Neue Lungenkrankheit aus China Coronavirus: So sind Sachsen-Anhalts Krankenhäuser vorbereitet

Das neue Coronavirus breitet sich rasant aus. Virologen gehen davon aus, dass das Virus auch nach Deutschland kommen wird. MDR SACHSEN-ANHALT hat nachgefragt, wie Krankenhäuser im Bundesland vorbereitet sind.

Coronavirus unter dem Mikroskop
Das Coronavirus wurde vor einigen Wochen in China entdeckt und breitet sich rasant aus. Bildrechte: Center for Disease Control/epa/dpa

Ein neues Virus sorgt aktuell weltweit für Aufregung: das Coronavirus. Es ist ähnlich dem Grippevirus und führt beispielsweise zu Husten oder Lungenentzündung. Der erste Erkrankte wurde in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt. Mittlerweile gibt es mehr als 2.000 Erkrankte, davon 81 Todesfälle. Inzwischen hat das Coronavirus auch Deutschland erreicht. Nach Behördenangaben hat sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern infiziert.

Eine Ausbreitung des Coronavirus Richtung Mitteldeutschland hält der Magdeburger Mikrobiologe Professor Achim Kaasch nicht wahrscheinlich. Der Leiter des Mikrobiologie-Instituts am Universitätsklinikum sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag, bisher seien keine weiteren sekundären Infektionen in anderen Ländern aufgetreten. Die bayerischen Behörden würden sicherlich alles tun, um Kontakt-Fälle aufzufinden und medizinisch zu überwachen.

Impfstoff braucht Zeit

Kaasch sieht vor allem die Zeit als Problemfaktor. Denn das neue Corona-Virus breitet sich schnell aus: Innerhalb nur einer Woche hat sich die Zahl der Erkrankten und der Todesfälle verzehnfacht. Das Virus zu untersuchen und einen Impfstoff zu finden, geht dabei nicht so schnell. Kaasch zufolge kann das bis zu einem Jahr dauern. Kaasch zeigt sich aber noch positiv gestimmt:

Wir sind hier zunächst mal vorbereitet, das Virus zu finden, zu diagnostizieren und vor allem auszuschließen.

Professor Achim Kaasch, Leiter der Mikrobiologie an der Uniklinik Magdeburg

Er gehe davon aus, dass die meisten Patienten, die sich mit Coronavirus-Verdacht meldeten, eine normale Grippe oder einen grippalen Infekt hätten. Nach den Worten des Mikrobiologen muss es immer Kontakt mit einem an Corona erkrankten Menschen oder einem aus China zurückgekehrten Menschen geben. Um das Coronavirus nachzuweisen, müsse die DNA des Erregers nachgewiesen werden. Für die Grippe könne das in einem Schnelltest erfolgen, beim Coronavirus dauere es etwas länger.

Symptomische Behandlung

Die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt bereiten sich auf das Coronavirus deshalb so vor, wie so oder so auf das bekannte Grippe-Virus. Bei einem Verdachtsfall wird ein Nasen-Rachen-Abstrich genommen. Bestätigt sich der Verdachtsfall, muss der Erkrankte auf eine Isolierstation.

Zwar gibt es gegen das Virus noch keinen Impfstoff, aber zumindest können die Symptome bekämpft werden. Dazu gehören Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen oder Fieber. Die Herausforderung in der kommenden Grippewelle ist laut Kaasch, das Coronavirus vom Grippe-Virus zu unterscheiden.

Oft Hände waschen, richtig niesen

Bis dahin heißt es warten. Denn mehr als die Krankenhäuser momentan tun, könne man auch nicht machen, so Kaasch. Wer selbst die Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber aufweist, solle sich beim Arzt melden – und das laut Kaasch von Zuhause aus.

"Wenn Sie jetzt aus China zurückkehren, Fieber bekommen, das Sie sich vor allem zuerst telefonisch melden und nicht einfach in die Notaufnahme gehen, das wäre sicherlich noch ein wichtiger Punkt. Aktuell gibt es keinen Grund, sich große Sorge zu machen."

Dazu hat Kaasch die klassischen Tipps, wie oft Hände waschen oder richtig zu niesen und zu husten – und zwar nicht in die Hand oder den Ellenbogen, sondern in ein Taschentuch und mit genug Abstand zum Gegenüber, sodass man niemanden ansteckt.

Hotline zum Coronavirus Die Barmer-Krankenversicherung hat eine kostenlose Hotline zum Coronavirus geschaltet. Unter der Nummer 0800/8484-111 können sich alle Bürger – auch anderswo Versicherte – mit ihren Fragen zu Gefährdung und Schutz rund um die Uhr an Medizinexperten wenden.

Quelle: MDR/cw

MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir

Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2020, 19:44 Uhr

3 Kommentare

August vor 3 Wochen

Außer das in den Ameos Krankenhäusern bis zu 15 Wochen gestreikt werden kann gibt es dazu nichts Beunruhigendes zu Sagen. Wenn das Virus nach Deutschland kommt dann Bestimmt nicht nach Sachsen Anhalt es sei dann es kommen 4 Chinesen mit dem Kontrabass Narhalla Marsch.

ottovonG vor 3 Wochen

Was heisst da vorbereitet, die haben oft nicht genug ITS Betten für die normalen Patienten und müssen nach sonstwohin verlegen.
Wenn dann plötzlich 50 betamungspflichtige Patienten zusätzlich kommen würden würde es sofort das System sprengen. Man denke nur an die notwendigen Isolierungsmaßnahmen und Pflegebedarf. Hierzulande braucht man schon ein Jahr um eine onkologsiche Station neu zu streichen und Fußboden zu verlegen und verkauft das noch als Erfolg. Es geht jetzt schon alles auf dem Zahnfleisch. China baut in 2 Wochen ein 1000 Betten Krankenhaus zusätzlich in Wuhan. hier kann man keine 30 Betten-Container-Station hinbekommen. Möge Gott bewahren, dass das Virus hier ankommt, dann geht nichts mehr und das ganze System kollabiert. Über sowas machen sich die zuständigen Stellen aber gar keine Gedanken. Schon ein längerer Stromausfall brächte das lokale Gesudnheitssystem zum Einsturz.

Immen weiter verdrehen bis es passt vor 3 Wochen

Bitte gehen Sie weiter hier gibt es nichts zu sehen. So wird es doch immer gemacht, bei anderen ...........

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