aussage mit 300 EUR?) ist viel Geld. Bei Ihrer Aussage 10 EUR seien wirtschaftlich möglich, denke ich: Wieviel verdient dann die Schwester und die Ärztin in der Ambulanz? Der Fahrer, der die Probe ins Labor bringt, die Labormitarbeiterin und schließlich die Person, die die Testergebnisse mitteilt?

Holger Oelge vor 10 Wochen

Es wird viel zu wenig getestet, auch in Sachsen-Anhalt! Tests sind nur für Menschen mit Symptompen oder Rückkehrer aus Risikogebieten gedacht. Viele Infektionen verlaufen unbemerkt und das Virus wird dann trotzdem weitergegeben und verbreitet sich unbemerkt weiter. Virulogen und Mediziner gehen von einer viel höheren Verbreitung aus, als die Zahlen die bekannt sind (Kekule: Faktor 4, Lauterbach: Faktor 10). Ein Test kostet 2,50 €, aber die Labore verlangen 300€, obwohl 10€ wirtschaftlich möglich wären (kann man googeln). Die Behörden haben nicht begriffen, dass Testen ein wichtiger Baustein zur Eindämmung ist: Gerade habe ich gelesen, dass eine italienische Gemeinde wegen massiver Tests fast Coronafrei ist. Die Labore rufen gerade ihren Wunschpreis auf und die Behörden testen offenkundige nur Verdachtsfälle mit Symptomen. Weil sie es nicht für nötig halten oder weil der vom Labor verlangte Wucherpreis zu hoch ist ???

Mehr aus Sachsen-Anhalt